Africa Boogaloo – The Latinization Of West Africa

6. September 2010  
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Die enge musikalische Beziehung zwischen Kuba und Westafrika war schon Thema für manchen Sampler. Der hier vorliegende schürft etwas tiefer.

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Pedro Gnonnas: Adigbedoto / Orchestre N’Guewel: Mi Guajeo / Orchestre Baobab: On Verra Ca

Das Label Honest Jons ist bekannt dafür, Ungewohntes, Ungehörtes und manches Sammelstück neu zu entdecken oder wieder zugänglich zu machen. Es reiht sich damit ein in die Gilde der neueren Labels wie Soundway oder Analog Africa, welche die analogen Musikschätze des letzten Jahrhunderts aus dem Süden in die digitale Welt und ins Heute retten. Für Africa Boogaloo hatten der Promotor Mark Wimmers und Mark Ainley vom Label ihre Qual der Wahl.

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Müller & Makaroff – El Gaucho

3. September 2010  
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Zwei Drittel der Kerntruppe des Gotan Project liefern einen stimmungsvollen, leider etwas kurzen Soundtrack zum Film «El Gaucho».

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Andrés Retamal / Rio Negro / Jesús María

Der Film von Andrés Jarach war meines Wissens noch nicht in den Sälen. Aber der Soundtrack ist schon in manchem iPod. Der  Gaucho ist wohl so was wie das Urmodell des Argentiniers auf dem Land: fest im Sattel, rauh aber herzlich, und immer mit einer Melodie auf den Lippen. So stelle ich ihn mir jedenfalls vor. Edouard Makaroff, der Gitarrist des Kerntrios des Gotan Projects und Christoph H. Müller, der Soundtüftler des Trios, haben den Soundtrack geschrieben. Der Film selber ist ein Roadmovie über einen Rodeohelden, der zwei Welten kennt: Die Pferde in weiter Landschaft, und die endlosen Strassen zwischen den Rodeo-Standorten.

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Beginner’s Guide to South Africa

1. September 2010  
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Wer bei solchen Sammlern eher die Nase rümpft, soll sich mal die Songliste anschauen. Dann sieht er vielleicht auch noch, wer für diese Sammlung verantwortlich zeichnet: Nigel Williamson.

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Dark City Sisters: Papadi Oyakae / Dorothy Masuka: Mzilkazi / Busi Mhlongo: We Baba Omncane / Mbongemi Ngema: Magic at 4am / Ishmael feat. Bongz: C.R.A.Z.Y. / Thandiswa: Ingoma

Der Mann weiss was er auflegt, denn Williamson gehört seit Jahrzehnten zur ersten Gilde der englischen Musikjournalisten. Er diente bei den ganz grossen Blättern, in der Parteipolitik, aber sein Herz gehört der Musik. Hier schreibt er vor allem für «Uncut» und «Songlines». Und er ist ein Sammler. Klar sind auf dieser 3-CD-Sammlung diverse Namen sehr bekannt: Lucky Dube, Busi Mhlongo, Miriam Makeba, Siphon Mabuse oder Soul Brothers – aber von allen hat er versteckte Songperlen ausgelesen. Die drei CDs sind thematisch geordnet – vor, während und nach dem Ende der Apartheid – bleiben aber mehrheitlich stiltreu.

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Maryam Mursal – The Journey

30. August 2010  
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Der Titel ist eine Anspielung auf die Flucht der Sängerin aus dem Bürgerkriegs-Elend von Somalia anfangs der 90er Jahre. Aber auch ihren Brückenschlag zwischen traditioneller und moderner Interpretationskunst.

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Lei Lei / Kufilaw / Somali Udida Ceb

Myriam Kursaal war die erste somalische Frau, die in ihrer Heimat  Jazz-Songs interpretierte. Sie war auch ein Mitglied der nationalen Grossformation Waaberi. Anfangs der 90er Jahre sah sich die Sängerin aber gezwungen, mit ihren fünf Kindern die Heimat zu verlassen. Eine Odyssee über Kenia und Äthiopien führte sie schliesslich nach Dänemark, so sie bis heute im Exil lebt. Mit einigen Mitgliedern von Waaberi spielte sie bereits 1997 für das Label Realworld Aufnahmen unter dem Titel «New Dawn» ein.

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The Very Best of Éthiopiques

21. August 2010  
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Die Éthiopiques-Serie trägt seit rund fünfzehn Jahren die wunderbaren Soul- und Jazz-Songs Äthiopiens aus den 60er und 70er Jahren in den Westen. Dies ist das Best of Album einer Ära.

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Mulatu Astatqé: Yèkèrmo Sèw / Girma Bèyènè: Enken Yelelebesh / Alèmayèhu Eshèté: Tchero Adari Negn / Tlahoun Gèssèssè: Sema

Francis Falceto begann Ende der 90er Jahre seine musikalischen Entdeckungen aus dem Äthiopien in einer CD-Serie auszubreiten. Äthiopien war bis dahin erst von ganz wenigen Weltmusik-Spezialisten als Schatzkammer entdeckt worden. In den 60er und 70er muss eine seltsame kulturelle Stimmung geherrscht haben: Hier das bröckelnde Kaiserreich von Haile Selassie I., dort der Einfluss des musikalischen Aufbruchs im Westen, mit Musikern wie James Brown oder Otis Redding. In den Städten  entwickelte sich in kurzer Zeit eine Szene, die Musiker hervorbrachte, die den Soul- und Jazzgrössen des Westens ebenbürtig waren – doch ausserhalb Äthiopiens kannte sie kaum jemand.

