ChocQuibTown – Oro

12. März 2010  
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Nominiert waren sie, aber für einen Grammy hat es dieses Jahr noch nicht gereicht. Doch die drei Kolumbianer und ihre Mitstreiter haben in den letzten Monaten mit Auftritten u.a. an der WOMEX so erfolgreich für sich geworben, dass sie im Frühjahr/Sommer 2010 für die grossen Festivals in Europa gebucht sind.

«Oro» ist in erster Linie ein HipHop-, kein Cumbia- oder Guajira-Album. Sicher stammen viele Beats und Grooves aus dem Fundus Kolumbiens, sind irgendwo zwischen Pazifik und dem Golf von Mexiko zuhause. Aber Frontfrau Goyo und die Rapper/Electronicas Tostao und Slow wollen explizit nicht Musik aus Kolumbien für die Welt machen, sondern einfach globale Musik.

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The Chieftains feat. Ry Cooder – San Patricio

10. März 2010  
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Paddy Moloney von den Chieftains ist sich sicher: Selbst wenn historische Geschehnisse vergessen werden bleibt die Erinnerung in der Musik erhalten.

Die Legende um eine mehrheitlich irische Söldnertruppe, die San Patricios, die auf der Seite der Mexikaner gegen die Amerikaner kämpften, ist die historische Grundlage für dieses Album. Paddy Moloney machte sich daran, die Bruchstücke dieser Erinnerung in der mexikanischen Musik zu suchen. In Ry Cooder fand er einen Mitstreiter, der sich in der Kultur der Grenzregion USA / Mexiko historisch und musikalisch bestens auskennt.

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The Imagined Village – Empire & Love

8. März 2010  
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Folk-Tradition in der Realität Englands von heute ist zu hören, einer Nation mit multikultureller Gesellschaft, alten Geschichten und auf der Suche nach einer neuen Identität.

Liest man die Personalliste der Band für dieses zweite CD-Projekt, gibt’ einen Aha-Effekt nach dem andern: Simon Emerson ist der Spiritus Rector der Grundidee, und er hat von Working Week bis Afro Celt Sound System schon manches Projekt erfolgreich gestemmt. Die Folk-Legende Martin Carthy und seine Tochter Eliza sind mit Stimmen, Gitarre, Geige und Wurzelkraft da. Sheema Mukherjee setzt ihre Sitar auch für Projekte ausserhalb ihrer Band-Heimat bei Transglobal Underground ein, und Jackie Oates kommt für einen Song kurz vorbei. Seit dem Erstling «The Imagined Village» hat sich das Line-Up um einiges verändert, die Live-Auftritte haben die Band geformt und  Gemeinsamkeiten herausgeschält.

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Wimme – Mun

5. März 2010  
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Die archaische Gesangstechnik des hohen Nordens fühlt sich sehr wohl in modernen Klanglandschaften. Wimme findet zurück zur Akustik.

Der Joik-Sänger Wimme Saari hat sich für seine aktuelle Produktion Zeit gelassen. Doch die war gut investiert. Seit seinen Bandjahren bei Hedningarna hatte er eine Vorliebe für elektronische Klänge. Seine letzten Alben waren geprägt von den kalten Klängen der Synthesizer und dem unbeugsamen Dirigentenstock des Sequenzers. Das hat sich für das neue Album grundlegend geändert. Der Joik, die Stimme und ihre Fähigkeit, auch ohne grosse Worte Stimmungen zu kreieren, stehen im Vordergrund.

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Hindi Zahra – Handmade

2. März 2010  
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Sie hat das Nomadentum in den Genen, sowohl was ihr Leben betrifft, als auch ihr musikalisches Erbgut. Kein Wunder fällt diese Produktion zwischen sämtliche Musik-Kategorien – globalsounds eben.

Hindi Zahra wuchs in der Kleinstadt Khouribgha im Zentrum Marokkos als Kind von französisch-marokkanischen Eltern auf; d.h. das war die Heim-Adresse, denn die Familie war viel auf Reisen. Mit 18 fand sie einen Job in Paris, im Louvre. Heute pendelt  sie zwischen verschiedenen Heimaten und Künsten hin und her – eine Nomadin eben. Ihre Idole kommen aus ganz unterschiedlichen Kulturen: Ella Fitzgerald steht für den Jazz, Yma Sumac für eine magische Stimme und die Exotik Südamerikas, und Oum Kalsoum als die arabische Stimme schlichthin. In einem Interview erklärte sie Stefan Franzen (JazzThing), warum vor allem diese drei sie beeinflussten: Weiterlesen

Show of Hands – Arrogance, Ignorance and Greed

27. Februar 2010  
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Das 23. Album haben Show of Hands wieder etwas mehr auf der folkige Seite ihres Musikspektrums produziert.

