Tryo – Ladilafé

10. Mai 2013  
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Chansons in lockerem Reggae-Groove, ein Schmunzeln auf den Lippen und trotzdem klare Aussagen in den Texten – das geht bei diesen Franzosen gut zusammen.

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 Greenwashing, Pas Banal, Printemps Arabe

Das Tryo, das heute als Quartett unterwegs ist, hat sich seine Streetcredibility genau dort geholt: auf der Strasse. Manu, Guizmo und Mali haben sich nicht gerade im Sandkasten kennen gelernt, sondern erst als Teenager im Jugendzentrum. Seither ist für sie die musikalische Welt klar abgesteckt: Chansons mit Reggaetouch, und in den Texten der deutliche aber nicht penetrante Hinweis, dass wir nur einen Planeten haben.

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Clinton Fearon – Heart And Soul

1. Mai 2013  
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Alles selber eingespielt, und dabei das ganze Herz hineingegossen – Clinton Fearon blättert im Liederbuch seiner Kompositionen, die er für die Gladiators schrieb.

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 Let Jah Be Praised, Chatty Chatty Mouth, Richman Poorman

Die Gladiators hatten in den 70er Jahren ihre Blütezeit. Das Trio Griffiths-Fearon-Sutherland gehörte zu jener Generation, welche den Roots-Reggae in die Welt hinaustrug. Damals sass z.B. noch ein blutjunger Sly Dunbar bei ihnen am Schlagzeug, und das Tonstudio der Wahl war Studio One. Obwohl Bassist Fearon in den 80er Jahren nach Seattle auswanderte und dort diverse Bands hatte, griff er gerne und oft auf seine Gladiators-Songs zurück.

Dieses Album ist eine Solo-Produktion durch und durch. Alle (akustischen) Instrumente, Perkussion – vom der Talking Drum bis zu unterschiedlich gefüllten Wassergläsern  – alles ist selber eingespielt. Fearon hat seine ganze Erfahrung in die Arrangements gelegt, die CD hängt soundmässig nie durch. Und als Sänger hat er wirklich Herz und Seele in die Melodien gelegt.

Für die einen eine nostalgische Rückblende, für andere vielleicht die Entdeckung eines charismatischen Songschreibers aus der Generation der Reggae-Pioniere.

Rating: ★★★★☆ 

Zoufris Maracas – Prison Dorée

26. April 2013  
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Sie sind – musikalisch und in der Realität – Globetrotter, verlieren oder finden sich in diesem Stil oder jenem Land. Das französische Chanson ist flexibel genug, all diese  Turbulenzen aufzufangen.

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 Un Gamin, Prison Dorée, Bahia

Der Mix – geografisch: Zoufris nannten die Franzosen die algerischen Gastarbeiter, die sie Mitte des letzten Jahrhunderts ins Land holten. Maracas sind Rumbarasseln, und der Rumba ist nicht nur in Südamerika zuhause, sondern hat auch ein Hauptquartier im Kongo. Die beiden Köpfe der Truppe, Vin’s und Micho, kennen sich seit Kindsbeinen, absolvierten die “école du Sahel”, heisst, sie bereisten ganz Westafrika. Micho folgte seiner Liebe nach Mexiko, die Liebe hielt nicht und auch Mexiko ist teuer.

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Mali All Stars – Bogolan Music

22. April 2013  
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Das ist keine neue Band, sondern eine Hommage an ein Studio in Bamako: Bogolan. Hier entstanden in den letzten zehn Jahren jene Aufnahmen, die für uns im Norden und Westen den Sound Malis prägten.

