Reportage Calvi – Auf nach Saigon, Irkutsk und Neapel

18. September 2009  
Gespeichert unter Drum herum

01calvikathedraleAls Jean-Claude Acquaviva und seine A Filetta in diesem Frühling an einem Festival in Polen das Ensemble Irkutsk trafen, wurde dieses nach zwei Liedern vom Fleck weg engagiert. Huong Thanh aus Vietnam interpretiert Lieder ihrer Heimat in einer pan-asiatischen Version: Mit der Koto aus Japan und der Erhu aus China. Und vier Frauen aus Neapel und dem Salento bringen Pfeffer, Liebesleid, Tanz und Tambourine in die altehrwürdige Kathedrale von Calvi.

02huongHuong Thanh wird gern als Jazzsängerin bezeichnet, weil sie mit Nguyen Lê eine Formation zwischen Jazz und Weltmusik hat. Laut eigener Aussage singt sie aber einfach die Lieder ihrer Heimat und zieht ihnen neue Kleider an. Mit der japanischen Koto und der chinesischen Pferdekopf-Geige Erhu hat sie in ihrer Formation «Asian Colors» eine kleine, aber sehr ausdrucksstarke Truppe zusammen gestellt. Die lehrenden und lachenden Songs gewinnen enorm an Nähe. Und Charme ist der Vorname von Asien.

03irkutskDas Ensemble Irkutsk interpretiert die polyphonen Gesänge einer Volksgruppe, die es leider nicht mehr gibt. Durch die monströsen Energiepläne am Balkansee wurden vor einem halben Jahrhundert 500 Dörfer aufgehoben. Die Dorfbewohner leben heute irgendwo, nur nicht mehr zusammen. Seit fast zwei Jahrzehnten graben Alexander Rogachevsky und seine Mitstreiterinnen nach den verlorenen Wurzeln und bringen sie wieder unter die Leute. Eine enorm  vielseitige und ausdrucksstarke Polyphonie war zu hören (und gib es bald mit mehr Informationen auch hier in einem Podcast).

04assurdoDie Frauentruppe Assurd aus Neapel sind alte Freunde von A Filetta. Vor zehn Jahren waren sie zum ersten Mal an das Festival eingeladen. Auch dieses Jahr begeisterten sie mit ihrem Frauenpower – eigentlich Weiberpower – das Publikum. Ihre Lieder, mal solo, mal mehrstimmig interpretiert berichten eigentlich fast ausschliesslich von einer Sache: Wie schwierig und doch so beglückend dieses seltsame Gefühl namens «Liebe» ist. Und alles was es mit sich bringt, Männer und Kinder zum Beispiel.

Die anderen Konzerttage:

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