Amina Alaoui – Arco Iris
9. Oktober 2011
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Eine melancholische Erinnerung an eine Zeit, die vor tausend Jahren den Westen der Mittelmeerregion prägte. Gleichzeitig eine moderne Interpretation von Musikgeschichte.
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Fado Al-Mu’tamid, Las Morillas de Jaén, Arco Iris
Amina Aloui wurde in Fes geboren und wuchs sehr früh in die andalusische Musik hinein. Wobei hier nicht das heutige Andalusien gemeint ist, sondern das Al-Andalus vor 1000 Jahren, als der Süden der iberischen Halbinsel eine Provinz erst des Kalifats und später verschiedener Berber-Königshäuser war. Für die Region war es eine Zeit von wirtschaftlicher und kultureller Blüte. Aus der Musik die damals gespielt wurde, und die heute zusammenfassend als Gharnati bezeichnet wird, entwickelten sich viel später Stile wie der spanische Flamenco oder den portugiesische Fado.
Trio Ifriqiya – Petite Planète
21. Oktober 2009
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Al-Andaluz liegt historisch gesehen schon einige Jahrhunderte zurück, musikalisch hingegen ist diese Kulturepoche immer noch sehr gegenwärtig.
Fayçal El Mezouar, Oud- und Geigenspieler, Sänger und Perkussionist aus Algerien ist der Dreh- und Angelpunkt des Trio. Als Schüler der Ecole El Kordobia de Tlemcen kennt er den klassischen Kanon der arabisch-andalusischen Musiktradition. Also aus jener Kulturepoche zwischen dem 10. und 15. Jhd., als ein grosser Teil Spaniens unter moorischer Herrschaft wirtschaftlich und kulturell aufblühte, die Religionen friedlich zusammenlebten. Der Einmarsch der christlichen Heere und der Inquisition vertrieb darauf die Araber in den Magreb, die sephardischen Juden in alle Windrichtungen.
Jon Balke, Amina Alaoui – Siwan
4. August 2009
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Ein norwegischer Pianist, eine marokkanische Sängerin, ein algerischer Geiger, Gedichte, die beinahe 1000 Jahre alt sind, produziert für das ECM-Label – das sind die Eckpfeiler einer ergreifenden Klangreise.
Weder ist es Jazz, noch ist es Musik-Ethnologie, obwohl beide Elemente in den Kompositionen zu finden sind. Jon Balke betont in einem Interview bei Spinner, dass es sich bei den Aufnahmen in keinster Weise um traditionelles Material handelt. Aber sowohl Komponist wie Sängerin bauen auf musikalischen Techniken, die aus der Zeit zwischen dem 8 Jhd. und dem 15 Jhd. stammen, als die iberische Halbinsel arabische Herrscher hatte und den Namen Al Andalus trug. Von hier ausgehend entwickelten sich in beiden Kulturen unterschiedliche Musiktraditionen, mit einer Gemeinsamkeit: Ein Teil der Stücke ist jeweils vorgegeben, der andere Teil ist Improvisation. Bei uns in Europa ist diese Zeit eine der Hauptquellen für die gesamte Musik des Barock.



