Régis Gizavo spielt Farben und Gerüche

28. Juni 2013  
Gespeichert unter Podcast

Regis-Gizavo_2011_transmundial_globalsounds

Der Akkordeonist aus Tulear, Madagaskar, zieht eine musikalische Zwischenbilanz. «Ilakake» ist eine Verbeugung an die Heimat, und ein Aufbruch in die Welt.

Régis Gizavo nimmt sich Zeit für seine CD-Produktionen. Mit dem Effekt, dass seine CDs nicht so schnell verstauben. Er nimmt sich auch Zeit, von anderen Musikern zu lernen. Er ist ein Sammler und Jäger von Klangfarben und musikalischen Stimmungen.

Für seine jüngste Produktion hat er Musiker eingeladen, die seinen Klang-Wortschatz vergrössern. Gleichzeitig vertieft er seine Verbindung zur Heimat Madagaskar. Ilakake ist auch eine musikalische Träne: der Titelsong erzählt die  Geschichte eines Dorfes, das von der sogenannt wirtschaftlichen Entwicklung und der Gewinnung von Bodenschätzen geschändet wurde.

Play

Die okzitanische Sprache lebt in der Musik

29. Mai 2013  
Gespeichert unter Podcast

Ich konnte Mitte Mai eine Sendung für den Kulturkanal des Schweizer Radio realisieren: «Okzitanisch – die südfranzösische Sprache überlebt in der Musik». Dazu benutzte ich Material, welches ich rund um das Bab El Med Festival im März 2013 sammeln konnte.

Meine Gesprächspartner waren Laurent, Jocelyn und Clément von «Du Bartas», Myriam von «La Mal Coiffée», Manu Théron von «Lo Còr De La Plane» und Moussu T von «Moussu T Et Lei Jovents». Es ging darum, ein bisschen zu beleuchten woher die okzitanische Sprache überhaupt kommt, welche Rolle sie  seit den 70er Jahren in Südfrankreich übernommen hat, und warum alle froh sind, dass es kein okzitanisches Land gibt.

Ein kurzer Einblick in die südfranzösische Seele und warum diese einen freundlichen Bissreflex gegenüber der Kulturdefinition von Paris entwickelt hat. Der  Podcast dauert eine Stunde und kann über die Website der Sendung «Musik der Welt» von SRF Kultur herunter geladen werden.

Zum Download

Bob Brozman – eine Homage an den verstorbenen Slide-Gitarristen

3. Mai 2013  
Gespeichert unter Podcast

Bob Brozman war fasziniert von Saiteninstrumenten, auf denen man sliden konnte. Der König der National Steel Guitar und der Hawaii-Gitarre starb am 23. April in Ben Lomond. In rund 30 CD-Produktionen lebte er zwei Seiten seines Könnens aus: Zum einen war da die Liebe zum Blues, insbesondere zum Delta-Blues.

Zum anderen war er einer der experimentierfreudigsten Projektpartner rund um den Globus. Seine Aufnahmen führten ihn von Hawaii nach Papua Neu Guinea, nach Indien und Irland, nach La Réunion oder Senegal.

Der Podcast auf den musikalischen Spuren von Bob Brozman führt um den Planeten. Eine Verbeugung vor einem, der der Welt mit offenen Ohren, Schalk und grossem Können begegnete.

 

Play

Bonga – der Grandseigneur aus Angola

16. April 2012  
Gespeichert unter Podcast

Er hat soeben einmal mehr die Worldcharts erobert – und das mit 70 Jahren. Sein aktuelles Album heisst «Hora Kota». Bonga, die sanfte Reibeisenstimme aus Luanda singt über das Alter, und über Dinge die man nicht vergessen sollte. Im Gespräch geht es um Erinnerungen, Gedanken über das älter werden, über frühe Träume. Und wie wichtig es ist, ständig weiter für seine Sache einzustehen.

Play

Fatoumata Diawara – mit Talent, Glück und Überzeugung

4. Oktober 2011  
Gespeichert unter Podcast

Die junge Frau, zuhause in Bamako und Paris, ist eine neue Stimme des selbstbewussten Afrika. Sie ist noch nicht 30 Jahre alt, und hat schon die Zuschauer auf den Strassen, in den Theatern und Kinosälen mit ihrer Präsenz und ihrem Charme überzeugt. Auf den Konzertbühnen ist sie mit ihren eigenen Liedern auch bereits seit rund 3 Jahren unterwegs. Jetzt endlich die erste CD mit eigenen Liedern – «Fatou».