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 Kasse Mady Diabaté: Sinanon Saran, Nampé Sadio: Amaldeme, M: Amssétou, Anakronic Electro Orkestra: African Trip

Es gibt einige Studios (meistens gehört auch ein Plattenlabel dazu), die ganze Musikstile und -Szenen prägten: Studio One war das Reggae-Biotop, ohne Sun Studios kein Elvis Presley, Stax oder Motown stehen noch heute für Soul. Das ist Bogolan für Mali: die meisten der Produktionen, die es in den letzten zwanzig Jahren in die Vertriebskanäle des Westen schafften entstanden hier. Aber auch unzählige Aufnahmen von Künstlern, die nur im eigenen Land oder Westafrika Gehör fanden. Denn was im Bogolan aufgenommen wurde, wurde gleich eine Türe weiter, bei Mali K7, veröffentlicht und vertrieben. Hinter diesem Erfolg standen auch zwei Franzosen: Philippe Berthier – er gründete Mali K7 mit Ali Farka Touré -  und der Soundengineer und Produzent Yves Wernert.

Die Doppel-CD mit Aufnahmen aus den letzten zehn Bogolan-Jahren zeigt, dass hier nicht nur die Grossen der Szene ihre Songs aufnahmen: Oumou Sangaré, Ali Farka Touré, Toumani Diabaté, Bassekou Kouyaté, Kassé Mady Diabaté, Boubacar Traoré, udn viel mehr. Hierher kamen auch all jene MusikerInnen, die sich vom musikalischen Reichtum Malis inspirieren liessen: Björk, Dee Dee Bridgewater, Damon Albarn, -M-. Sie fanden hier nicht nur eine kreative Atmosphäre, sondern auch für jedes Projekt viele gute Studiomusiker. Neben den beiden CDs gibt’s noch eine DVD mit Interviews mit den Musikern und Yves Wernert über seine Arbeit, und ein ausführliches Booklet.

Die beiden CDs sind ein kleiner aber feiner Ausschnitt aus dem reichhaltigen Archiv des stil- und soundbildenden Studios Bogolan in Bamako – auch für gutsortierte CD-Sammlungen eine Bereicherung, denn es gibt noch einiges zu entdecken.

Rating: ★★★★½ 

António Zambujo – Quinto

17. April 2013  
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Da ist viel Fado drin, wo Zambujo drauf steht. Doch da ist mehr, denn er sprengt die klassische Form, und er lässt Instrumente auftreten, die sonst nicht auf der Fado-Bühne stehen.

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 Algo Estranho Acontece, Flagrante, Só Pode Ser Amor

Zambujo gehört zur ersten Riege des Fado. Schon mit der ersten Produktion im Jahre 2002 hatte er nicht nur beim Publikum Erfolg, auch die Preise häuften sich. Vielleicht gerade deshalb, weil er zwar im Herzen ein klassischer Fadisto ist, aber nicht in Sachen Stil und Klangraum. Zambujos erste musikalische Liebe z.B. war nicht der Gesang, sondern die Klarinette. Es erstaunt denn nicht, dass sie heute fester Bestandteil seines Bandinstrumentariums ist.

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Cheick Tidiane Seck – Guerrier

13. April 2013  
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Er hat mit musikalischen Grössen aus Fusion, R&B und Jazz musiziert, hat als Produzent und Keyboarder viele CDs aus Mali geformt. Jetzt spielt er eine CD ganz alleine ein. Die Triebfeder: der Blick auf seine geschundene Heimat.

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 Kile Bora, Fere Na Fere, Liwawechi

Oumou Sangaré, Dee Dee Bridgewater, Will Calhoun, Salif Keita, Joe Zawinul, Susheela Raman – die Credit-Liste von Tidiane Secks Karriere ist lang und vielfältig. Als Arrangeur, Tastenmann und Produzent ist er mitverantwortlich für einen schönen Teil jener Produktionen, die in unserer Wahrnehmung den Sound von Mali definierten. «Guerrier», die dritte international erhältliche CD unter eigenen Namen, ist anders: keine Band, alles selber eingespielt, alles selber gesungen. Angetrieben von einem kämpferischen Aufbegehren gegen die Zustände im eigenen Land, und ganz generell in Afrika und der Welt.

