Riccardo Tesi & Banditaliana – Madreperla

3. Februar 2012  
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Der Akkordeonist Tesi und seine kompakte Banditaliana bringen einen wundervollen Strauss von Songs. Viel Italianità auf der einen, instrumentale Abenteuerreisen ausserhalb der Heimat auf der anderen Seite.

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 Kafkaffè, Madreperla, Ali Virtuali

Die eigene Produktion von Riccardo Tesi segelte im Herbst lange im Aufmerksamkeitsschatten seiner Zusammenarbeit mit den anderen 4 «Samurai». Ende 2011 schaffte es das Album dann doch noch in die Playlisten und Programme der Weltmusik-RedaktorInnen. Und dort gehört es auch hin, denn was der Akkordeonist und seine Kollegen hier vorlegen ist tief in der Folk- und Songwriter-Welt verwurzelt, gleichzeitig aber so virtuos welt- und stiloffen, dass Genre-Schubladen gesprengt werden.

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Beoga – How To Tune A Fish

20. Dezember 2011  
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Irische Tradition, aber mit überraschenden Schwenkern ins Americana-Territorium, in nordische oder alpenländische Klangregionen – weltoffen und weit gereist.

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Dolan’s 6am, Home cooking, Back in the Lab

Das Line-up ist nicht gerade konventionell: Manchmal geben gleich zwei Akkordeons den Ton an, ausser es sei ein Saiteninstrument gefragt. Dann greift Sean Og Graham zu seiner Sammlung von Gitarren, Mandolinen, Bouzouki oder was gerade gewünscht wird. Diverse Tasteninstrumente sind da, eine Geige, und alles wird angetrieben durch Eamon Murrays Bodhrán. Das Album lässt sowohl träumen wie tanzen.

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Levon Eskenian & The Gurdjieff Folk Instruments Ensemble – Music of Georges I. Gurdjieff

9. Dezember 2011  
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Georges I. Gurdjieff war ein Sucher und Sammler, ein Katalysator. Er war Schriftsteller, Lehrer und Komponist, von einigen als Menschenlehrer verehrt, von andern als Scharlatan verworfen.

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Chant From A Holy Book, Sayyid Chant and Dance No 10, Atarnakh – Kurd Song

Gurdjieff ist eine bis heute umstrittene Figur. War er ein grosser Weiser, oder ein Sammler, der sich aus seinen Fundstücken ein eigenes System zusammen stellte? Wikipedia weiss darüber einiges. Auf seinen Reisen in Russland, Indien, dem Kaukasus und den arabischen Länder interessierte er sich nicht nur für die unterschiedlichen esoterischen Traditionen, sondern auch für die Musik. Diese spielt ja in dem meisten Religionen eine verbindende Rolle. Komponiert hat Gurjieff nicht im eigentlichen Sinne. Er diktierte die Melodien und Ideen seinem Schüler, dem Pianisten und Komponisten Thomas de Hartmann.

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Čači Vorba – Tajno Biav (Secret Marriage)

29. November 2011  
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Mehrheitlich rumänische und bulgarische Melodien, arrangiert von einer polnisch-ukrainische Gypsy-Truppe. Lieder getragen von einer kristallklaren Stimme – und alles in aktuellen Arrangements. Ohren auf!

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Pe Ulita Armeneasca, Me Pačav, Te Astept

Als Čači Vorba mit ihrem ersten Album «Szczera Mowa» letztes Jahr in Westeuropa ihren internationalen Auftritt hatten, fragte sich mancher: Wo haben die so lange diese Stimme versteckt? Denn es ist in erster Linie die helle und klare Stimme von Maria Natanson die auffällt. Da merkt man erst beim zweiten Anhören wie exzellent sie auch Geige spielt. Die Truppe existiert schon seit 2002, hat ein Standbein im polnischen Lublin und das andere im ukrainischen Lemberg, und hat sich mit Herz und Seele den Gypsy-Liedern des Balkan und der Karpaten verschrieben.

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Snakefarm – My Halo At Half-Light

8. November 2011  
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Diese Songs schleichen und schmeicheln sich nicht nur in die Gehörgänge sondern tief ins Herz. Und sie haben keinerlei Absicht, je wieder von dort zu verschwinden – das ist sehr gut so!

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Johnny, The Lady O, Marbletown Girl

Snakefarm ist ein Duo: Anna Domino und Michael Delory. Halt! Anna Domino? Electro-Pop in den 80er Jahren? Ja genau, die. Schon 1999 hatten die amerikanische Weltenbürgerin und ihr belgischer Multiinstrumentalist eine CD mit Coverversionen von amerikanischen Folkklassikern – von Tom Dooley bis House of The Rising Sun – in eigenwilligen Adaptionen herausgebracht, und wurden als die Zukunft der Folkmusik gefeiert («Songs from My Funeral»). Dann verschwanden sie wieder von der Bildfläche. Wer Snakefarm heute hört, sagt sich: Die dürfen nicht mehr abtauchen, die sind zu gut!

