Oum – eine Marokkanerin auf dem Weg in den Westen

14. November 2014  
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Oum liebt ihrer Berber-Wurzeln ebenso wie den amerikanischen Gospel oder Jazz. Die Marokkanerin definiert ihre Heimat denn auch als musikalische Wasserscheide.

Gleich die erste Aufnahme von Oum belegte, dass sie mit ihrem Spagat zwischen wetlcieh Harmonien und Magreb-Grooves den Nerv ihrer Altersgenossen zu treffen wusste: «Hamdulillah», erschienen 2004, katapultierte sie in die Herzen der Marokkaner und auch ein bisschen ins Visier der Traditionalisten. Denn denen gefiel die Art, wie sich die Marokkanerin auf der Bühne gab, gar nicht: zu offen, zu westlich.

Oum setzte ihren Weg unbeirrt fort, studierte Architektur und machte nebenher auch noch Musik. 2009 erschien die erste CD, 2012 schob sie ein Album nach, auf dem viele Texte in Englisch gesungen wurden. 2013 schlussendlich das Album, das ihr zum Durchbruch in Europa verhalf: «Soul of Morocco».

Oum hat für einmal die francophone Welt verlassen und war auf einer kleinen Schweizer Tournee. Am Samstag, 15. November 2014 schliesst sie diese mit einem letzten Konzert am TRANSMUNDIAL Festival im Moods Zürich ab.

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Kareyce Fotso – ein stiller Wirbelwind aus Kamerun

13. November 2014  
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Das aktuelle Album von Kareyce Fotso «Mokte» ist ein Konzeptalbum dem man dies nicht anhört. Die Sängerin hat ihre Solo-Pfade verlassen und ist zur Bandmusikerin geworden.

Kareyce Fotso verlässt sich in erster Linie auf sich selber. Das hat sie bisher auch in der Musik so gemacht. In den letzten vier Jahren jedoch führten sie sowohl ihre Solo-Konzerte, aber auch die Zusammenarbeit mit Dobet Gnahoré, Manou Gallo, Habib Koité und Aly Keita in ganz andere musikalische Dimensionen. Das hört man aus dem aktuellen Album deutlich heraus.

Zwölf Lieder in zwölf unterschiedlichen Sprachen Kameruns hat die Sängerin komponiert. Der rote Faden der Produktion ist in erster Linie eine Aufforderung an die jungen Afrikaner: glaubt an eure Träume und nehmt euer Leben in die Hand. Seid stolz und tragt Verantwortung.

Im Vorfeld zum 5. TRANSMUNDIAL-Festival in Zürich vom 14. & 15. November 2014 ein Podcast-Gespräch über Dialekte und Gitarristen, das Ende des Jammerns und wie man per Zufall ein Gitarrenriff zweitverwertet.

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Yasmin Hamdan – zwischen Triphop und Worldmusic

10. November 2014  
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Yasmin Hamdan trägt als Kind der arabischen Diaspora und der digitalen Globalisation mehr als zwei musikalischen Seelen in ihrer Brust. Geboren im Libanon, aufgewachsen zwischen dem arabischen Golf und dem Mittelmeer, lebt sie heute in Paris.

Als Frontfrau des Electro-Projekts «Soapkills» überraschte sie die Welt in den 90er Jahren mit Musik die wohl nach Libanon tönte, doch gleichzeitig weltoffen und modern daher kam, ohne aber verkrampft trendy sein zu wollen. Mit ihrem aktuellen Album «Ya Nass» setzt sie diese Formel fort. Was auf dem Silberling schmiegsam und weich daher kommt, kann in der Live-Situation gerne auch mal in rockige bis trashige Momente überwechseln.

Ein Gespräch über musikalischen Respekt, Ghettoisierung von Musikstilen und warum sie auf der Bühne zwei Mikrofone braucht.

Yasmin Hamdan ist eine von vier Frauenstimmen im Programm des 5. TRANSMUNDIAL Festivals im Moods, Zürich vom 14. & 15. November 2014. Mehr Info unter www.transmundial.ch

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WOMEX 2014 in Santiago de Compostela

20. Oktober 2014  
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Galizien ist Gastgeber der diesjährigen Ausgabe der grössten Worldmusic-Messe auf dem Kontinent. An der WOMEX treffen sich nicht nur Tausende von Promotern, Produzenten, Journalisten und Musikern, sondern es gibt auch die Ohren voll: Rund 60 Bands und Interpreten stellen sich dem rund 3’000 köpfigen Fachpublikum.