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Carthy, Hardy, Farrell, Young – Laylam

9. April 2013  
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Was passiert wenn sich vier Sängerinnen/Violonistinnen zum gemeinsamen musizieren treffen? Es kann ein Album wie dieses entstehen: unkompliziert, locker und viel-harmonisch.

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 Greasy Coat, Walking After Midnight, Better Home

Sie gehören alle zur Spitze der englischen Folk-Szene: Eliza Carthy, Bella Hardy, Lucy Farrell und Kate Young. Und der Anstoss zu diesem speziellen Zusammenspiel kam von einer weiteren Folk-Ikone: Kathryn Tickell. Die fand, die vier Stimmen würden gut zusammen passen. Es war weit mehr als das: die vier Ladies hatten hörbar ihre Freude daran, Songs aus dem persönlichen Lieblingsrepertoire mit den anderen zu teilen.

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The Rough Guide to Cumbia

29. März 2013  
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Cumbia in aller Ohr und Bein! Der Musikstil hat von Kolumbien ausgehend Südamerika von Feuerland bis hoch nach Mexiko erobert, und ist heute in den Sequenzern der DJs auf allen Kontinenten zuhause.

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 Anibal Velasquez Y Su Conjunto: Luz De Cumbia, Los Destellos: Dame Tu Carino, La Integration: Amargo Y Dulce

Cumbia, der Musikstil der an den Küsten Kolumbiens entstand, hat heute die ganze Welt erobert. Doch die Musik, und ihre Bands, reisten bereits in der Mitte des letzten Jahrhunderts über den ganzen amerikanischen Kontinent und passten die Cumbia den Hörgewohnheiten und Vorlieben vor Ort an. Pablo Yglesias a.k.a.DJ Bongohead ist verantwortlich für diese Zusammenstellung. Er zeigt auf, wie weitreichend die verschiedenen Äste des grossen Cumbia-Baumes sind.

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Lëk Sèn – Tomorrow

26. März 2013  
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Er ist auf dem Weg vom Rap zum Blues, und ist nun auf einer ausgedehnten Reggae-Schlaufe: Lëk Sèn ist auf der Suche nach (s)einer musikalischen Heimat.

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 Jaam Mai Ka (feat. Harrison Stafford), Rogg I Jah, Babylon

Sèn teilt das Schicksal von vielen jungen Musikern in der Migration: Die Musik hat ihnen einen Schub verliehen – in seinem Fall war es die Rap-Formation SSK – hat sie dann aber im fernen Paris stranden lassen. Ohne Geld, wenig Perspektive und verloren zwischen den Kulturen. Mit Bühnenenergie allein überlebt man in keiner Musikszene. Sèn griff zur Gitarre und fand bald heraus, dass Hip Hop allein nicht mehr sein Ding ist.

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Fanfara Tirana Meets Transglobal Underground – Kabatronics

17. März 2013  
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Die Weltenbummler der Tanzfläche und die ehemaligen Armee-Bläser haben etwas gemeinsam: sie sind – oft erfolgreich – auf der Suche nach dem so noch nicht Gehörten.

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Weeping Willow Tree, Three Beauties, Bring The Bride In

Transglobal Underground haben sich schon immer in der Mittelmeerregion nach Grooves und Sounds umgeschaut. Es hat sie dann mehrere Jahre bis tief in die arabische Kultur verschlagen – doch wenn man ständig zwischen Kairo oder Beirut  und London hin- und herreist muss man zwangsläufig immer wieder durch den Balkan. Die albanischen Ex-Militärmusiker der Fanfara Tirana ihrerseits haben die Grooves zwischen Serbien und Griechenland ausgelotet. Neben der Brass-Tradition spielen auch die polyphonen Gesänge der südlichen Regionen eine wichtige Rolle in ihrem Repertoire.

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