Cesária Évora – Radio Mindelo

7. Januar 2009  
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cesaria-evora-radio-mindeloDie Karriere der Diva von den Kapverden kennt mehrere Phasen. Der erste Ruhm dauerte nur einige Jahre und war auf die Kapverden beschränkt. Die jetzt ausgegrabenen Aufnahmen stammen aus den frühen 60ziger Jahren und belegen diese Zeit.

Wegen des Radios kam Cesária Évora schon in jungen Jahren zu ersten Aufnahmen. In ihrer Heimatstadt Mindelo brauchte Radio Barlavento dringend Musik für sein Programm. Die knapp 20jährige Cesária hatte sich als Interpretin von Coladeras und Mornas an der Seite des Songschreibers Ti Goy bereits einen guten Namen gemacht. Er wiederum brachte sie zu den Radiossessions, in alle angesagten Lokale und Clubs. Aus jener Zeit stammt auch die Geschichte von der «Barfuss-Diva» – aber all das und mehr kann man im informativen Booklet nachlesen.

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Kasbah Rockers (with Bill Laswell) – Kasbah Rockers

5. Januar 2009  
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kasbah-rocckers-kasbahPat Jabbar hat seine Kerntruppe vergrössert und unter einem weiteren Namen erneut zugeschlagen. Obschon da “Rockers” steht, pumpen die Sequenzer und wehen die Hallfahnen.

Die Produktionen des Baslers Electronica und Dub-Produzenten Pat Jabbar finden zwischen Basel, Marrakech und New York statt. In Basel hat er sein eigenes Studio. In New York spielt der Dub-Pionier Bill Laswell in seinem eigenen Studio jeweils die Basslinien ein. Je nach dem, welche zusätzlichen Instrumente aufgenommen werden müssen, welche Sänger aus dem grossen Universum von Pat noch dazu kommen, wird auch noch in Marrakech oder Oran produziert. Die Songs drehen sich um die Lebensbeobachtungen von jungen Muslimen in einer westlichen Wertewelt, und klammern auch Anti-Irak-Kriegs Songs nicht aus (FalluDJah Car).

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Calypso Rose – Calypso Rose

4. Januar 2009  
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calypso-rose-calypso-roseSie ist die Königin des Calypso – und dies seit mehr als einer Generation: McArthy Lewis. Als Calypso Rose hat sie bisher über 800 Titel geschrieben und zu einem grossen Teil auch auf Vinyl oder CD gebracht.

Calypso ist ihr musikalisches Ur-Territorium. Aber das hat Calypso Rose nie davon abgehalten, unter sämtlichen Zäunen durch zu grasen: Reggae, Rock Steady, Soul, und auch das eine oder andere Quentchen Jazz ist in den Songs der grossen Interpretin. Und sie glänzte in einer Musiksparte, die sonst ausschliesslich von Männern dominiert wurde. Wäre sie nicht mit ihrer Musik bekannt geworden, sie hätte garantiert hätte einen Platz in der Geschichte der Gleichberechtigung erhalten. In einem Interview auf jouvay.com erzählt sie, wie sie es denn mit den Männern so hält.

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Seprewa Kasa – Seprewa Kasa

3. Januar 2009  
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seprewa-kasa-seprawa-kasaDas Album steht im Zeichen der Seprawa aus Ghana. Was macht dieses Instrument so speziell? Es soll das Hauptinstrument des Highlife-Stils gewesen sein, heute kennt und spielt es kaum mehr jemand.

Da staunte Gitarrist Kari Banaman (Osibisa, u.a.) nicht schlecht, als er in Europa an einem Festivals ein Instrument aus seiner Heimat hörte, das er gar nicht kannte. Die Seprewa ist so was wie eine nahe Verwandte der Kora, hat aber nur 10 Saiten, und der Klangkörper ist nicht eine Kalebasse, sondern ein Holzkasten mit Schalllöchern. Wie die meisten dieser Saiten-Instrumente verschwand es, weil die Gitarre das angesagte Instrument wurde.

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Dub Colossus (in) A Town called Addis

2. Januar 2009  
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dub-colossus-a-town-calles-addisDie Produktion ist das Resultat eines zweijährigen Projekts, geplant und vorangetrieben von Count Dubulah, alias Nick Page. Seine Liebe zur äthiopischen Musik stand am Anfang eines recht gewundenen Wegs.

Seit einigen Jahren hat der Westen via die Sammlung “éthiopiques” (Hörbeispiele bei Amazon) vertiefteren Einblick in die Musik von Äthiopien. Nick Page hatte als Band-Mitglied von Transglobal Underground und Temple of Sounds schon einige Male musikalisches Neuland betreten.  Die Arbeit als Dub Colossus allerdings war selbst für ihn eine ganz neue Erfahrung: Er musste sich auf fremde Skalen einlassen, seine 4/4-GRooves wollten nicht immer passen. Oder wie er Elizabeth Kinder in einem fRoots-Interview gestand: «You can’t force  your own design on something.» Auf der Realworld-Site erzählt Page die Geschichte des Albums.

