14. – 16. Januar 2010 – 1. Norient Musikfilm Festival Bern

5. Januar 2010  
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1_norient_musikfilm_festivalThomas Burkhalter und Michael Spahr von norient.com bringen neue Bilder und Töne aus der Welt der globalisierten Kultur in die Reitschule Bern. Die Digitalisierung und Vernetzung unseres Planeten hat in wenigen Jahren ganz neue Kunstformen geschaffen. Zusammenarbeit über’s Internet gehört heute ebenso dazu wie die Verwischung von Herkünften: Lateinamerika kann in Osteuropa stattfinden, Amerikaner spielen Khmer-Rock, und Afrika mischt die Dancefloors des Westens auf.

Filme stehen im Zentrum des 1. Norient Festivals vom 14.- 16. Januar. Drei Beispiele: In «Sleepwalking through the Mekong» begleitet die Kamera die USA-Surf-Khmer-Rocker von «Dengue Fever» auf eine Reise durch Kambodscha, der Heimat ihrer Sängerin Chhom Nimol. «Bejing Bubbles» zeigt Porträts aus Pekings Musik-Untergrund. «Sou feia mas tô na moda – I’m ugly but trendy» beleuchtet das Leben der Funkeiras, der Sängerinnen und Tänzerinnen des Baile Funk aus Brasilien. Das vollständige Programm mit Links zu allen Filmen kann hier als pdf (700 KB) herunter geladen werden.

Das Festival bringt aber nicht nur Filme, sondern auch das Aktuellste aus der Clubszenen von England, Polen, Angola oder Deutschland. So sind Radioclit aus London am Freitag im Dachstock, aus München DaladalaSoundz oder DJ Mpula mit seinen Kuduro und Kwaito Sounds. Auf der homepage von Norient oder ihrem Auftritt bei Facebook sind sämtliche Informationen, Trailers etc. abholbar.

Yverdon – Sensationelle Konzerte ohne Publikum

7. September 2009  
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Es ist nicht nachzuvollziehen: Ein wirklich spannendes Lineup, aber fast kein Publikum. Bonga, Da Cruz, La Cherga, Justin Adams & Juldeh Camara, Ba Cissoko auf der Bühne des Worldmusic Festivals  Yverdon – und pro Konzert-Abend rund hundert Nasen im Publikum. Es kann nicht daran liegen, dass in der Romandie Worldmusic keine Freunde mehr hat. Die Kommunikation für das Festival scheint auf einem anderen Planeten gelaufen zu sein, nur nicht in Yverdon, der Romandie, der Schweiz.

Am Freitag war ich noch nicht vor Ort, aber das Bild sei dasselbe gewesen, wie ich es dann am Samstag antraf: Professionelle und engagierte Bands auf der Bühne: La Cherga, Besh-o-Drom, und Vagalatschk boten Gypsy-Sounds mit Drive, Elektronik und vollem Einsatz. Das enthusiastischste Publikum soll aus jenen Musikern bestanden haben, die gerade nicht auf der Bühne standen….

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Mehr Leute am Samstag? Leider nein. Lucy Acevedo führte mit viel Elan durch ein peruanisches Programm. Die vertrackten Rhythmen aus dem Nordwesten Südamerikas scheinen in diesem Jahr wirklich das Anden-Panflöten-El-Condor-Pasa-Klischee aus der Vorurteil-Schublade räumen zu können. Zwei Gitarren, ein Bass, zwei Perkussionisten und eine engagierte Stimme – fertig ist die Party.

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Mit 30 Jahren Bühnenerfahrung in der Tasche zeigte Bonga, dass sich auch mit einem kleinen Publikum ein grosses Fest feiern lässt. Er bot den Anwesenden ein herzliches Clubkonzert voller Charme und Schalk. Seine Moderation zwischen den Stücken hätte auch an der Bar stattfinden können, so direkt und persönlich unterhielt sich der Altmeister mit dem Publikum. Nur um dann gleich wieder seinen zur Dizanka zu greifen – der angolanischen Version eines Guiro - und das nächste Feuerwerk anzuzünden.

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Jetzt, wo die Beine schon warm getanzt waren, setzten Da Cruz aus Bern noch einen drauf. Die auf mittlerweile fünf Bühnen-Musiker gewachsene Live-Band bot elektronisch getriebene Barzil-Grooves vom feinsten. Punktgenaues Schlagzeug, Gitarre und Trompete lieferten das analoge Gegengewicht zu den Beats und Loops von Ane Hebeisen. Auf diesem Soundteppich könnte Mariana Da Cruz – und das standfeste Zuschauer-Häufchen -  abtanzen.

