Kroke – Seventh Trip

29. März 2009  
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kroke-seventh-tripDie Musiker aus dem polnischen Krakau waren schon immer Sound-Reisende – auf ihrem siebten Trip haben sie einmal mehr Sound-Ecken entdeckt, die vorher noch auf gar keiner Karte zu finden waren.

Zählt man die Alben des 1992 gegründeten Trios, so wäre es eigentlich bereits die achte Scheibe – aber sie zählen die Aufnahmen mit Nigel Kennedy offenbar nicht zu ihren “eigenen” Alben. In Kurzmeldungen werden die Drei immer noch vereinfacht als Klezmer-Band angekündigt. Aber es ist eher umgekehrt: Mit Kroke hat Klezmer-Musik eine neue Facette erhalten. Sie nennen sich trotz aller Innovation noch Klezmorim -  eine grandiose Emotionalität in Komposition und Spiel ist das sicherste Bindeglied zur Tradition.

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Malouma – Nour

22. März 2009  
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malouma-nourDas Album ist wie seine Interpretin: Engagiert, weltoffen, aktivierend und berührend.

Obwohl Malouma in eine mauretanische Griot-Familie hineingeboren wurde und die besten Lehrer hatte, musste sie sich ihren Platz in der Musikwelt erkämpfen. Sie war einfach zu revolutionär und brachte Themen auf das Parkett, die gar nicht im Sinn der Herrschenden war, aber oben auf der Liste der herrschenden Ungerechtigkeiten. Klartext im Bezug auf soziale Themen, Auseinandersetzung mit der Religion gehörten im Selbstverständnis der Patriarchen nicht  zum Lebensinhalt einer Frau. Mittlerweile ist Malouma ein Star, vor allem bei der Jugend, gleichzeitig auch Mitglied des mauretanischen Senats.

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DuOud – Ping Kong

21. März 2009  
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duoud-ping-kongZwei Oudspieler mit Hang zur Elektronik gönnen sich einen digital-abenteuerlichen Ausflug. Die dritte gemeinsame CD-Produktion hat die musikalische, vor allem aber die produktionstechnische Zusammenarbeit verfeinert und ausgeweitet.

DuOud ist ein Wortspiel aus Duo und Oud. Das Duo, das sind Jean Pierre Smadja, tunesischer Jazzer und Produzent, und Mehdi Haddab, algerischer Oud-Virtuose. Die Oud, die arabische Laute hat die beiden als Schüler und Lehrer zusammengebracht. Der Schüler Smadj revanchierte sich, indem er seinen Oud-Lehrer mit dem Electronica-Virus infizierte. Auf der ersten Produktion «Wild Serenade» (2002) spielte die Elektronik eine eher begleitende Rolle. Bei der zweiten Produktion «Sakat» (2006)  half sie, die Lieder des jemenitischen Sängers Abdulatif Yagoub in eine westliche Soundwelt zu transportieren.

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Songlines – die Nominationen für den Award 2009

20. März 2009  
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songlines_music_awards_logoKeine grosse Überraschung sind die Nominationen für die Songlines Musik Awards 2009, die die BBC Worldmusic Awards ersetzen werden. Zur Auswahl standen jene CDs, die bei Songlines eine Kritik erhalten hatten, das Publikum durfte über ihre Favoriten abstimmen. Die vier meistgenannten kommen nun in die Endausscheidung.

Lila Downs, Mariza, Amadou & Mariam, Jah Wobble, Dengue Fever oder Buika sind nominiert. Die gesamte Liste gibt es bei Songlines. Die GewinnerInnen werden am 1. Mai bekannt gegeben.

Compay Segundo – Cien Años

20. März 2009  
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compay-segundo-100-anosDer grossartige Geschichtenerzähler wäre im November 2007 hundert Jahre alt geworden – eine sorgfältig editierte Anthologie ist zu seinen Ehren schienen.

Compay Segundo hätte sich seinen Platz in den Herzen der Musikliebhaber rund um den Globus wohl auch ohne seine Teilnahme am Buena Vista Social Club erobert – doch diese Aufnahmen trugen sein «Chan Chan» noch etwas schneller um die Welt. Es war dieser Song, der seine zweite Karriere als Musiker in den USA startete. Die erste hatte er in den 50ziger Jahren hingeschmissen. Erst in den 70ziger begann er wieder zu spielen. Mitte der 90ziger spielte er in Madrid seine erste «Antologia» ein. Es war dieses Repertoire, das ihm den Respekt und das Interesse von Ry Cooder einbrachte. Der Rest ist Musikgeschichte.

