22. Afro-Pfingsten – African Music & Women Voices

13. Juni 2011  
Gespeichert unter Reportagen + Slideshows

Eine enthusiastische Eröffnung, eine Brise aus Kairo, rockige Gitarrentöne aus Mali, Afropop aus Guinea, Disco-Stürmerin à la Jamaica, die Diva aus Bamako, Soul aus Berlin und soziales Songwriting made in Hamburg – etwas für alle?

Das Programm startete am Sonntag-Nachmittag bereits um 13.30 Uhr mit dem Familienprogramm, resp. dem Tanz-Theater Café au Lait. Ein akustisch, tänzerisch und theatralisches Märchen rund um den Baobab, von leuchtenden Kindergesichtern erzählt. Grandios.

Dann wehte eine Hauch Ägypten durch die Sulzerhalle. Hossam Ramzy und seine Truppe brachten klassische Lieder und Bauchtanz in die nachmittägliche Halle, für viele eine Erstbegegnung mit diesem Musik-Stil. Vieux Farka Touré wusste nicht genau, ob sein rockiges, gitarrenlastiges Set beim Publikum ankam. Und ich muss ihm recht geben – es war wohl am Familiennachmittag mit vielen spielenden Kindern in der Halle zu früh angesetzt. Beide Auftritte hätten eine andere Tageszeit und somit ein anderes Publikum verdient.

Engagierte Frauen

Den Frauen gehörte der Abend. Maciré Sylla und ihr Afropop aus Guinea hatten erst mal mächtig mit der Technik zu kämpfen. Je besser der Sound wurde, umso mehr stieg die Stimmung – toll hingekriegt. Dann eine stilistische Kehrtwende: Diana King aus Jamaika sang sich mit ihrer Truppe durch das (Disco)-Repertoire der letzten 30 Jahre, solide, aber gefällig.

Der grosse Star des Abends war die Stimme Aus Bamako: Oumou Sangaré. Die Diva führte vor allem die Songs der letzten CD «Seya» im Repertoire, wurde von einer kompakten Truppe unterstützt und brachte Afrika in die Halle zurück. Eindeutig der musikalische Höhepunkt des Abends. Auch wenn anschliessend Joy Denalane mit ihrer schon-fast-Big-Band deutschen Soul vom momentan Besten bot: Es war wohl eher was für ihre Fans. Mir war’s zu unverbindlich, und zu undifferenziert.

Unity

Einen positiven Schlusspunkt setzte dann Nneka aus Hamburg, resp. Nigeria. Mit ihrem Mix aus Rap (Lauryn Hill lässt grüssen), Blu Funk (Keziah Jones lässt grüssen) und sozialem Songwriting (Tracy Chapman lässt grüssen) setzte sie einen würdigen Schlusspunkt für diese Festival. Sie war die einzige, die auf den kalendarischen Termin, also Pfingsten, auch in einer Ansage ausführlich einging. Die Botschaft von Pfingsten – «und sie wurden alle mit Heiligem Geist erfüllt» – übersetzte Nneka so: Unity – und das bitte möglichst sofort!


Afro-Pfingsten 10. – 12. Juni 2011, Winterthur

27. Mai 2011  
Gespeichert unter Drum herum

Über Pfingsten wird Winterthur jeweils zum Afrika der Schweiz. Die Themenschwerpunkte der drei Konzerttage haben sich bewährt. Freitag Abend heisst’s Roots & Reggae, am Samstag ist Global Night angesagt und der Sonntag steht ganz im Zeichen von Afrika und seiner Diaspora, wobei der Abend den Ladies gehört.

Mit Inner Circle aus Jamaika und Alpha Blondy von der Elfenbeinküste kommen Reggae-Ikonen in die Sulzerhalle 53. Und mit Culture ist eine Band mit dabei, die gleichfalls Kultstatus hat. Die jüngeren Interpreten sind Julian Marley und drei führende Exponenten der starken, hiesigen Reggaeszene: Elijah, Dodo und Knackebowl.

Weiterlesen

African Soul Night – gut gelauntes Staraufgebot

1. Juni 2009  
Gespeichert unter Drum herum

Die dritte Nacht am Afro-Pfingsten Festival in Winterthur bot hochkarätige Stars, die gut gelaunt ihr Publikum in Schwung hielten. Den Soundmischern wäre aber ab und an etwas Zurückhaltung zu empfehlen.