Geehrt werden 2014 u.a. Mariza mit einem »Artist Award« für ihr Lebenswerk. Die Fadosängerin ist die wohl leuchtendste Fackel der portugiesischen  Sehnsucht in diesem Jahrhundert. Glitterbeat erhält eine Auszeichung als Labels des Jahres, und Mario Lucio Sousa erhält den Professional Excellence Award, ist er doch nicht nur ein begnadeter Komponist und Sänger, sondern z.Zt. auch noch Kulturminister der Kapverden.

Der Podcast bringt einen Überblick über bekannte Stimmen und Entdeckungen, die währen der vier Festivaltage in Santiago de Compostela gemacht werden können. In voller Länge und als Stream ist die Sendung auf Mixcloud abrufbar.

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Régis Gizavo spielt Farben und Gerüche

28. Juni 2013  
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Der Akkordeonist aus Tulear, Madagaskar, zieht eine musikalische Zwischenbilanz. «Ilakake» ist eine Verbeugung an die Heimat, und ein Aufbruch in die Welt.

Régis Gizavo nimmt sich Zeit für seine CD-Produktionen. Mit dem Effekt, dass seine CDs nicht so schnell verstauben. Er nimmt sich auch Zeit, von anderen Musikern zu lernen. Er ist ein Sammler und Jäger von Klangfarben und musikalischen Stimmungen.

Für seine jüngste Produktion hat er Musiker eingeladen, die seinen Klang-Wortschatz vergrössern. Gleichzeitig vertieft er seine Verbindung zur Heimat Madagaskar. Ilakake ist auch eine musikalische Träne: der Titelsong erzählt die  Geschichte eines Dorfes, das von der sogenannt wirtschaftlichen Entwicklung und der Gewinnung von Bodenschätzen geschändet wurde.

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Die okzitanische Sprache lebt in der Musik

29. Mai 2013  
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Ich konnte Mitte Mai eine Sendung für den Kulturkanal des Schweizer Radio realisieren: «Okzitanisch – die südfranzösische Sprache überlebt in der Musik». Dazu benutzte ich Material, welches ich rund um das Bab El Med Festival im März 2013 sammeln konnte.

Meine Gesprächspartner waren Laurent, Jocelyn und Clément von «Du Bartas», Myriam von «La Mal Coiffée», Manu Théron von «Lo Còr De La Plane» und Moussu T von «Moussu T Et Lei Jovents». Es ging darum, ein bisschen zu beleuchten woher die okzitanische Sprache überhaupt kommt, welche Rolle sie  seit den 70er Jahren in Südfrankreich übernommen hat, und warum alle froh sind, dass es kein okzitanisches Land gibt.

Ein kurzer Einblick in die südfranzösische Seele und warum diese einen freundlichen Bissreflex gegenüber der Kulturdefinition von Paris entwickelt hat. Der  Podcast dauert eine Stunde und kann über die Website der Sendung «Musik der Welt» von SRF Kultur herunter geladen werden.

Zum Download

Bob Brozman – eine Homage an den verstorbenen Slide-Gitarristen

3. Mai 2013  
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Bob Brozman war fasziniert von Saiteninstrumenten, auf denen man sliden konnte. Der König der National Steel Guitar und der Hawaii-Gitarre starb am 23. April in Ben Lomond. In rund 30 CD-Produktionen lebte er zwei Seiten seines Könnens aus: Zum einen war da die Liebe zum Blues, insbesondere zum Delta-Blues.

Zum anderen war er einer der experimentierfreudigsten Projektpartner rund um den Globus. Seine Aufnahmen führten ihn von Hawaii nach Papua Neu Guinea, nach Indien und Irland, nach La Réunion oder Senegal.

Der Podcast auf den musikalischen Spuren von Bob Brozman führt um den Planeten. Eine Verbeugung vor einem, der der Welt mit offenen Ohren, Schalk und grossem Können begegnete.

 

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Kottarashky – Der Soundtüftler spielt in Stans

12. April 2013  
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Er heisst Nicola Gruev und er nutzt den Computer etwas anders als seine Electronica-Kollegen: weniger als Loop-Zentrale, sondern als Universal-Leim. Auf der Bühne ist der Midi-Controler sein Instrument. Damit dirigiert er seine Samples so virtuos, dass er auch mal ein Solo-Duell mit der Klarinette oder der Gitarre wagen kann.

Im Moment schnipselt Gruev zusammen mit seinen Rain Dogs bereits an der dritten CD. Im Gespräch gewährte er einen kleinen Einblick in seine Song-Werkstatt. Es schätzt das Material seiner Feldaufnahmen, schützt sich gleichzeitig aber vor fremden Melodien.

