Israel Kamakawiwo’ole – Facing Future
31. März 2010
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Er wird uns in Erinnerung bleiben als der Riese mit der Ukulele und der seidenen Stimme – und der immer noch gültigen Herz-Version von «Somewhere over the rainbow» und «What a wonderful world».
Seine Freunde sagten ihm Iz. Sein Leben gehörte der Musik, und der hawaiischen Kultur. Iz und sein Bruder Skippy gründeten in den 70ziger Jahren die Gruppe «Makaha Sons of Ni’ihau», eine der Bands, die für die Renaissance der kulturellen Selbständigkeit auf Hawaii eine wichtige Rolle spielten. Gerne hätte er auch eine politische Unabhängigkeit seiner Heimat gehabt. Dafür setzte er sich auch in seinen Songs immer wieder ein. Iz wurde nur 38 Jahre alt.
Sa Dingding – Harmony
30. März 2010
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Exotik und chinesischen Melodien werden für den internationalen Mainstream aufbereitet. Es ist, als würde man aus Seide technologisch verarbeitete Baumwolle machen wollen.
Als Sa Dingding vor zwei Jahren den Westen eroberte, was ihr u.a. einen World Music Award einbrachte, traf sie auch Marius De Vries. Der kennt jetzt so ziemlich jeden Studiotrick. Er ist der Mann hinter dem Solosstart von Björk, produzierte für Madonna, Brian Eno oder U2. Was mit einem Austausch von Demo-Aufnahmen begann, wurde schlussendlich dieses Album. Hatte Sa Dingding ihr erstes internationales Album «Alive» noch selber produziert, setzt sie jetzt also auf internationales Know How.
Te Vaka – Haoloto
27. März 2010
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Auf dem sechsten Album sind die schmeichelnden Harmonien und die Rhythmus-Grooves in guter Balance – das dichteste Werk der Polynesier.
Sie „nur“ als Neuseeländer zu bezeichnen, würde den Tatsachen nicht gerecht. Die Mitglieder der Band stammen von verschiedenen Inseln zwischen Tuvalu, Samoa und Neuseeland. Und somit auch aus verschiedenen polynesischen Traditionen. Der Leader der Band, Opetaia Foa’i, hat es aber schon immer verstanden, die Gemeinsamkeiten in den unterschiedlichen Insel-Traditionen zu finden und mit modernen Popsongs zu verschmelzen.
Terry Hall & Mushtaq – The Hour Of Two Lights
25. März 2010
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Dieses Album ist ein musikalisch spannender Einzelgänger, und ein Statement für eine Multikulturalität, die auf Respekt basiert.
Die CD stand schon bei der Veröffentlichung 2003 als Unikat in der Musiklandschaft. Verantwortliche Köpfe sind der ehemalige Specials-Sängers Terry Hall, und DJ Mushtaq, der u.a. bei der Fun-Da-Mental seine Finger auf den Dreh-Tellern hatte. Die beiden haben eine Vielzahl von Musikern aus Asien, aus der arabischen und jüdischen Welt ins Studio eingeladen. Engländer durften natürlich nicht fehlen, u.a. Damon Albarn, und aus Polen kamen Romany Rad. Die Botschaft in den Texten ist klar:
I Muvrini – Gioia
24. März 2010
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Die Brüder Alain und Jean-François Bernardini flechten auch auf der neusten Produktion korsische Harmonien in Poparrangements.
Die Brüder Bernardini haben die korsischen Harmonien wohl am weitesten in die Welt hinaus getragen. Ihr Mix zwischen Tradition und Pop hat seit den 80ziger Jahren eine stetig wachsende Fangemeinde begeistert, das Publikum im Zenith oder der Carnegie Hall begeistert. Sie waren nie so sehr der kirchlichen Tradition verpflichtet wie Jean Paul Poletti, nicht so avantgardistisch und virtuos wie A Filetta, sondern verknüpften stets die polyphonen Harmonien mit popigen Melodien. Und immer ist eine rechte Portion Pathos dabei.
Béla Fleck – Throw Down Your Heart
23. März 2010
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Die Tonspur einer Entdeckungsreise durch Afrika gewann – überraschend für viele – den Grammy 2010 als «Best Contemporary World Music Album».
