Wiener Tschuschenkapelle – Haus am Wasser
10. September 2010
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Weit ist der Osten, und Musik aus der Balkanregion muss nicht erst durch die Sequenzer, um ins Herz zu treffen. Das belegt einmal mehr die Tschuschenkapelle mit ihrem 15. Album.
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Wie A Hund, Ne Se Beli Mare Mori, Ciganka Sam Mala
Im Zentrum der Tschuschenkapelle steht Sänger und Gitarrist Slvako Ninić. Seit über 20 Jahren pflegen er und seine Mitstreiter die Musiktradition zwischen der Ostsee und Kreta. Obwohl «Tschusch» ein Schimpfwort für Zugewanderte aus dem Balkan ist, gibt es kaum eine wienerischere Band als die Tschuschenkapelle. Inmitten des Balkan-Brass-Techno-Hypes steht die Truppe für das Lied, für Schmeicheleien und Herz-Schmerz-Transfer jenseits von Kitsch und Karriere-Strategie.
Verschiedene InterpretInnen – Sevdalinka
10. Juli 2010
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In die musikalische Familie von Blues, Fado, Morna oder Tango gehört unbedingt auch Sevdalinka. Dieser Sampler mit Melodien aus Bosnien-Herzegowina und dem weiteren Balkan ist wie eine Beweisführung.
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Avdo Lemeš feat. Theodosii Spassov: Sinoć sam ti, Safo, Dvoru dolazio / Jadranka Stoković and Natsuko Kido Duo feat. Naoki Kita: Što te nema / Muammer Ketencoğlu: Pokraj Vrela Ploća B’jela Mermera
Egal ob aus dem Delta des Mississippi oder von den Küsten der Kapverden, die Sehnsucht ist fühlbar, weit über die Sprache hinaus. Dieses musikalische Herzweh und die Sehnsucht geht direkt vom Ohr ins Herz. Die Namen der Interpreten werden den wenigsten etwas sagen, die besungenen Gefühle jedoch versteht jeder. Das zeigen Interpretation aus dem Herkunftsgebiet aber auch aus Deutschland oder der Türkei.
Balkan Grooves
6. Februar 2010
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«Holen wir’s uns zurück» ist eine der Aussagen dieser Produktion – oder anders gefragt: Warum sollen Balkan Beats nur im Westen remixed werden?
Bisher verlief die Produktionsschiene ja einbahnmässig von Osten nach Westen: Die Gypsy-Formationen und Balkan Brass Orchester waren für die handwerkliche Seite, das «Material» zuständig, in den Computern der DJs aus dem Westen wurde daraus die Tanzmusik für die Clubs gebraut (und Geld verdient). Nun holen sich die DJs aus dem Osten «ihre» Sounds zurück und zeigen, wie sie’s gerne gemixt hätten. Und es heisst auch öfters «sample the Sampler» und «remix the Remixer». So wird aus der Einbahnstrasse ein reger Grenzverkehr.
La Cherga – Fake No More
10. November 2009
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Wenn die Nabelschnur in die ehemalige Heimat digitalisiert wird, Gegenwart sich in die Erinnerung einmischt, entstehen Sound-Landschaften wie diese.
Die Bandmitglieder von La Cherga wurden alle auf die eine oder andere Art von den Balkankriegen in die Flucht getrieben. Mal war es der frühere, grassierende Nationalismus, mal war es die spätere Aggression. Sie kamen irgendwie nach Österreich, wählten Graz als Basis, und bauten dort eine Dub-Variante ihrer eigenen musikalischen Sozialisation. Als Kroaten, Bosnier und Mazedonier brauten sie mit Zutaten aus der Electronica-Clubkultur und jamaikanischer Sehnsucht so was wie eine Erinnerungsschleife in Dub.
Balkanbeats 3
15. April 2009
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Kann die bewährte Formel zum dritten mal aufgehen? Sie tut’s und bringt auch noch Überraschungen.
Man könnte denken, dass die Formel: Balkan-Grooves, plus traditionelle Melodie, plus Technologie und das Ganze tempomässig noch etwas hochgeschraubt, seinen Zenith längst erreicht hat. Noch nicht ganz kann man nach dieser Zusammenstellung sagen – mit einer Einschränkung: Wo Sequenzer vorlaut den Ton angeben ist die Luft etwas dünn geworden. Nichts gegen die Mischpult-Artisten wie Max Pashm oder Shantel, die machen perfekte Mixes für den Dancefloor.