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Inna Zhelannaya – Cocoon

10. Oktober 2011  
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Die russische Sängerin ist auf einer fortwährenden Suche nach neuen Zugängen zu den traditionellen Liedern Russlands. Als aktuellen Türöffner nutzt sie vermehrt die digitalen Klangmittel.

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Well, Naya Naya, Early Early

Inna Zheannaya beginnt zur Zeit so was wie eine dritte Karriere. Schon die beiden ersten Abschnitte hatten sie in ganz Russland und darüber hinaus bekannt gemacht. Der Ansatz ist dabei gleich geblieben: mit unterschiedlichen Formationen lotet sie das heimatliche Songbook aus. Oft gaben funky Rhythmustruppen das Tempo vor, während sie und ihr langjähriger Begleiter Sergey Starostin Klangwelten zwischen Folk und Art-Rock um die traditionellen Melodien herum arrangierten. Die Bandstationen damals hiessen «Alliance» oder «The Farlanders».

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Hotel Palindrone – Jodulator

31. August 2011  
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Die Österreicher ticken einfach etwas anders als andere Europäer. Wenn es darum geht die Folk- und Volksmusik neu zu interpretieren sind sie manchmal geradezu grinsend hemmungslos.

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Jodulator 3000, Alpine Muineira & Matavenero, Mei Vota is a Weber

Die Vier, die sich als Hotel verkleiden und keines sind, legen mit «Jodulator»  ihre 4 CD vor. Aber das sagt ja kaum was. Ausser, dass sie schon einige Jährchen zusammen musizieren. Dann das etwas wuchernde  Instrumentarium: Klarinette, Dudelsäcke, Maultrommeln, Mandola, E-Bass, Saxophon, Geige, Drehleier, Nyckelharpa – und dazu wird gesungen und gejodelt. Nun ist den modernen Alpenmusikanten die Starre und Engheit der verwalteten Volksmusik schon seit langem Grund für Unerhörtes. Und dort beginnt das Abenteuer.

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Eliza Carthy – Neptune

25. Juli 2011  
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Theatralisch, burlesk, dramatisch, witzig – Eliza Carthy beweist mit diesem Album erneut, dass sie eine der kreativsten Quellen der neuen englischen Folk-Bewegung ist. Wobei die Frage erlaubt sei: Ist das noch Folk?

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Blood On My Boots, War, Revolution

Eliza Carthy ist nicht zu schubladisieren. Mal ist sie die Sammlerin der Tradition, mal sprengt sie die Grenzen dessen, was man von ausserhalb er Insel als «britische Folkmusik» kennt. Egal in welchem Umfeld die Sängerin, Gitarristin, Geigerin und Komponistin auftritt, ihr Massstab ist die Musikalität. Ob sie zusammen mit Mutter Norma Waterson ein klassisches Song-Album aufnimmt, oder zusammen mit ihrem Vater Martin Carthy mit Projekten wie «The Imagined Village» unterwegs ist, sie setzt überall klare Marken.

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Shisas – Biriken San

30. Juni 2011  
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Musik aus Okinawa, sehr exotisch und nicht auf Anhieb zugänglich. Shisas ist ein Frauen-Duo, das mit neuen Arrangements die traditionellen Lieder der Inseln südlich von Japan in die Neuzeit überträgt.

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Hounen Nu Ayagu, Kawaigaranse, Kawaii Su-Chan

Die Melodien sind fremd, die Harmonien auch, die Instrumente tönen archaisch: Trommeln, die Sanshin – eine dreisaitige Banjo-Verwandte – Zimbeln und mehrheitlich Unisono-Gesang: alles tönt fremd. In ihrer Heimat sind die Shisas so was wie Hüterinnen aber gleichzeitig auch Erneuererinnen der Tradition. Dass ich den Zugang dann doch noch fand liegt wohl an den Arrangements.

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Maria Kalaniemi – Vilda Rosor

20. Dezember 2010  
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Mit ihren wilden Rosen zeigt Maria Kalaniemi, dass sie nicht nur die Lieder Finnlands liebt und pflegt, sondern auch das schwedische Liederbuch.

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I Fjol, Under Fullmanen, Vilda Rosor

Das Instrument ist ein Monster, wenn man es auf den Knien der zierlichen Interpretin sieht. Maria Kalaniemi hat sich ausgerechnet das schwerste und grösste Knopf-Akkordeon aus der Modell-Vielfalt der Instrumentenfamilie ausgesucht: Das Free Base-Akkordeon. Aber dieses riesige Instrument erlaubt es der Künstlerin auch, so richtig in den Tönen und Soundwolken zu schwelgen. Und für einmal spielt auf diesem Album auch die Stimme eine wichtige Rolle.

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