Béla Fleck ist unbestritten einer der grossen Banjo-Virtuosen unserer Zeit. Und er spielt sein Banjo nicht nur in Nashville, sondern trägt es rund um die ganze Welt. So spielte er z.B. mit dem indischen Slide-Gitarristen V.M. Bhatt und der chinesischen Erh-hu-Virtuosin Jie-Bing Chen, den Chieftains, Chick Corea oder Rory Gallagher. Und nun also Afrika, weil ihm u.a die Songs von Oumou Sangare nicht mehr aus den Gehörgängen verschwinden wollten.
Beyond Istanbul 2 – Urban Sounds of Turkey
22. März 2010
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Pop, Tango, Rock, Folk, Electronica, Tradition remixed oder adaptiert, Volkslied goes Disko oder wie auch immer: Die Musik der urbanen Türkei ist spannend und farbig.
DJ und Produzentin İpek İpekçioğlu hat für das Münchner Trikont-Label eine zweite Sammlung von türkischen Songs jenseits von Klischees und Tourismus zusammen gestellt. Die Macherin, und diverse MusikerInnen auf dieser Sammlung, kennen ihre ehemalige Heimat vor allem aus der Ferne. Aufgewachsen in anderen Kulturen ist gerade die Musik so was wie eine Nabelschnur zur eigenen Herkunfts-Kultur geworden. Dass gerade in den Städten die Tradition einen enormen Wandel erlebt, sieht man nicht nur in der Türkei.
Bratsch – Plein Du Monde
19. März 2010
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Sie sind Nomaden der Harmonien, Fahrende zwischen den Kulturen. In dieser Produktion laden die Franzosen Freunde aus allen Windrichtungen ein – ein Fest.
Das Repertoire dieser Truppe, die nun seit über 30 Jahren Lieder aus allen Kulturkreisen interpretiert, ist wie ein Liederbuch Europas und des Mittelmeerraumes. Balkangrooves, Klezmertöne, französisches Chanson, die Melodien der Gypsies, die Sehnsucht des Meeres und die Freiheit des Jazz – alles ist dabei. Nach Jahrzehnten des kreativen Wilderns haben Bratsch einige Weggefährten eingeladen, Musiker, die vom selben Virus gepackt sind wie sie: Grenzenfreies singen und musizieren.
Fool’s Gold – Fool’s Gold
18. März 2010
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Wenn der Pop am wuchern ist, und mit Sounds und Grooves aus allen Ecken des Planeten ein Flickenteppich entsteht, tönt das so.
Fool’s Gold ist ein Duo-Projekt, das sich aber aus der Indie-Pop-Szene von Los Angeles Verstärkung geholt hat. Kopf der Truppe sind Sänger Luke Top und Gitarrist Lewis Pesacov. Sie haben das Rezept abgekupfert, das schon bei Vampire Weekend funktioniert hat: Indie-Rock goes Worldmusic. Man nehme diverse Grooves und Gitarrenlicks aus Schwarzafrika oder aus der Sahara, mische noch einen Schuss Äthiopien dazu, und der Text darf auch mal hebräisch gesungen werden – fertig ist der Hit?
Charlie Gillett – eine wichtige Musik-Stimme verstummt
17. März 2010
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Er war der grosse Promotor von Musik, in späteren Jahren vor allem der Weltmusik, auf der englischen Insel. Er hielt die BBC-Radiogemeinde auf Trab, erzählte was er hörte, und was er mochte: Charlie Gillett, der grosse Radio-Moderator starb am 17. März 2010 nach langer Krankheit – dies lese ich in einer Online-Meldung des Guardian.
Für viele war er ein Informant für all die Strömungen, welche die moderne Populär-Musik nimmt. Er war es, der das erste Dire Straits Demo Tape in seiner Sendung «Honky Tonk» spielte – der Anfang einer Welt-Karriere. Nicht seiner, die der Band! Er war es, der vielen Menschen die ersten Aufnahmen von Welt-MusikerInnen von Youssou N’Dour bis CéU, von Oumou Sangare bis Gurrumul nahe brachte, indem er den Songs Sendeplatz einräumte, Aufmerksamkeit einforderte, begeisterte.
Charlie Gillett war einer jener Radio-Menschen, welche es wohl nie ertragen hat, dass Musik bloss als Sound-Tapete wahrgenommen wird. In all seinen Interviews und Sendungen war Interesse, Aufmerksamkeit, Präsenz hörbar.
Einen ausführlichen Nachruf mit vielen Stationen aus dem Leben von Charlie Gillett gibt es im englischen Guardian zu lesen. Die letzte Sendung für BBC World of Music mit ihm am Mikrofon wurde am 13. März 2010 gesendet. Seine eigene Site gibt einen ganz kleinen Einblick in sein Schaffen.


