Eliza Carthy – Neptune
25. Juli 2011
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Theatralisch, burlesk, dramatisch, witzig – Eliza Carthy beweist mit diesem Album erneut, dass sie eine der kreativsten Quellen der neuen englischen Folk-Bewegung ist. Wobei die Frage erlaubt sei: Ist das noch Folk?
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Blood On My Boots, War, Revolution
Eliza Carthy ist nicht zu schubladisieren. Mal ist sie die Sammlerin der Tradition, mal sprengt sie die Grenzen dessen, was man von ausserhalb er Insel als «britische Folkmusik» kennt. Egal in welchem Umfeld die Sängerin, Gitarristin, Geigerin und Komponistin auftritt, ihr Massstab ist die Musikalität. Ob sie zusammen mit Mutter Norma Waterson ein klassisches Song-Album aufnimmt, oder zusammen mit ihrem Vater Martin Carthy mit Projekten wie «The Imagined Village» unterwegs ist, sie setzt überall klare Marken.
Shisas – Biriken San
30. Juni 2011
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Musik aus Okinawa, sehr exotisch und nicht auf Anhieb zugänglich. Shisas ist ein Frauen-Duo, das mit neuen Arrangements die traditionellen Lieder der Inseln südlich von Japan in die Neuzeit überträgt.
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Hounen Nu Ayagu, Kawaigaranse, Kawaii Su-Chan
Die Melodien sind fremd, die Harmonien auch, die Instrumente tönen archaisch: Trommeln, die Sanshin – eine dreisaitige Banjo-Verwandte – Zimbeln und mehrheitlich Unisono-Gesang: alles tönt fremd. In ihrer Heimat sind die Shisas so was wie Hüterinnen aber gleichzeitig auch Erneuererinnen der Tradition. Dass ich den Zugang dann doch noch fand liegt wohl an den Arrangements.
Maria Kalaniemi – Vilda Rosor
20. Dezember 2010
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Mit ihren wilden Rosen zeigt Maria Kalaniemi, dass sie nicht nur die Lieder Finnlands liebt und pflegt, sondern auch das schwedische Liederbuch.
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I Fjol, Under Fullmanen, Vilda Rosor
Das Instrument ist ein Monster, wenn man es auf den Knien der zierlichen Interpretin sieht. Maria Kalaniemi hat sich ausgerechnet das schwerste und grösste Knopf-Akkordeon aus der Modell-Vielfalt der Instrumentenfamilie ausgesucht: Das Free Base-Akkordeon. Aber dieses riesige Instrument erlaubt es der Künstlerin auch, so richtig in den Tönen und Soundwolken zu schwelgen. Und für einmal spielt auf diesem Album auch die Stimme eine wichtige Rolle.
Bellowhead – Hedonism
29. November 2010
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Die Folk Big Band macht dem CD-Titel alle Ehre. Sie spielen lustvoll auf, und setzen neben das alte Label Folk-Rock auch noch so eines wie Folk-Funk.
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New York Girls, The Hand Weaver And The Factory Maid, Amsterdam
Die zehn Mann und eine Frau starke Folk Big Band ist ein Projekt der beiden Folk Galionsfiguren John Spiers und Jon Boden. Die beiden gehören sowohl als Einzelkünstler wie auch als Duo zu den Motoren des seit einigen Jahren anhaltenden neuen Folk-Booms auf der englischen Insel. Musik macht man am besten mit Freunden, und darum gibt es dieses Projekt, die mittlerweile dritte Produktion, und jede Menge Überraschungen.
Wiener Tschuschenkapelle – Haus am Wasser
10. September 2010
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Weit ist der Osten, und Musik aus der Balkanregion muss nicht erst durch die Sequenzer, um ins Herz zu treffen. Das belegt einmal mehr die Tschuschenkapelle mit ihrem 15. Album.
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Wie A Hund, Ne Se Beli Mare Mori, Ciganka Sam Mala
Im Zentrum der Tschuschenkapelle steht Sänger und Gitarrist Slvako Ninić. Seit über 20 Jahren pflegen er und seine Mitstreiter die Musiktradition zwischen der Ostsee und Kreta. Obwohl «Tschusch» ein Schimpfwort für Zugewanderte aus dem Balkan ist, gibt es kaum eine wienerischere Band als die Tschuschenkapelle. Inmitten des Balkan-Brass-Techno-Hypes steht die Truppe für das Lied, für Schmeicheleien und Herz-Schmerz-Transfer jenseits von Kitsch und Karriere-Strategie.
SMOD – Smod
2. September 2010
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Drei Jungs aus Bamako erhalten Unterstützung von Manu Chao. Rap trifft auf Folk-Elemente und Loops – und der Produzent lässt den jungen Musikern zu wenig Raum.