Das Album wäre eigentlich schon vor etwas über einem Jahr fast fertig gewesen, dann aber kam das Angebot von Nick Gold und seinem Label World Circuit – und wer würde schon diesem Produzenten widersprechen wollen, wenn er die Geschicke zur Lancierung einer Karriere in die Finger nehmen will. Er ist fast so was wie der Garant für Erfolg.

Als ich Fatoumata Diawara an Afropfingsten 2010 zum Gespräch im Backstage-Bereich traf, wusste sie zwar noch nicht genau wohin ihre Karriere als Sängerin sie führen würde. Aber sie konnte erzählen woher sie kommt, und sie wusste schon damals, wohin sie gerne gehen möchte.

Play

Sergent Garcia – Weltenwanderer und Groovejongleur

22. August 2011  
Gespeichert unter Podcast

Seit über 10 Jahren glänzt Sergent Garcia mit einem unverkennbaren Mix aus karibischen Rhythmen und dancefloor-ausgerichteten Songs. Im Gespräch bezeichnet Bruno Garcia, der Mastermind der Truppe, die verschiedenen Stile der Karibik als sein Labor. Heute zieht es ihn immer mehr nach Westen, und nach Süden. Erst stand Mexiko gross auf der Reiseroute. Heute ist der südamerikanische Halbkontinent, insbesondere Kolumbien, sein Lieblingslabor.

Fast fünf Jahre hörte man in Europa kaum mehr was von ihm – zurückgelehnt hat er sich  überhaupt nicht. Das aktuelle Album «Una Y Otra Vez» liefert einen eindrücklichen Beweise, wie ein Musiker sich von einem fremden Kulturkreis beeinflussen lässt, ohne seine Eigenheiten zu verlieren. Bruno Garcia überzeugte live mit seiner 10-köpfigen Vollformation auch das Festivalpublikum der Afropfingsten in Winterthur.

Mit globalsounds.info unterhielt er sich in Winterthur nicht nur über seine aktuelle CD, sondern über den Brotjob und Alltag des modernen Musikers ganz allgemein. Warum es manchmal etwas weh tut, wenn man als DJ seine eigenen Songs auflegt, und wie man darüber hinweg kommt.

Play

Moussu T e Lei Jovents – neue Volkslieder aus La Ciotat

26. Juli 2011  
Gespeichert unter Podcast

Sie wohnen in La Ciotat und machen Musik zwischen Blues, Chanson und Gassenhauer. Jede der mittlerweile vier Studio-CDs von Moussu T et Lei Jovents bietet mindestens drei oder vier Ohrwürmer (siehe «Forever Polida» und «Putan de Cançon»). Mal sind es eher träumerische Chansons, mal sind es das was man in der Schweiz als «Lumpeliedli» bezeichnet: jeder kann sie mitsummen bis mitgröhlen, je nach Stimmungs- oder anderem Pegel.

Gitarrist Blu und Sänger Tatou geben Auskunft über die Absichten und Zufälle, die sie mit dieser Band erlebt haben. Erzählen, wie das Banjo zum wichtigen Dreh- und Angelpunkt des Bandsounds wurde, was sie von Bob Marley gelernt haben und warum ein Buch so wichtig war für die Band.

Claude McKay – Banjo

Der Roman erzählt die Geschichte eines banjo-spielenden Afro-Amerikaners den es in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts nach Marseille verschlug. McKay selber war ein unruhiger, hochfliegender Geist, und seine Bücher sind Grundsteine der Literaturgeschichte der afro-amerikanischen Literatur. «Banjo» gibt es nicht in deutscher Übersetzung. Die  englische Version liest sich aber flüssig, auch wenn McKay immer wieder jamaikanischen Slang in seine Sprache einbaut.