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Buena Vista Social Club

18. August 2010  
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Mit diesem Album entdeckte die Welt erneut einen musikalischen Kontinent – und alles passierte wegen diversen Visa-Schwierigkeiten, ein paar Zufällen, einem amerikanischen Gitarristen und einem englischen Produzenten.

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Chan Chan / Dos Gardenias / Amor de Loca Juventud

Die Geschichte hinter diesem Projekt ist eine Aneinanderreihung von Zufällen. Nick Gold, Chef des World Circuit Labels, wollte eigentlich in Havanna kubanische und afrikanische Musiker für eine Aufnahme zusammenbringen. Die afrikanischen Musiker hatten aber Visa-Probleme, konnten nicht einreisen. In Havanna wartete bereits der amerikanische Gitarrist Ry Cooder. Und der ebenfalls eingeladene Juan de Marcos González, ehemals Leader von Sierra Maestra, stellte in jenen Wochen eine All Star Band der vergessenen Stars für sein Projekt «Afro Cuban All Stars» zusammen.

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Enzo Avitabile – Napoletana

14. August 2010  
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Ein wunderbares Album! Auf der Suche nach Worten hat der Cantautore Lieder geschaffen, die neu sind, doch so vertraut, als würden sie seit eh und je zum Liederbuch Neapels gehören.

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Malincunia / Beneditta Sia / Amaro Nunn’ess’a Essere Maje

Enzo Avitabile schafft als Cantautor, Komponist und Musikethnologe Neues, indem er Altes entdeckt. Er sucht nach den Traditionen der Musik seiner Heimat, und kommt dabei der musikalischen Seele Neapels immer näher. Diese lebendige Verknüpfung von Tradition und modernem Lied liess in schon 2004 die Kunst der Bottari neu entdecken, das Album «Salvamm’ ’o munno» schreiben. Dann wandte er sich der klassischen Musik, später der Kirchenmusik zu, und er schrieb gar eine klassische Sinfonie.

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Yat-Kha – Tuva.Rock

12. August 2010  
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Albert Kuvezin hat mit dieser Produktion Rock, Country-Anleihen und Obertongesang aus Tuwa zu einem einmaligen Ganzen zusammengeschweisst.

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Amdy Baryp / Dorug Daiym / Uzhar-La Bar

Yat-Kha ist eine Band mit wechselnder Besetzung, je nachdem ob gerade der Gitarrist und Rocker Albert Kuvezin oder sein Kollege, Komponist und Electronica-Musiker Iwan Sokolowski die Fäden in die Finger nimmt. Für Tuva.Rock hat sich Kuvezin  eine schlagkräftige, rockige Truppe  zusammen gestellt. Er lässt auch Igil-Spieler Radik Tiuliush für ein paar Songs ans Mikrofon, und hat als Gastsängerin Sailyk Ommun eingeladen.

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Le Trio Joubran & Mahmoud Darwich – À l’ombre des mots

28. Juli 2010  
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Video und Tonspur eines Gedenk-Konzertes, in dem die drei Oud-Musiker die Gedichte eines der grössten Dichters des palästinensischen Volkes, Mahmoud Darwich, in ihre Musik einbetten.

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Ausschnitt aus «Le lanceur de dés»

Mahmoud Darwich war einer der bedeutendsten, arabischen Poeten des letzten Jahrhunderts. Er starb am 9. August 2008  in Houston nach einer Herzoperation. Das hier aufgezeichnete Konzert fand knapp einen Monat später im palästinensischen Ramallah statt. Zu hören ist die Stimme des Poeten, einige seiner Gedichte vortragend, umrahmt von Stücken aus dem Repertoire der drei Oud-Virtuosen. Es sind mehrheitlich Stücke aus dem letzen Studioalbum «Majaz».

Darwich und die Joubrans, die Gedichte und der Klang der drei Ouds, das war eine Vortragsform, welche der Poet und die Musiker in den letzten Jahren des Dichters immer mal wieder live auf die Bühne gebracht hatten. Die drei Ouds und die Perkussion begleiten den Dichter durch seinen Vortrag, untermalen und und folgen dem Sprecher in Tempo und Ausdruck. Als würden dieselben Gefühle mal in Worten mal in Musik ausgedrückt. Selbst wenn man kein Arabisch versteht, die Verbundenheit von Wort und Musik ist deutlich hörbar. Die CD ist für die Joubrans wohl eine Art Abschied von ihrem Freund.

Hier ist ein ausführliches Interview mit Mamoud Darwich, in dem die politische wie die poetische Seite des Dichters zum Vorschein kommen.

Die Homepage des Dichters mit Texten in Arabisch und Englisch.

Nguyên Lê – Saiyuki

17. Juli 2010  
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Mehrheitlich instrumentale Fusion-Musik, entstanden im kulturellen Schmelztiegel Paris. Es ist ein asiatisches Projekt mit Koto, Tabla, Flöte und Gitarre, und fliesst zwischen Tradition und Jazz.

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Mina Zuki / Sangam / Ila

Die hier aufspielenden Musiker bewegen sich auch als Solisten zwischen den Stilen. Koto-Spielerin Mieko Miyazaki trat mit ihrem klassischen Repertoire schon vor dem japanischen Kaiserpaar auf, fühlt sich aber in der improvisierenden Musik ebenso wohl. Tablaspieler Edouard Prabhu ist ein gefragter Begleiter in der indischen Tradition, aber auch für Interpreten aus so unterschiedlichen Kulturkreisen wie z.B. Afghanistan, Senegal oder Frankreich. Der Flötist Hariprasad Chaurasia ist ein Meister der Bansuri-Flöte und gilt als einer der Wegbereiter der Ost-WEst-Fusion (u.a. Projekte mit John McLaughlin und Jan Garbarek).

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