Am 12.4. ist er live an den Stanser Musiktagen zu erleben, im Sommer an einigen grossen Festivals in Zentraleuropa.

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2012: Ein CD-Jahr im Rückspiegel – Teil 2

5. Januar 2013  
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In diesem zweiten Teil gehen wir die Monate Juli bis Dezember 2012 an. Auch hier war ich oft im Zweifel, welches Album heraus zu picken sei, denn nur gerade zwei pro Monat ist nicht besonders viel. Dies die Auswahl für das zweite Halbjahr:

Den Überblick über das erste CD-Halbjahr 2012 gibt es hier.

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2012: Ein CD-Jahr im Rückspiegel – Teil 1

4. Januar 2013  
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Die Jagd nach dem besten Album hat oft auch zu tun mit der Jagd nach der eigenen Erinnerung: Welches Album ist mir am meisten im Ohr hängen geblieben? Was steht gerade jetzt sehr hoch auf der Playlist? Und wenn man dann das Jahr Revue passieren lässt, tauchen Alben auf, die man in der Fülle der Neuigkeiten schon wieder etwas vergessen hat – völlig zu Unrecht!

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Bonga – der Grandseigneur aus Angola

16. April 2012  
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Er hat soeben einmal mehr die Worldcharts erobert – und das mit 70 Jahren. Sein aktuelles Album heisst «Hora Kota». Bonga, die sanfte Reibeisenstimme aus Luanda singt über das Alter, und über Dinge die man nicht vergessen sollte. Im Gespräch geht es um Erinnerungen, Gedanken über das älter werden, über frühe Träume. Und wie wichtig es ist, ständig weiter für seine Sache einzustehen.

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Fatoumata Diawara – mit Talent, Glück und Überzeugung

4. Oktober 2011  
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Die junge Frau, zuhause in Bamako und Paris, ist eine neue Stimme des selbstbewussten Afrika. Sie ist noch nicht 30 Jahre alt, und hat schon die Zuschauer auf den Strassen, in den Theatern und Kinosälen mit ihrer Präsenz und ihrem Charme überzeugt. Auf den Konzertbühnen ist sie mit ihren eigenen Liedern auch bereits seit rund 3 Jahren unterwegs. Jetzt endlich die erste CD mit eigenen Liedern – «Fatou».

Das Album wäre eigentlich schon vor etwas über einem Jahr fast fertig gewesen, dann aber kam das Angebot von Nick Gold und seinem Label World Circuit – und wer würde schon diesem Produzenten widersprechen wollen, wenn er die Geschicke zur Lancierung einer Karriere in die Finger nehmen will. Er ist fast so was wie der Garant für Erfolg.

Als ich Fatoumata Diawara an Afropfingsten 2010 zum Gespräch im Backstage-Bereich traf, wusste sie zwar noch nicht genau wohin ihre Karriere als Sängerin sie führen würde. Aber sie konnte erzählen woher sie kommt, und sie wusste schon damals, wohin sie gerne gehen möchte.

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Sergent Garcia – Weltenwanderer und Groovejongleur

22. August 2011  
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Seit über 10 Jahren glänzt Sergent Garcia mit einem unverkennbaren Mix aus karibischen Rhythmen und dancefloor-ausgerichteten Songs. Im Gespräch bezeichnet Bruno Garcia, der Mastermind der Truppe, die verschiedenen Stile der Karibik als sein Labor. Heute zieht es ihn immer mehr nach Westen, und nach Süden. Erst stand Mexiko gross auf der Reiseroute. Heute ist der südamerikanische Halbkontinent, insbesondere Kolumbien, sein Lieblingslabor.

Fast fünf Jahre hörte man in Europa kaum mehr was von ihm – zurückgelehnt hat er sich  überhaupt nicht. Das aktuelle Album «Una Y Otra Vez» liefert einen eindrücklichen Beweise, wie ein Musiker sich von einem fremden Kulturkreis beeinflussen lässt, ohne seine Eigenheiten zu verlieren. Bruno Garcia überzeugte live mit seiner 10-köpfigen Vollformation auch das Festivalpublikum der Afropfingsten in Winterthur.

Mit globalsounds.info unterhielt er sich in Winterthur nicht nur über seine aktuelle CD, sondern über den Brotjob und Alltag des modernen Musikers ganz allgemein. Warum es manchmal etwas weh tut, wenn man als DJ seine eigenen Songs auflegt, und wie man darüber hinweg kommt.