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Mehr Leute am Sonntag? Schon wieder nichts. Es ist zum heulen. Aber die Musik durchs Band weg oberste Spielklasse! Eröffnet wurde der Abend durch ein schlagfreudiges Duo: Auf der einen Seite einer der angesehensten Balafonspieler Westafrikas, Lansiné Kouyaté, auf der andern Seite einer der experimentierfreudigsten Vibraphonisten Frankreichs, David Neerman. Die beiden klopften Rhythmen und Melodien aus der Tradition beider Kontinente bis in den Jazz hinein.

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Aus Guinea dann der Kora-Virtuose Ba Cissoko. Er führt eine kompakte Band an, die von den Mandingo-Grooves über Highlife-Geflitter bis in den knallharten Rock hinein alles drauf hat. Dass sein Solist Sékou Kouyaté seine Kora elektrifizierte, und die direkt abgenommenen Töne bei Bedarf auch durch Wah-Wah oder Verzerrer jagt, dürfte den Vätern zuhause die Haare zu Berge stehen lassen. Aber für junge Ohren ist das nicht anderes als eine logische musikalische Entwicklung. Was die Jungs auf ihrer letzten CD an Dynamik vermissen liessen, machten sie auf der Bühne mehr als wett.

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Für Justin Adams und Juldeh Camara muss der Auftritt ein seltsamer Traum gewesen sein – in zwei Tagen werden sie zusammen mit Robert Plant vor 100’000 in der O2-Arena in London auftreten, sie wurden in den letzten zwei Jahren mit Auszeichnungen und Preisen nur so überhäuft – und in Yverdon spielen sie mit absoluter Professionalität und hohem Engagement für ein Publikum von 40 Leuten.

Um es kurz zu machen: Für mich war es das Konzert des Jahres! Das Zusammenspiel von Juldeh Camaras Wüstengeige Riti mit Justin Adams Rockgitarre ist sowas von verblüffend, logisch und spannend, dass einem wirklich nur noch die Ohren schlackern und das Herz lacht. Das ist Rock-Musik für eine globalisierte Welt.

Worldmusic Festival Yverdon, 4. – 6. September

19. Juni 2009  
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yverdonDas Festival am oberen Ende des Neuenburgersees wartet mit einem spannenden Programm auf: Freitag, der 4. ist Balkan Abend, mit u.a. La Cherga, der Dub-Balkan Truppe aus Österreich. Der Samstag spricht Portugiesisch: Bonga, Angolas musikalischer Übervater ist da, und in die Nacht tanzen kann man mit Da Cruz, dem Electro-Brazil Groove aus Sao Paulo und Bern.

Der Sonntag, 5.9., ist dann in westafrikanischer Hand: Mit der innovativen Kora-Truppe um Ba Cissoko, und vor allem dem sensationellen Duo Justin Adams & Juldeh Camara ist er sehr hochkarätig besetzt. Noch warten zwei, drei Programmpunkte auf eine Bestätigung – nachgeführt wird das Programm hier.

Paléo Festival Nyon – das Programm

16. April 2009  
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afficheEs wird wohl nur wenige Tage dauern, dann ist das Paléo bereits wieder ausverkauft. Das grösste Open Air Festival der Schweiz (21. – 26. Juli) hat u.a. diese Stars aus Pop und Chanson auf der Affiche: Placebo, Kaiser Chiefs, Moby, Francis Cabrel, Peter Doherty, Franz Ferdinand, The Ting Tings, Snow Patrol.

Im Village du Monde ist dieses Jahr Indien zu Gast: Trilok Gurtu, Kiran Ahluwalia, Karsh Kale, Raghunath Manet oder Olli & The Bollywood Orchestra sind die Aushängeschilder. Im Programm der anderen Bühnen tauchen aber  noch weitere Artisten aus dem Dunstkreis Weltmusik auf, so die beiden mexikanischen Ausnahmegitarristen Rodrigo Y Gabriela. Ein Popgemisch aus Deutschland, Nigeria, USA und Frankreich gibts mit Ayo, oder neuseeländischen Dub mit Fat Freddy’s Drop.

