Shantel – Planet Paprika
4. September 2009
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Wir leben ja in einem Recycling-Zeitalter, aber man sollte nicht schlecht abkupfern und es als Kreativität verkaufen. Shantel macht’s trotzdem und produziert Langeweile.
Unbestritten hat DJ Shantel Lob verdient für seine Spürnase. Er kleidete zusammen mit seinem Mitstreiter Marcus Darius die Balkanbands von Fanfare Ciocarlia bis Taraf de Haidouks in Tanzkleider und brachte sie auf den Dancefloor. Seit der ersten «Bucovina Club»-Produktion sind sechs Jahre vergangen und Shantel hat sich von seinen Inspirationsquellen entfernt. Bereits die Vorgänger-Produktion «Disko Partizani» kam als Soloprojekt mit Gästen daher – allerdings griff Shantel noch auf traditionelles Songmaterial zurück.
LaBrassBanda – das Gebläse aus dem Chiemgau
19. August 2009
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Fünf junge Musiker haben mit entwaffnendem Charme am letzten Konzertabend beim Festival Alpentöne in Altdorf das Publikum erobert. LaBrassBanda trugen ihren Mix aus Blechharmonie, Funk, Rock und bayrischem Witz mühelos von der Bühne ins Publikum: Es war eines der wenigen Konzerte, bei denen es diverse BesucherInnen nicht mehr auf den Bänken hielt, dass sie tanzen mussten.
Was vor zwei Jahren ohne konkreten Plan oder klare Absicht anfing, ist heute eine erfreuliche Erfolgsgeschichte. Frontmann Stefan Dettl erzählt globalsounds.info einige wichtige Erlebnisse auf dem Weg aus dem klassischen Konzertsaal auf die Festival-Bühne von Roskilde.
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Rotfront – Emigrantski Raggamuffin
6. August 2009
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Im Lineup fehlt ein Name: Berlin. Ohne die Stadt und seine Partynächte gäbe es diese Band nicht.
Rotfront ist ein Kollektiv um Yurihy Gurzhy und Simon Wahorn. Ersterer ist die eine Hälfte von RussenDisko, der Andere betreibt das HungaroGroover Soundsystem. Fix gehört zur Truppe auch die Schauspielerin/Sängerin Dorka Gryllus und der Rapper Mad Milian. Dazu kommt das Akkordeon von Daniel Kahn, eine Bläsertruppe die auf den Punkt spielt, und mit Stix Pfenning ein Drummer, der zwischen Drum’n’Bass und Hau-schnell-das-Fell zuhause ist.
Dino Saluzzi & Anja Lechner – Ojos Negros
21. Juli 2009
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Ein Bandoneon, ein Cello und ganz viel Atem in und zwischen den Melodien – «Ojos Negros» ist kein Tango Album für Tänzer, sondern für Lauscher.
Dino Saluzzi und Anja Lechner spielen schon seit über zehn Jahren in verschiedenen Formationen miteinander. Dies ist ihr erstes Duett-Album, die gemeinsame Suche nach dem, was tief im Inneren den Tango ausmacht. Anja Lechner erzählt, dass sie über die Jahre immer wieder mit dem Bandoneon-Virtuosen alte 78ziger Schellack-Aufnahmen der Tango-Legenden angehört, und sich so die unterschiedlichsten Annäherungsweisen an den Tango er-hört habe.
Ersatzmusika – Songs Unrecantable
19. Juni 2009
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Wenn das Heim- oder Herzweh dich ins Glas drückt, die Vergangenheit verwelkt ist, dann ist die richtige Zeit, dieses Album aufzulegen. Melancholie aus dem Osten.