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Daby Touré & Skip McDonald – Call my name

18. März 2009  
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daby-toure-skip-mcdonald-call-my-nameZwei Studiotüftler spannen zusammen: Die EP bringt sechs gemeinsame Songs, entstanden in den Realworld-Studios.

Beide Gitarristen/Sänger sind Realworld-Künstler. Daby Touré hat 2007 sein Album «Stereo Spirit»veröfffentlicht. Skip McDonald kennt man wohl besser unter seinem Projektnamen Little Axe, das letztes Album «Ohio» erschien 2006. Wer zur Realworld-Grossfamilie gehört, landet über kurz oder lang mal gemeinsam für die eine oder andere Session im Studio. Was für die beiden als Jam begann, wurde um einige Jams erweitert, und endete in dieser EP. Die ganze Geschichte gibt’s auf Realworld nachzulesen (inkl. Video einer Session).

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The Chieftains – Tears of Stone

17. März 2009  
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chieftains-tears-of-stoneZum St.Patricks Day eines der abenteuerlichsten Alben der irischen Musik-Botschafter – ein Liederalbum für Frauenstimmen aus drei Kontinenten.

Im Frühjahr 1994 sass ich mit Paddy Moloney vor einem japanischen Tempel etwas ausserhalb von Nara. Neben ihm rauchte Joni Mitchell eine Zigarette nach der anderen. Drinnen sangen Mönche ihre Gebete – sie würden ein paar Tage später eine der gewagtesten Worldmusic-Liveübertragungen aus dem Hof des ältesten buddhistischen Tempels in Japan eröffnen: The Great Music Experience – und draussen erzählte mir Paddy von seiner Idee, mit all jenen Frauen eine CD zu produzieren, mit denen er und seine Chieftains in den Jahrzehnten ihrer musikalischen Wanderungen zusammen gespielt hatten. Fünf Jahren später erschien «Tears of Stone» – Iren sind hartnäckig. Allerdings: Auf seiner Wunschliste figurierte auch Aretha Franklin, doch die war nicht dabei.

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Novalima: Libertá

16. März 2009  
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Novalima: Libertá


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Tinariwen – Aman Iman: Water is life

16. März 2009  
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tinariwen-water-is-lifeDie romantischen Rocker aus der Wüste betören immer wieder – auch wenn sie diesmal nicht so tief Luft holen.

Die 2007-Produktion der Tuareg-Truppe aus dem Norden Malis zeigt, was mit einer Band passiert, die dank ihres Erfolgs um den Globus reisen kann: Sie verliert einen  Teil des rumpelnden Charmes der früheren Produktionen. Gleichzeitig muss man dem Produzenten Justin Adams ein Kränzchen winden, denn er hat den Songs eine grosse Transparenz und Präsenz verschafft. Diese Produktion ist gleichzeitig eine Aufforderung: Wer Tinariwen live hören – und sehen! – kann, der soll das tun. Selbst wenn sie in nobeln Konzertsälen oder Industriehallen spielen, ist die Weite und Rauheit der Wüste hör- und spürbar.

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17 Hippies – El Dorado

15. März 2009  
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17-hippies-el-doradoDie Hippies, die keine sind (ausser einem), und nicht 17, sondern bei diesem Album 13, vergrössern ihren musikalischen Garten, der schon immer eine abenteuerlich wuchernde Sonderzone war.

Schmelztiegel ist eigentlich der falsche Ausdruck. Denn da würden ja die Einzelteile zusammen geschmolzen. Die Kunst des Berliner Orchesters geht da etwas feiner vor: Nicht verschmelzen, aber ineinander schmelzen, so das jeder Teil noch als solches erkennbar ist. Oder wie es die Hippies selber definieren: Grossstadtmelancholie mit Tanzmusik vermischen. Und dabei ist es egal, woher der Rhythmus kommt, die melodische Anleihe. So tönt ein  türkisch-cajunmässiger Song in hessisch gesungen beinahe wie eine Klezmer-Tanzmelodie. Und die Country-Hoppsassa-Nummer «Six green bottles» erhält untypische, osteuropäische Harmonie-Zuschüsse.

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