Steve Knightley und Phil Beer sind Schwerarbeiter: Mindestens ein Album erscheint pro Jahr. Und Show of Hands gelten als einer der heissesten Live-Acts überhaupt auf der englischen Insel. Nebenher pflegt jeder der beiden noch eine Solokarriere und ist für Studiojobs zu haben – ziemlich ausgebucht nennt man das wohl. Und das ausgerechnet mit einem Stilmix, der sich ganz bewusst zwischen die Genre-Definitionen setzt – irgendwo zwischen Folkrock und Roots-Pop (geht das überhaupt?). Mal wuchert die Formation zur Rocktruppe, mal wird sie abgespeckt zum Duo.

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Ali Farka Touré & Toumani Diabaté – Ali & Toumani

26. Februar 2010  
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Der Korameister Toumani nutzte die letzte gemeinsame Tour nach England, um die Zusammenarbeit mit dem Gitarrenmeister Ali noch einmal zu vertiefen – das letzte Album dieser musikalischen Freundschaft ist ruhig und meditativ ausgefallen.

Für das erste gemeinsame Album «In The Heart Of The Moon» hatten die beiden 2006 einen Grammy erhalten. Noch vor der Auszeichnung wurden die beiden 2005 für einige Konzerte nach Europa eingeladen. Toumani wusste um die schwere Krebserkrankung von Ali, und wollte die vielleicht letzte Gelegenheit zur Zusammenarbeit nutzen. Produzent Nick Gold arrangierte im Umfeld der Londoner Konzerte die Möglichkeit für drei Aufnahme-Sessions. Das Resultat ist diese CD.

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Youssou N’Dour – I bring what I love

24. Februar 2010  
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Der Soundtrack zum gleichnamigen Film ist ein Zückerchen, um das Warten auf das angekündigte Tribut-Album für Bob Marley zu versüssen.

Als Youssou N’Dour 2004 sein Album «Egypt» herausbrachte, waren die Meinungen gespalten. N’Dour hatte beabsichtigt, mit dem Album die freundschaftliche und warmherzige Seite des Islam aufzuzeigen. Die negative Kritik, die ihm gerade in seinem eigenen Land von Seiten der Religionsverwalter entgegen schallte, traf ihn schwer.

Anders die Aufnahme des Albums im Westen: Die Produktion gewann einen Grammy, die Kritiken lobten sowohl Musik wie die Absicht der Produktion. In der Folge begleitete eine mehrheitlich amerikanische Filmcrew während drei Jahren den Künstler bei seinen Konzerten auf drei Kontinenten. So entstand das filmische Porträt eines charismatischer Sänger, und eines tiefgläubigen und fest in der Familie verwurzelten Mannes. Der Film hat einige Festivalpreise abgeholt, Film-Kritikern finden ihn aber zu wenig klar in der filmischen Aussage.

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Del Castillo – Del Castillo

22. Februar 2010  
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Vorwärtsstürmen, mit den Fingern auf rockenden Nylonsaiten, und die zartbittere Leidenschaft Mexikos in den Melodien – das ist das Grundrezept der Truppe aus Austin.

In den zehn Jahren ihrer Existenz hat die Band um die beiden Gitarristen Mark und Rick Del Castillo diverse Trophäen gesammelt. In ihrer Heimatstadt Austin wurden sie sowohl als beste «Latin Contemporary» als auch als beste «Latin Traditional Band» ausgezeichnet. Sie tourten mit Los Lobos, Willie Nelson oder Ozomatly. Mit Filmmacher Robert Rodriguez starteten sie das Nebenprojekt Chingon, und lieferten in dieser Formationen ein Stromgitarren-Neufassung von «Malagueña Salerosa», bekannt aus dem Soundtrack von Quentin Tarantinos «Kill Bill Vol. II».

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Kailash Kher & Kailasa – Yatra (Nomadic Souls)

19. Februar 2010  
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Bollywood goes West, oder ein indischer Superstar macht sich daran, mit Popmusik die Welt ausserhalb von Delhi und Mumbai zu erobern.

Die Geschichte vom Aufstieg von Kailash Kher ist das klassische Drama: Armer Junge eines Hindu-Priesters und Musik-Amateurs darf erst nicht singen, sondern soll Händler werden. Doch die Musik lässt ihn nicht los. Die Muse lässt ihn drei Jahre lang zappeln: Jingels und Werbesongs, produziert in der Filmmetropole Mumbai. Dann aber ging’s los: Dem ersten Filmhit «Allah ke Bande» (2003) folgten bis heute über 150 Soundtracks. Doch Playback-Sänger in Bollywood ist nur die eine Hälfte der Medaille.

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