2. Konzertabend Bab El Med mit Chicha Libre, Söndörgö, Ablaye Cissoko & Volker Goetze, Taksim Trio, und und und…

23. März 2013  
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Freitag-Abend, das Wochenende droht, und darum war auch viel Teenager-Publikum in den Dock Des Suds von Marseille. Aber sie mussten sich erst mal gedulden bis die Party so richtig steigen konnte. Es begann vollakustisch, aber sehr rhythmisch: Söndörgö aus Ungarn legten ein frisches und schon fast rockig arrangiertes Set ihrer Folk-Melodien vor.

Schwer hatten es Ablaye Cissoko und Volker Goetze: der Koravirtuose mit dem hellen Tenor aus dem Senegal und der Jazztrompeter aus Deutschland oben auf der Bühne, und unten im Saal viel Jungvolk, das abtanzen wollte. Aber die beiden fingen auch etwas rastlose Seelen ein – wobei ihnen die vielen “Schscht!”-Rufe im Saal zu Hilfe kamen.

Eine andere Stimme aber ähnlich ruhige Stimmung auf der kleinsten Bühne: Mohammad Motamedi interpretierte klassische iranische Melodien. Hier war das Publikum achtsam und aufmerksam. Dann war erst mal Blockade in Verkehr zwischen den verschiedenen Bühnen – in der schmalen Verbindungsgasse zwischen den Docks und den Konzertzelten fuhren Mazalda ihren mediterranen Groove/Balkan/Dub Style – das Partyvolk belagerte sämtliche Ein- und Ausgänge. So schaffte ich es nicht ins Konzert der Saharoui-Ikone Mariem Hassan.

Wer noch in den Docks war kam mit Chicha Libre auf die Rechnung: die New Yorker mit ihrem Twangy/Farfisa/70er Jahre Peru-Sound legten einen souveränen, fast schon zu abgeklärten Auftritt hin. Und das Dubioza Kolektif zeigte derweil, dass in Bosnien Rock, Ska und Punkt immer noch hoch im Kurs sind.

Feinere Töne gab’s wieder beim Taksim Trio: an der Oberfläche tönte es nach türkischen Traditions-Klängen, unter den Melodien jedoch versteckte sich globalisierte Grossstadt-Musik mit Hang zu Jazzeskapaden – Handwerk vom feinsten und eine überaus konzentrierte Spielfreude. La Réunion schickte mit Grèn Sémé diesmal rockige Maloya-Sounds mit  vertrackten Arrangements: eher was zum zuhören als freudig abtanzen. Für das gab’s auf der grössten Bühne Black Bazar, die ihren Soukous-Rumba mit viel Heh und Hoh und Haut les Mains und Animation ans Publikum brachten.

Der Konzertbericht vom ersten Abend ist hier.

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