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Moussu T e Lei Jovents – neue Volkslieder aus La Ciotat

26. Juli 2011  
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Sie wohnen in La Ciotat und machen Musik zwischen Blues, Chanson und Gassenhauer. Jede der mittlerweile vier Studio-CDs von Moussu T et Lei Jovents bietet mindestens drei oder vier Ohrwürmer (siehe «Forever Polida» und «Putan de Cançon»). Mal sind es eher träumerische Chansons, mal sind es das was man in der Schweiz als «Lumpeliedli» bezeichnet: jeder kann sie mitsummen bis mitgröhlen, je nach Stimmungs- oder anderem Pegel.

Gitarrist Blu und Sänger Tatou geben Auskunft über die Absichten und Zufälle, die sie mit dieser Band erlebt haben. Erzählen, wie das Banjo zum wichtigen Dreh- und Angelpunkt des Bandsounds wurde, was sie von Bob Marley gelernt haben und warum ein Buch so wichtig war für die Band.

Claude McKay – Banjo

Der Roman erzählt die Geschichte eines banjo-spielenden Afro-Amerikaners den es in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts nach Marseille verschlug. McKay selber war ein unruhiger, hochfliegender Geist, und seine Bücher sind Grundsteine der Literaturgeschichte der afro-amerikanischen Literatur. «Banjo» gibt es nicht in deutscher Übersetzung. Die  englische Version liest sich aber flüssig, auch wenn McKay immer wieder jamaikanischen Slang in seine Sprache einbaut.

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Watcha Clan in aufgeräumter Stimmung

16. Juni 2011  
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Die Marseiller haben neben einem sehr ausgefüllten Tourplan doch noch Zeit gefunden, ihre neue CD «Radio Babel» zu produzieren. Ende März stellten sie es ihrem Heimpublikum zum ersten Mal live vor. Auch die Gelegenheit, nach Japan, Deutschland, oder den USA endlich wieder einmal zuhause aufzutreten – der Andrang war so gross, dass die Konzerthalle am Bab El Med Festival gut und gerne zwei Mal hätte gefüllt werden können.

Vor dem Konzert trafen sich Band und Presse zu einem lockeren Gespräch über die CD, unverhoffte Studiotakes, Kinderlieder, ein Blick in die Vergangenheit, Clubsounds & Politik, und Videos. Dabei ist insbesondere von einem Video die Rede: «We Are One», hier auf YouTube anzuschauen.

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Jahresrückblick 2010 – irgendwie ein Best Of

31. Dezember 2010  
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Am Ende eines Jahres wird ja gerne Bilanz gezogen. Generell kann ich sagen: 2010 war ein spannendes Jahr. Neue Sounds und Mixformen, die Tradition wird mehrfach und in allen Weltgegenden gebeugt, gedehnt aber nicht gebrochen. Ich versuche, keine Gewinnerliste zu erstellen, sondern lasse einfach nochmals das Jahr Revue passieren. Dies meine Auswahl:

Januar: Kottarashky – Opa Hey
Februar: Ali Farka Touré & Toumani Diabaté – Ali & Toumani
März: Wimme – Mun
April: Balkan Beat Box – Blue Eyed Black Boy
Mai: Mariem Hassan – Shouka
Juni: Ana Moura – Leva Me Aos Fado
Juli: Grupo Fantasma – El Existential
August: Enzo Avitabile – Napoletana
September: Moussou T E Lei Jovents – Putan de Cançon
Oktober: Antonio Zambujo – Guia
November: AfroCubism
Dezember: Christine Salem – Lanbousir

Und wie urteilen die KollegInnen?

Jede Redaktion hat ein etwas anderes Konzept. Spannend fand ich die Auswahl des Guardian von jenen CDs, die dieses Jahr irgendwie untergingen. Mondomix hat sich gleich für 50 Produktionen entschieden. Hier Teil 5, Teil 4, Teil 3, Teil 2, und die Favoriten. Spinner begnügt sich mit einer ganz kleine Auswahl, ebenso Worldmusic Central. SoundRoots ist etwas ausführlicher, und für RFI ist Weltmusik vor allem Musik aus Afrika. Hingegen fahren die World Music Charts Europe die volle 100er Liste aus.

Das Jahr ist voll, die Listen erstellt – wir freuen uns auf 2011!

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Africa – 50 Years of Music

19. Dezember 2010  
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2010 war das Jahr der grossen afrikanischen Unabhängigkeitsfeiern – obwohl diese wegen der unsicheren Weltlage fast untergingen. Aber für viele afrikanischen Staaten war es der 50. Geburtstag der eigenen Unabhängigkeit. Wohlverstanden, der politischen, und auf dem Papier unterzeichneten.