Den grossen Festival-Überblick gibt’s hier, das Programm als Download ist hier. Und wie gesagt: Es dauert oft nur Tage, höchstens Wochen, bis die Tickets weg sind…

Afro-Pfingsten – das Jubiläumsprogramm

5. März 2009  
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logo-afropfingstenDie Jubiläumsausgabe des 20. Afropfingsten-Festival bietet vom 29. – 31. Mai drei Themenabende: Reggae & Soul, Latin, und Afrika. Und genauer heisst das:

Reggae mit R’nB-Zutaten bringt Ky-mani Marley, der Halbbruder des bekannteren Marley-Spross’  Ziggy. Bibelfesten Roots-Reggae gibt’s von Ijahman Levi, einem gestandenen Veteranen, dessen erste LP 1978 erschien. Der Magnet des Abends jedoch ist sicher Tiken Jah Fakoly, der Reggae-Star von der Elfenbeinküste – ein Wiedersehen für die einen, und eine weitere Konzertmöglichkeit für jene, die seinen Auftritt vor drei Jahren verpasst haben.

Latin heisst in Winterthur  Orquesta Aragon aus Kuba zusammen mit der Frontfrau Afia Mala aus Togo. Aus Peru kommen Novalima – eine spannende Mischung aus afroperuanischen Rhythmen und modernen Produktionstechniken. Das aktuelle Album ist  «Coba Coba». Und Hip Hop aus Kuba gibt’s gleich zwei Mal: Madera Limpia und die Orishas stehen auf der Affiche.

Afrika heisst Guinea, Senegal, Mali und Nigeria. Bereits am späteren Nachmittag gibt’s Trommelkunst mit Mamady Keita. Toure Kunda bringen am Abend ihr aktuelles Programm in die Halle 53. Die goldene Stimme Malis, Salif Keita, wird mit seiner neuen CD unter dem Arm da sein – seine erste Produktion, die wieder ganz in Mali entstanden ist. Und Seun Kuti bringt aus Lagos nicht nur den Afrobeat, so wie er ihn versteht, sondern auch die Band seines Vaters Fela, «Egypt 80» – die Pioniere haben einen neuen Frontmann.

Auf der zweiten Bühne treten Musiker auf, die zum Teil hier in der Schweiz leben, aber in der Tradition ihrer  Heimat Musik machen: Yoro Massa, Lariba und Baye Magatte seine hier stellvertretend genannt.

Das ausführliche Programm gibt’s auf der Homepage von Afro-Pfingsten.

Sauti za Busara – die Töne

2. März 2009  
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Es ist ein fast sinnloses Unterfangen, ein Festival in einigen Minuten zusammenzufassen. Wir wagen trotzdem den Versuch.

Ein Fazit kann man getrost ziehen: An der Ostküste Afrikas passiert musikalisch mehr, als die normalen Musikohren Westeuropas zu hören kriegen – ganz einfach, weil  die Tonträger, so überhaupt vorhanden, den Weg zu uns nicht finden wollen.

Wer noch einen Rundgang durch die Gassen von Stonetown machen will, klickt auf das Bild hier unten.

stadtrundgang

Sansibar – Sauti za Busara

1. Februar 2009  
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sauti-2009Vom 12. bis 17. Februar lädt Stoneville, die Zitadelle auf Sansibar, zum Festival Sauti za Busara. Das Festival hat rund 40 Bands auf der Affiche, die meisten von ihnen kommen von der Ostküste Afrikas, oder stammen aus Sansibar selber, so das wohl berühmteste Taarab-Orchester der Insel, der Culture Musical Club, oder die Grande Dame der Insel, Bi Kidude.

Das Festivalprogramm verspricht manche musikalische Facette: An Taarab wird es mit diversen Orchestern der Insel nicht mangeln. Internationale Unterstützung gibt es aus dem Kongo von Samba Mapangala, jazzige Töne kommen aus Südafrika von Khethi oder dem Moreira Project, Comrade Fatso aus Zimbabwe wird Klartext reimen, Nawal von den Komoren bringt ihren speziellen Mix aus Sufi-Tradition und Chanson, und Natacha Atlas beehrt die Stadt mit ihrem ägyptischen Orchester und dem aktuellen Programm «Ana Hina».

Wenn es die Datenleitungen zulassen, erhalten Sie hier bei globalsouds.info aktuelle Festivalberichte direkt aus Stoneville, Sansibar.