Wenn die Beatles oder Nirwana im Halse gurren

12. Januar 2009  
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coverlarIn den weiten Steppen zwischen Ulaanbaatar und Novosibirsk wird die Pop-Vergangenheit recycelt. Hierzulande wirft man bekannte Songs in den Quantisierungs-Fleischwolf und erwartet neue Hits. Dort gurgelt man mit den Songs und hat dabei Spass. Oder anders gesagt: Nach Yat-Kha hat nun eine andere Truppe ein Album mit Covers von westlichen Tophits vorgelegt: Sie heisst Bugotak und ist das Projekt von George Andriyanov.

Der scheint mit seiner Truppe sein Geld mit traditioneller Musik zu verdienen. Mag nebenher aber auch Songs von Nirwana, Queensryche oder «House of the rising sun». Und singt, resp. setzt seine Throatsinging-Technik auf die Songs an. In jeder gut geheizten Jurte kann die Party steigen, wenn von den Beatles «Come together» erklingt, oder eine spannende Geschichte erzählt, und im Hintergrund frei über das Thema von «Mission Impossible» improvisiert wird. Wenn die Party zu heiss wird, kann Sängerin Tanya Romanova mit einem Schmelzer die Festwirtschaft ja wieder etwas beruhigen.

Und das Beste: George hat die meisten Songs  via last.fm gratis der Welt gratis zur Verfügung gestellt. Und S.A. Stevens von Soundroots hat’s im Netz gefunden (Thanks!)

  • Kon’ Togethy (The Beatles’s Come Together)

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  • Ajylham Djiktite

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So tönt es in den Schweizer Alpen und Städten

10. Januar 2009  
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suddeutsche1Viele SchweizerInnen haben entweder keinen oder einen zwiespältigen Bezug zu ihrer eigenen Volksmusik. Und die boomt im Moment  gerade wieder mal. Versorgt wird dieser Trend in der Schublade mit der Aufschrift «Neue Volksmusik». Die Süddeutsche Zeitung hat den Schweizer Musikjournalisten Thomas Meyer gebeten, die Ursachen für diesen Boom etwas genauer anzuschauen.

Meyer geht dabei weniger auf die «neue» Volksmusik ein, sondern darauf, wie die Hochkultur  mit ihren volksmusikalischen Wurzeln umgeht, und dabei einen anderen Blickwinkel entwickelt. Oder wie die «Jungen» die alten Quellen neu entdecken und bis in die Charts und Clubs hineintragen. Die Macher sind also unverkrampfter als die Hörer. Warum daraus dann ein Trend erwächst, beantwortet auch Meyer nicht.

Warum die SZ  den Artikel auf seinem Blog jetzt.de in der Rubrik «Leben» verstaut, und nicht bei «Kultur», ist auch nicht wirklich verständlich.

Streit um den Klang

7. Januar 2009  
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bundlogo«Der Bund» lässt Claus Lochbihler eine seltsame Geschichte erzählen: Warum sind die entscheidenden Aufnahmen vom Vater des Bossa Nova, von João Gilberto nicht mehr erhältlich? (Gut, wer sucht, findet immer noch die eine oder andere Aufnahme – für teures Geld.) Aber Tatsache ist: Es ist ein Streit um den Klang. Der Künstler und seine Plattenfirma streiten sich um Klangeigenschaften und damit um eine Neuauflage der klassischen Songs. Keine Einigung – kein Geburtstagsgeschenk.

Der Artikel zum 50jährigen Geburtstag des Bossa Nova berichtete auch von einem Meister Gilberto, der in selbstgewählter Abgeschiedenheit lebt, und in seinen äusserst raren Konzert ein Ziel zu verfolgen scheint: Sich singend und spielend der Stille anzunähern. Die wäre dann in der Tat schwer abzumischen.

Aus Radio Multikulti wird Multicult 2.0

1. Januar 2009  
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logo240Aus Kostengründen wurde der Kultsender Radio Multikulti auf Ende 2008 eingestellt. Den Sendebetrieb hat das Funkhaus Europa übernommen. Doch ganz tot ist die Idee des multikulturellen Senders noch nicht. Der Nachfolger heisst Multicult 2.0 und sendet im Moment auf www.multicult.eu und auf www.multicult20.de. Wer steht dahinter? So steht’s in der Pressemitteilung:

Wir, Programmmacher von MultiCult2.0, sind ein multikulturelles Team von Journalisten, die dem breiten Protest gegen die Schliessung von radiomultikulti eine positive Richtung geben wollen. Als zweitgrößter Medienstandort Deutschlands und als Hauptstadtregion braucht Berlin- Brandenburg ein multikulturelles Medium, das alle ethnischen Gruppen anspricht und verbindet. Immerhin wohnen hier Menschen aus 180 Nationen. Den jüngsten Zahlen zufolge besteht Berlins Bevölkerung zu über einem Viertel aus Migrantinnen und Migranten. Bei den Kindern und Jugendlichen zwischen 6 und 15 Jahren liegt der Anteil sogar bei 42,7 Prozent.