Weiterlesen

Latin-Night, ein Spaziergang und ein ethnologischer Einwurf

31. Mai 2009  
Gespeichert unter Drum herum

Am zweite Konzertabend des Afro-Pfingsten Festivals in Winterthur ragte der Auftritt der peruanischen Truppe Novalima heraus. Die NZZ am Sonntag, resp. David Signer spazierte derweil durch die von Marktständen und Essbuden überstellte Altstadt, und verteilt an die Gutmeinenden heilsame Kopfnüsse.

01

Doch gehen wir erst chronologisch durch den Abend.

02

Der Abend unter dem Motto „Noche Latina“ wurde von der Tänzerin und Sängerin Regina Ribeiro aus Bern eröffnet – ein zwiespältiger Auftritt, irgendwo zwischen Konzept und gutem Willen. Aber leider waren Musik, kurze Tanzeinlagen und Gastauftritte befreundeter Musiker ohne erkennbaren Zusammenhalt. Auch die Musik wirkte seltsam intellektuell und ohne Lebenssaft.

03

Da hatten es die Herren des Orquesta Aragon einfacher: Sie spielen ihre Cha Cha Chas und Rumbas trotz über 50zig-jähriger Routine herzlich, engagiert und charmant. Für den weiblichen Charme-Tupfer holten sie Afia Mala aus Togo und Benin auf die Bühne.

04

Lariba mischen Kulturen und musikalische Stile wild durcheinander: Mexiko, Kuba, HipHop, Salsa, Schweiz, Ragga. Hier geht es um den Spass und um stark gewürzte Lebensfreude, das Publikum liess sich dankbar vom Groove anstecken.

05

Die Überraschung des Abends waren Novalima aus Peru, einigen vielleicht dank ihres Albums «Coba Coba» bereits bekannt. Live schaltet die mittlerweile 9-köpfige Truppe noch zwei Gägen höher: Was auf der Produktion im Lounge-Stil daher kommt, wird auf der Bühne zum Elektronik-Gewitter. Vertrackte peruanische Rhythmen und Techno-Loops ergänzen sich bestens. Publikum – und wie später im Interview zu erfahren war, auch die Band – genossen das Konzert sichtlich.

06

Einen harten Stand hatten Madera Limpia. Ihr Kuba-HipHop Mix wirkte zerfahren. Mit Energie alleine rettet man leider keine Songs.

07

Für die Orishas wurde der Auftritt zu einem Heimspiel (sie sind ja fast alle 6 Monate mal in der Umgebung von Zürich zu sehen und zu hören). Ganz klar Publikumsmagnet, und Liebling vor allem der jüngeren Konzertbesucher, lieferten sie einen routinierten Gig, der aber ständig zwischen Ups und Downs hin und her pendelte.

Die Altstadt ist voll

In den Gassen der Winterthurer Altstadt pilgern die Besucher im zeitweise schleppenden Lemming-Schritt vom Inder zum Schamanen, vom Trommler zum Bananenbier, und von den Glasperlen zum Solarkocher. Wir nehmen laden ein auf einen virtuellen Gang durch die Gassen, bitten aber auch darum, die Gedanken aus der NZZ am Sonntag zu lesen: Hier denkt David Signer über post-kolonialistisches Verhalten unsererseits nach, und verteilt heilsame Ohrfeigen:

Eine Veranstaltung wie Afro-Pfingsten ist ein Spiegel. Nicht ein Spiegel Afrikas, sondern von uns selbst. Denn die Marktfahrer inszenieren einfach das, was ankommt. Und wir – eigentlich hängen wir immer noch demselben Afrikabild an wie vor zwanzig oder fünfzig Jahren. Kein Wunder, bleiben viele Afrikaner, und gerade die «Integrierten», diesem Spektakel fern. Sie lassen sich nicht gerne diese Labels anhängen, diese wohlgemeinten «Multikulti»-Etiketten, diesen positiven Rassismus, der die Menschen nicht mehr nach Rassen, aber fein säuberlich nach Kulturen ordnet.

Der ganze Artikel ist hier nachzulesen – wärmstens empfohlen!

20. Afro-Pfingsten Festival Winterthur – der Reggae-Abend

30. Mai 2009  
Gespeichert unter Drum herum

Der erste Konzertabend in der Halle 53 auf dem Sulzer-Areal in Winterthur. Reggae aus Jamaica, USA, Elfenbeinküste, Burkina Faso, Senegal und der Schweiz war angesagt. Die Subwoofer standen bereit. Weiterlesen