Dreh- und Angelpunkt von Ersatzmusika ist die Malerin, Schreiberin und Musikerin Irina Doubrovskaja. Sie hat einige ehemalige Landsleute in ihrer jetzigen Heimat Berlin um sich geschart. Die Anfänge der Band beschrieb sie als eine Art vertonte Briefe. Als die Möglichkeit, mit all jenen Freunden in Kontakt zu bleiben, welche die Sowjetunion ausgespukt und in alle Ecken der Welt verstreut hatte. Genaueres liest man bei laut.de. Eine andere Beschreibung ihrer Musik versucht Irina auf MySpace: post-soviet urban folk from Berlin.
Balkanbeats 3
15. April 2009
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Kann die bewährte Formel zum dritten mal aufgehen? Sie tut’s und bringt auch noch Überraschungen.
Man könnte denken, dass die Formel: Balkan-Grooves, plus traditionelle Melodie, plus Technologie und das Ganze tempomässig noch etwas hochgeschraubt, seinen Zenith längst erreicht hat. Noch nicht ganz kann man nach dieser Zusammenstellung sagen – mit einer Einschränkung: Wo Sequenzer vorlaut den Ton angeben ist die Luft etwas dünn geworden. Nichts gegen die Mischpult-Artisten wie Max Pashm oder Shantel, die machen perfekte Mixes für den Dancefloor.
Ablaye Cissoko und Volker Goetze – Sira
9. April 2009
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Eine ruhige Grenzwanderung zwischen Kontinenten und Stilen, viel Raum und Gelassenheit. Dieses Album findet immer wieder seinen Weg zurück in den CD-Player.
In Saint-Louis, Senegal, ist Ablaye Cissoko zuhause. Dort traf er 2001 den Trompeter Volker Goetze. Was als Vorkonzert für einen Auftritt von Youssou N’Dour begann, setzte sich über die Jahre fort, wurde zu einer Freundschaft, einem Film, einem kulturellen und sozialen Engagement und fand einen ersten Gipfel in dieser gemeinsamen Produktion. Respekt ist die Grundlage der Zusammenarbeit, musikalisches Aufeinander-Zugehen der Bauplan dieser ruhigen Töne. Wobei die Trompete der Kora in vielen Arrangements den Vortritt lässt.
17 Hippies – El Dorado
15. März 2009
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Die Hippies, die keine sind (ausser einem), und nicht 17, sondern bei diesem Album 13, vergrössern ihren musikalischen Garten, der schon immer eine abenteuerlich wuchernde Sonderzone war.
Schmelztiegel ist eigentlich der falsche Ausdruck. Denn da würden ja die Einzelteile zusammen geschmolzen. Die Kunst des Berliner Orchesters geht da etwas feiner vor: Nicht verschmelzen, aber ineinander schmelzen, so das jeder Teil noch als solches erkennbar ist. Oder wie es die Hippies selber definieren: Grossstadtmelancholie mit Tanzmusik vermischen. Und dabei ist es egal, woher der Rhythmus kommt, die melodische Anleihe. So tönt ein türkisch-cajunmässiger Song in hessisch gesungen beinahe wie eine Klezmer-Tanzmelodie. Und die Country-Hoppsassa-Nummer «Six green bottles» erhält untypische, osteuropäische Harmonie-Zuschüsse.
Zuco 103 – After the Carnaval
29. Dezember 2008
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Das holländisch-deutsch-brasilianische Trio rückt die Sequenzer in den Hintergrund und setzt auf akustische Instrumente. Das ganze heisst trotzdem noch Brazilectro, allerdings mit etwas freierem Atem.
Es ist das sechste Album der transatlantischen Soundmischer. Und die Zeiten von Drum’n'Bass oder TripHop scheinen vorbei zu sein. Vielleicht holt das Trio aber einfach nur nach einer weiteren Seite aus, versucht sich auf akustischem Territorium, um der drohenden Versenkung in der Schublade namens Brazilectro zu entgehen. Für Überraschungen sind die Drei jedenfalls immer zu haben. Dass sie dabei jeweils einige Fans vor den Kopf stossen, nehmen sie wohl einfach in Kauf.