Play

Watcha Clan in aufgeräumter Stimmung

16. Juni 2011  
Gespeichert unter Podcast

Die Marseiller haben neben einem sehr ausgefüllten Tourplan doch noch Zeit gefunden, ihre neue CD «Radio Babel» zu produzieren. Ende März stellten sie es ihrem Heimpublikum zum ersten Mal live vor. Auch die Gelegenheit, nach Japan, Deutschland, oder den USA endlich wieder einmal zuhause aufzutreten – der Andrang war so gross, dass die Konzerthalle am Bab El Med Festival gut und gerne zwei Mal hätte gefüllt werden können.

Vor dem Konzert trafen sich Band und Presse zu einem lockeren Gespräch über die CD, unverhoffte Studiotakes, Kinderlieder, ein Blick in die Vergangenheit, Clubsounds & Politik, und Videos. Dabei ist insbesondere von einem Video die Rede: «We Are One», hier auf YouTube anzuschauen.

Play

Jahresrückblick 2010 – irgendwie ein Best Of

31. Dezember 2010  
Gespeichert unter Podcast

Am Ende eines Jahres wird ja gerne Bilanz gezogen. Generell kann ich sagen: 2010 war ein spannendes Jahr. Neue Sounds und Mixformen, die Tradition wird mehrfach und in allen Weltgegenden gebeugt, gedehnt aber nicht gebrochen. Ich versuche, keine Gewinnerliste zu erstellen, sondern lasse einfach nochmals das Jahr Revue passieren. Dies meine Auswahl:

Januar: Kottarashky – Opa Hey
Februar: Ali Farka Touré & Toumani Diabaté – Ali & Toumani
März: Wimme – Mun
April: Balkan Beat Box – Blue Eyed Black Boy
Mai: Mariem Hassan – Shouka
Juni: Ana Moura – Leva Me Aos Fado
Juli: Grupo Fantasma – El Existential
August: Enzo Avitabile – Napoletana
September: Moussou T E Lei Jovents – Putan de Cançon
Oktober: Antonio Zambujo – Guia
November: AfroCubism
Dezember: Christine Salem – Lanbousir

Und wie urteilen die KollegInnen?

Jede Redaktion hat ein etwas anderes Konzept. Spannend fand ich die Auswahl des Guardian von jenen CDs, die dieses Jahr irgendwie untergingen. Mondomix hat sich gleich für 50 Produktionen entschieden. Hier Teil 5, Teil 4, Teil 3, Teil 2, und die Favoriten. Spinner begnügt sich mit einer ganz kleine Auswahl, ebenso Worldmusic Central. SoundRoots ist etwas ausführlicher, und für RFI ist Weltmusik vor allem Musik aus Afrika. Hingegen fahren die World Music Charts Europe die volle 100er Liste aus.

Das Jahr ist voll, die Listen erstellt – wir freuen uns auf 2011!

Play

Africa – 50 Years of Music

19. Dezember 2010  
Gespeichert unter Podcast

2010 war das Jahr der grossen afrikanischen Unabhängigkeitsfeiern – obwohl diese wegen der unsicheren Weltlage fast untergingen. Aber für viele afrikanischen Staaten war es der 50. Geburtstag der eigenen Unabhängigkeit. Wohlverstanden, der politischen, und auf dem Papier unterzeichneten.

In vielen Befreiungskämpfen, aber auch in den anschliessenden Jahren der Selbstfindung spielte Musik eine grosse Rolle. Die Weltmusik-Label Syllart und Sterns, und die Radiostationen Radio France International RFI und France 24 haben zusammen aus diesem halben Jahrhundert Musik einen Sampler mit 18 CDs zusammengestellt.

Auf 18 CDs hat ja viel Platz, und doch vermisst man einige Künstler und Sängerinnen. Das hat zum einen mit dem Grundthema zu tun, denn nicht alle Musiker beschäftigten sich in ihren Songs mit Politik. Aber auch mit einigen auffäligen Abwesenheiten, z.B. Habib Koité oder Danyel Waro, ist diese, auch im zweisprachigen Booklet gut dokumentierte Sammlung, ein Fundus an bekannten Hits und unbekannten Songs. Mit einem Nachteil: Man braucht viel Zeit, um sich durchzuhören – aber was sind schon 20 Stunden im Vergleich zu 50 Jahre Unabhängigkeit.

Play

Seiten: 1 2 3 »Nächste