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Ca Chante / Tidjidja / Fitri Waleya
SMOD steht für vier Namen: Sam, Mouzy, Ousco und Donsky. Dieses junge Quartett begann um’s Jahr 2000 in Bamako Musik zu machen. Etwas später schrumpfte die Truppe zum Trio. Der Name blieb aber, schliesslich hatte man sich die ersten Fans erspielt. Die Zutaten ihrer Songs: Gitarre, einfache Perkussion, mal singen, mal rappen. Und ja, es gibt da familiäre Vorbilder: Sam ist der Sohn von Amadou & Mariam, dem wohl bekanntesten singenden Ehepaar aus Mali. So traf es sich auch, dass Manu Chao während den Aufnahmen für «Dimanche à Bamako» die Youngsters auf der Dachterrasse des Elternhauses traf. Was dort begann, ist jetzt eine Produktion für den Musikmarkt im Norden geworden.
Hujässler – Wätterschmöcker
24. August 2010
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Die innovative Truppe aus der Innerschweiz hat für den gleichnamigen Film die Musik beigesteuert: Einmal mehr ein Beispiel, dass die Schweizer Volksmusik mehr als nur urchige Folklore zu bieten hätte.
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Tschillaut / Düdüdü / Moll verhange
Das Quartett aus der Innerschweiz legt mit diesem Film-Soundtrack bereits ihre achte CD vor. Und sie verfolgen ganz entschieden ihren Slalom-Parcours zwischen stilechter Folklore und neuen Harmonien weiter. Kurz zum Film: Es geht um die Wetterpropheten aus dem Muotatal. Thomas Horat hat über die urchigen Innerschweizer ein Filmportät gedreht, und damit wohl auch gleich ein Teil der Schweizer Volksseele offen gelegt. Der Film läuft in diesen Tagen in der Schweiz an. Alles weitere gibt’s im sehr schön angelegten Info-Blog nachzulesen.
Jacky Molard Quartet & Foune Diarra Trio – N’Diale
8. Juli 2010
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Bretonische Harmonien treffen auf Wassoulou-Sounds und -Rhythmen. Ein spannendes musikalisches Gespräch, das zusätzlich mit einer rechten Portion Gypsy-Jazz gewürzt wird.
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Kelemagny / Nafolo / Makaribana
Auf der einen Seite das Quartett um den bretonischen Violonisten Jacky Molard, auf der anderen Seite das junge Trio um die Sängerin und Tänzerin Foune Diarra aus Mali. Und dazwischen der Wunsch, eine gemeinsame musikalische Sprache zu finden. Was harmonisch nicht immer einfach ist, fand einen gemeinsamen Boden wohl im Tanz. In mehreren Übungswochen fanden die Musiker heraus, wo sie jeweils in den Groove der Anderen einsteigen konnten.
Jim Moray – In Modern History
1. Juli 2010
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Das Aushängeschild der englischen Folk-Szene hält sich nicht zurück in seinen Arrangements, und mischt zarte Mandoline, grosse Orchestrierung und knallende Gitarren gekonnt durcheinander.
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Bristol Harbour / Hard / Cold Stone
Mindestens seit seinem letzen Album «Low Culture» gilt Jim Moray als eine der Lichtgestalten der englischen Folkmusik. Nicht weil er die Tradition neu erfindet, sondern weil er ein paar der hemmenden Barrieren wegbefördert hat. Er bringt neue Instrumente ein, lässt im Hintergrund Loops mit Low-Tech Sounds mitlaufen, lässt die Gitarre schreien, wenn sie muss, und verpasst so traditionellen Melodien ein modernes Kleid. Auch die Texte sind von Adaptionen an das Heute nicht sicher.
Pomegranates – Persian pop, funk, folk and psych of the 60s and 70s
3. April 2010
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Oft erzählt Musik ganz andere Geschichten als die Geschichte – wer diese persische Songs-Sammlung aus den letzten Jahrzehnten des Schah-Regimes hört, erfährt viel, was die Politik später zudeckte.
Musik ist oft eine der letzten, bleibenden Verbindungen zu einer Kultur, die, aus was für Gründen auch immer, unterging. Eine besondere Beziehung haben Vertriebene zu den Liedern, die sie mit in die Diaspora retteten. Hier haben Arash Saedinia und Mahssa Taghinia, beide persische Secondos, die heute in den USA leben, die Schallplatten- und Kassetten-Archive ihrer Eltern und Freunde durchforstet. Sie trugen eine Sammlung von Erinnerungen zusammen, die nicht mehr die ihren waren, aber doch die Geschichten ihrer Eltern vertonten, wenn diese von früher erzählten.











