Hanggai – He Who Travels Far

8. November 2010  
Gespeichert unter Neu in den Läden

Die Band hat ihren Sound gefunden, und bringt die Songs aus der mongolischen Steppe mit einer rockigen Attitude unter die Leute.

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Uruumdush, Yuan Ding Cap, Brothers

Die zweite Produktion der Folkrocker aus den Grassländern des westlichen Chinas zeigt, dass sie an Selbstsicherheit zugelegt haben. Die Scheibe überträgt ohne viel zusätzliche Produktionstricks den Bühnensound auf den Silberling. Im Vergleich zur ersten Produktion «Introducing….» kommt die Band klarer und etwas rockiger daher. Das hat auch mit den beiden Produzenten Ken Stringfellow und JB Meijers zu tun, beides Gitarristen und eher in der Indie-Welt zuhause.

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Nguyen Lê’s «Saiyuki», Sonagi Projekt feat. Okkyung Lee & Hahn Row, Hanggai

1. August 2010  
Gespeichert unter Reportagen + Slideshows


Der zweitletzte Abend des Festivals Glatt & Verkehrt trug den Titel «Der Ferne Klang», und die Ferne bezog sich auf Asien. Dieser Erdteil ist ausserordentlich reich an Trommeln aller Art und exotischen Instrumenten. Wie die Koto bis in Jazzgefilde vordringen, und eine Pferdekopfgeige auch gegen eine Rockband anspielen kann, das hörte ich zum ersten Mal live in Krems.

Entfesselte Koto und komplexe Rhythmen

Nguyen Lê’s aktuelles Projekt trägt den Titel Saiyuki, und ist angelehnt an die Geschichte von Monkey, dem abenteuerlichen Geist in den Götterhimmeln Chinas. Die japanische Koto von Mieko Miyazaki, die vietnamesische Jazzgitarre von Lê und die indischen Tablas von Prabhu Edouard bieten genügend Klangfülle, um jede Abenteuer-Geschichte zu erzählen. War diese mal nicht selbsterklärend, erläuterten sie die Musiker in herzlichen Ansagen. Insbesondere Prabhu profilierte sich als scharfzüngiger, witziger Moderator. Lê hielt seine Gitarre im Zaum, Mieko liess ihrer Koto freien Lauf und Prabhu gab den Songs den nötigen Drive – viel spannender noch als die Aufnahmen auf CD!

Jedes asiatische Land hat seine Trommeln, aber Korea hat die wohl komplexeste Rhythmus-Kultur. Das Sonagi Project von Jang Jae Hyo spielt vor allem auf den zweifelligen Janggo-Trommeln, die eine komplizierte Schlagtechnik verlangen. Gongs ergänzen das Klangspektrum, ruhige Lieder schaffen Oasen zwischen treibenden, lauten und vertrackten Schlagwerk-Stücken. Diese Lieder wurden an diesem Abend von der Cellistin Okkyung Lee und dem Violonisten Hahn Rowe begleitet – Sounds, Noises und Sampler legten sphärische Teppiche aus. Krems bedankte sich für das furiose Schlag-Feuerwerk mit tosendem Applaus.

Trockener Charme auch Peking

Hanggai ist ein Ensemble, das die einfachen, melodiösen Lieder aus der mongolischen Steppe in die Hauptstadt Peking getragen hat. Neben den traditionellen Instrumenten wie der Laute Tobshuur oder der Pferdekopfgeige ist die Instrumentierung nicht anders als die jeder anderen Rockband dieser Welt: Bass, Gitarren, Schlagzeug. Es sind die Melodien, der sehnsüchtige Klang der Geige, und immer wieder der Ober- und Unter-Ton-Gesang, welcher ganz klar die geografische Herkunft der Band  markieren.

Die Ansagen kamen selbstbewusst in Chinesisch, oder aber in sehr trockenem, sympatisch-hölzernen Englisch daher – mit der Zeit kannte man die Hauptinhalte der Songs: Liebe, Feste und schöne Pferde. Als Hanggai als zweite Zugabe dann nochmals ihren «Drinking Song» anstimmten, hob auch das Kremser Publikum bei jedem Refrain begeistert das Glas (resp. den Becher): «Hey!»

Am 1. August geht das Festival 2010 mit «Wilden Balladen» zu Ende, Infos dazu unter www.glattundverkehrt.at, Radiosendungen auf Ö1, und die Slideshows der vergangenen Abende hier (Mittwoch, Donnerstag, Freitag).

Hanggai – Introducing Hanggai

20. Januar 2009  
Gespeichert unter Angespielt

hanggai-introducingJunge Chinesen entdecken ihre musikalischen Wurzeln: Hanggai schöpfen aus dem reichhaltigen und wunderbaren Lieder-Fundus der Grassteppen der inneren Mongolei.

China hatte nicht immer ein feines Gehör für seine Minderheiten, für die ältere Generation ist die Kulturrevolution noch gar nicht lange zurück. Doch das Riesenland ist im Aufbruch, junge Musiker entdeckt ihre Tradition neu. Kopf und Herz von Hanggai sind der ehemalige Pekinger Punk-Musiker  Ilchi und zwei Musikstudenten aus der Kreishaupstadt Hohhot, Hugenjiltu und Bagen. Die Musik von Hanggai basiert auf traditionellen Melodien aus dem Grasland. Gespielt wird mehrheitlich auf der der zweisaitigen Laute Tobshuur und der Pferdekopfgeige, gesungen in mongolisch, auch mit der Technik des Obertongesangs.

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