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Jun Miyake – Stolen from strangers

1. Januar 2009  
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jun-miyake-stolen-from-strangersMiyake hat sich zwischen sämtlichen Stilrichtungen eingerichtet. Er ist eines der wenigen Beispiele, wo ich der iTunes Klassifizierung “Unclassifiable” recht geben muss.

Der Komponist, Pianist und Trompeter Jun Miyake lebt von der Musik, aber nicht von seinen Konzept-Alben, die er in unregelmässigen Abständen veröffentlicht. Im Normalleben macht er Musik für die Werbung, für Theater, für die Kunst. Und das in Asien, Amerika und Europa. Es war ein Zufall, dass seine Jazz-Musik 1985 für eine Andy Warhol-Bildstrecke gebraucht wurde. Aber es verhalf ihm zum Einstieg ins Komponisten- und Produzentenleben. Die CDs, die er darüber hinaus veröffentlicht, sind so was wie die Kür, die Erholung von der Arbeit.

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Arriba La Cumbia!

30. Dezember 2008  
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arriba-la-cumbiaAuf der Suche nach einer exotischen Mine, aus der der nächste Worldmusic-Trend geschürft werden könnte sind die DJs in Kolumbien fündig geworden: Cumbia soll der nächste Trend werden.

Die Cumbia und mit ihr die Tanzmusiken des Nordens von Südamerika werden mindestens einmal pro Jahrzehnt ans Licht gehoben. In den 80ziger Jahren schon machte Peter Gabriel auf die wirblige Toto La Momposina aufmerksam. Mit ihren Tambores eroberte sie die geneigte Hörerschaft. Anfangs 90ziger entdeckte Ex-Talking Head David Byrne für sich und viele Amerikaner den brasilianischen Verwandten, den Forró. Carlos Vives oder Juanes schöpften ebenfalls aus dem Cumbia und nun ist der Tanzrhythmus also bei den DJs angelangt.

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Zuco 103 – After the Carnaval

29. Dezember 2008  
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zuco-103-after-the-carnavalDas holländisch-deutsch-brasilianische Trio rückt die Sequenzer in den Hintergrund und setzt  auf akustische Instrumente. Das ganze heisst trotzdem noch Brazilectro, allerdings mit etwas freierem Atem.

Es ist das sechste Album der transatlantischen Soundmischer. Und die Zeiten von Drum’n'Bass oder TripHop scheinen vorbei zu sein. Vielleicht holt das Trio aber einfach nur nach einer weiteren Seite aus, versucht sich auf akustischem Territorium, um der drohenden Versenkung in der Schublade namens Brazilectro zu entgehen. Für Überraschungen sind die Drei jedenfalls immer zu haben. Dass sie dabei jeweils einige Fans vor den Kopf stossen, nehmen sie wohl einfach in Kauf.

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Issa Bagayogo – Mali Koura

28. Dezember 2008  
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issa-bagajogo-mali-kouraVier Jahre vergingen, bis das neue Album des Maliers ausgereift war – die Zeit wurde gut genutzt. Die Zusammenarbeit mit dem französischen Toningenieur Yves Wernert hat sich verfeinert und ausbalanciert.

Selbst für Mali ist die Karriere von Issa Bagayogo aussergewöhnlich, denn sie hat mit Technik zu tun. Der Zufall wollte es, dass dem damaligen Cheftontechniker des Bogolan-Studios, Yves Wernert, eine Kassette mit Aufnahmen von Issa in die Finger kam. Der kämpfte zu jener Zeit gerade gegen Erfolgslosigkeit in der Musik, Pech im Leben und Arbeitslosigkeit. Die mittlerweile 10jährige Partnerschaft der beiden funktioniert nach einem klaren Muster: Issa bringt die Songs, die er auf seiner Kamele N’Goni (der kleinen Schwester der Kora) komponiert, und schreibt die Texte. Wernert kümmert sich um die Arrangements und holt die zusätzlichen Musiker ins Studio. Der stetig wachsende Erfolg gibt dieser Teamarbeit die nötige Kontinuität.

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Orchestre Poly-Rythmo de Cotonou – The Vodoun Effect

27. Dezember 2008  
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polyrythmo-vodounEine musikalische Ausgrabung, die es in sich hat! Das Orchestre Poly-Rythmo war in den 70ziger Jahren die angesagte Truppe in Benin, funky, heiss und groovy.

Dass man von dieser Band in der westlichen Welt nichts hörte, ist nicht erstaunlich. Die Distributionswege damals waren noch viel schlechter als sie es heute sind, nämlich kaum existent. Die Auflage pro Single lag zwischen 100 und 1000 Kopien. Einige davon retteten sich in unsere Tage und Samy Ben Redjeb hat sie für seine Analog Africa Serie aussortiert – es sind Perlen!

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