Und wie soll das Programm aussehen?

Wir werden uns vom bisherigen Verständnis communitybezogener Radioprogramme für Minderheiten lösen. Die erfolgreichen multikulturellen Metropolen und Regionen der Welt sind längst in der postmigrantischen Gesellschaft angekommen. Auch in unserer Region ist die Gesellschaft in großen Teilen weiter als die politische Debatte…. MultiCult2.0 soll ein interaktives Mit-Mach-Radio werden, neue Formate entwickeln und Synergien zwischen klassischen Rundfunk und den Möglichkeiten eines portalgestützten Internetradios erschließen.

Also: ab und an reinhören und sehen, wie das neue Pflänzchen wächst.

Zum Tod von Lars Hollmer

30. Dezember 2008  
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lars_hollmerWie unt.se am 27.12.08 meldete ist der Ausnahme-Akkordeonist Lars Hollmer tot. Er wurde 60jährig. Hollmer galt nicht nur als einer der ganz Grossen was das Akkordeon betrifft, er wurde auch als Komponist hoch geschätzt. Wobei er nie ein Star war, aber weltweit einen hohen Kult-Status genoss.

Eigentlich wollte er ja mal Rock-Musiker werden. Doch da stand ihm sein Instrument etwas im Weg. Und die gradlinigen 4/4-Stadionrock-Songs waren auch nicht sein Ding, also spielte er zeitlebens jene Musik, die als “progressive Rock” ein eher nischenartiges Dasein fristet.

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Worldmusic Charts Europe – die Jahresbestenliste 08

22. Dezember 2008  
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081222-world-music-charts-europeWenn sich europaweit die Radio-Journalisten jeden Monat bemühen jene Produktionen auszuwählen, die für ihre Programme die höchste Priorität haben, dann ist das sicher ein Gradmesser. Schaut man sich die Jahresübersicht als Rangliste an, dann dürfte es schon das eine oder andere Kopfschütteln geben.

Ich würde also eher empfehlen, die 100 Besten des Jahres als Kontrolle für die Aktualisierung der eigenen Plattensammlung zu betrachten, und nicht als Wertungsskala. Da ist die monatliche Übersicht etwas näher an der Realität  – und auch interaktiver.

Weihnachtsgeschenk von Modiba

21. Dezember 2008  
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081221modiba-logoDas Label Modiba Productions hat uns schon einige musikalische Überraschungen offeriert, z.B. die beiden Erstlingsalben von Nation Beat oder Vieux Farka Toure. Jetzt gibt es einen Ableger namens Modiba Publishing. Eine Vertriebs-, Info- und Austausch-Plattform für Musik rund um den Globus.

Zum Einstand gibt es einen hauseigenen Sampler, der die ganze angestrebte Bandbreite der Plattform aufzeigt. Slavic Soul Party oder Nation Beat stehen für den Schmelztiegel New York, wo aus internationalen Zutaten neue Grooves geformt werden. Mamani Keita aus Frankreich resp.Mali ist mit ihrem Roots/Electro-Mix vertreten, der iranische Rapper Yas tanzt zwischen Schmelz und Rhymes, Reggae kommt aus Ghana von Shasha Marley. Cougar basteln Electronica mit Worldmusic-Vorbildern, und dass Groove und Jazz nach wie vor gut zusammenpassen zeigt die Youngblood Brass Band.

Zum Download des Sampler geht’s hier lang.

Das Cooder Dossier – The Title

18. Dezember 2008  
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cooder-foto-nonesuch_corr1Ry Cooder vor das Mikrofon zu kriegen war früher einiges schwieriger als heute – vielleicht liegt es an seiner Altersweisheit. Sicher aber hat es damit zu tun, dass der Meistergitarrist Sicherheit in seinem Werk und  Ausdruck gefunden hat.

Auf der einen Seite ist er ein Sucher: Hawaï, Okinawa, Mali, Roots, Mexiko, Kuba, Jazz, Seeger, R&B, Pop etc. pp. Es schien, als wolle Cooder alle Stile und alle Musik auf seiner Gitarre spielen. Davon ist er anfangs dieses Jahrhunderts abgewichen, und hat sich auf das konzentriert, was als musikalischer Humus rund um ihn herum aufgetürmt war.

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SoundRoots räumt das Jahr auf

15. Dezember 2008  
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spin-the-globeSoundRoots räumt in seinen aktuellen Podcasts das fast vergangenen Jahr 2008 auf, macht Bestenlisten und feiert einige Entdeckungen.

Alles Jahre wieder ist man versucht zu sagen. Man könnte solche Überblicke auch alles halbe Jahre anstellen, denn die Zeit zieht immer zu schnell vorbei, und die neuen Produktionen geraten zu schnell wieder in Vergessenheit. S.A. Stevens zieht auf «SoundRoots» schon mal schriftlich Bilanz.

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