In vielen Befreiungskämpfen, aber auch in den anschliessenden Jahren der Selbstfindung spielte Musik eine grosse Rolle. Die Weltmusik-Label Syllart und Sterns, und die Radiostationen Radio France International RFI und France 24 haben zusammen aus diesem halben Jahrhundert Musik einen Sampler mit 18 CDs zusammengestellt.

Auf 18 CDs hat ja viel Platz, und doch vermisst man einige Künstler und Sängerinnen. Das hat zum einen mit dem Grundthema zu tun, denn nicht alle Musiker beschäftigten sich in ihren Songs mit Politik. Aber auch mit einigen auffäligen Abwesenheiten, z.B. Habib Koité oder Danyel Waro, ist diese, auch im zweisprachigen Booklet gut dokumentierte Sammlung, ein Fundus an bekannten Hits und unbekannten Songs. Mit einem Nachteil: Man braucht viel Zeit, um sich durchzuhören – aber was sind schon 20 Stunden im Vergleich zu 50 Jahre Unabhängigkeit.

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Thierry «Titi» Robin – Tonmaler zwischen den Kulturen

25. Juli 2010  
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Er ist Komponist, Saitenvirtuose und Arrangeur, und pendelt zwischen den Kulturen Afrikas, Europas und Asiens hin und her. Titi Robin ist in jeder Musikszene zuhause, gleichzeitig aber bleibt er an den Rändern der jeweiligen Kultur. Seine Projekte platziert er mit grosser Konsequenz auf den Schnittstellen zwischen den Kulturen.

Für den Qawwali-Sänger Faiz Ali Faiz hat er neue Musik zu traditionellen Sufi-Gedichten geschrieben. Das Projekt heisst «Jaadu», und wird in diesen Tagen am Stimmen-Festival in Lörrach und am Festival Glatt & Verkehrt in Krems live auf die Bühne gebracht. Im Gespräch erzählt Titi Robin, warum er sich ganz bewusst zwischen die Stile setzt, Fusions-Projekte nicht mag, und mit seinen Tönen gerne malt oder Gedichte schreibt.

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Freshlyground – frisch gemahlen und gut gemischt

21. Juli 2010  
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Sie waren während der Fussball-WM die musikalische Charme-Offensive Südafrikas: Freshlyground. Den offiziellen WM-Song «Waka Waka» von Shakira haben sie massgeblich mitgeprägt. In der Heimat bereits ein bekannter Pop-Act, versuchen sie nun auch in Europa Fuss zu fassen. Festivals und Open-Air stehen dieses Jahr auf dem Tourplan. Einmal waren sie dieses Jahr schon in der Schweiz, an Afropfingsten.

Vier weitere Termine in unsern Breitengraden stehen in den nächsten Tagen noch an, so am 24.7. 10 am Paléo in Nyon, und am 28.7. am Stimmen-Festival in Lörrach. Leider hat die WM-Hymne bislang verhindert, dass das aktuelle Album «Radio Africa» es auch bei uns bis in die Läden scahffte. Im Podcast: Ein Gespräch über Karriere, richtige Zeitpunkte, Erkältungen und was bisher geschah.

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Vieux Farka Touré – mit viel Druck freigespielt

16. April 2010  
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Der Sohn einer Gitarren-Ikone zu sein, ist nicht immer einfach. Vieux Farka, der Sohn von Ali Farka Touré, hat sich in den letzten Jahren aus dem Schatten seines Vaters frei gespielt. Sechs Jahre Bühnenerfahrung und zwei Studio-Produktionen haben der Musikwelt gezeigt: Ja, er spielt auch Gitarre, er singt auch, aber er hat einen eigenen Stil gefunden.

Sein erster Schweizer Aufritt anfangs April 2010 im Moods in Zürich zeigte eine rockige Truppe mit einem selbstsicheren Bandleader, der weiss, woher er kommt, und auch ziemlich genau, wohin die Reise gehen soll. Selbst technische Pannen werfen die Band nicht aus dem Takt, und das Zürcher Publikum feiert einen neuen, viel versprechenden Musiker. Einen der ehrlichsten Musikkritiker in der Schweiz, Nick Joyce, hat er auf jeden Fall überzeugt.

Auf seinem musikalischen Weg konnte Vieux auf die Mithilfe und den Rat von Könnern und Chefs  aus der Musikwelt Malis zählen: Afel Bocoum und Toumani Diabaté waren seine Lehrmeister, Bassekou Kouyaté ist sein Freund. Im Gespräch erzählt der junge Touré, wie diese Leute ihn unterstützt haben, und was seine nächsten Pläne sind.

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