Titi Robin – Les Rives

24. Januar 2012  
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Der Weltenwanderer hat sein Tryptichon vollendet: Indien, Türkei, Marokko – drei wichtige Stationen für die Musik von Titi. Entstanden ist ein musikalischer Erzählband.

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Indien: Farq Hai Kya, Us Dost Ki Taalash Mein, Türkei: Farimaz – Rumba Türkmen, Lorin, Marokko: Asbrrk, Sahara

Dieses Projekt hat Titi Robin die letzten zwei Jahre beschäftigt. Er erzählte auch in einem Podcast davon. Die Grundidee: in den drei Kulturen, die sein musikalisches Handwerk grundlegend geprägt hatten mit jungen Musikern je eine CD einspielen. Produziert für den heimischen Markt und mit der Infrastruktur des jeweiligen Landes. Erst am Schluss wurden die drei Produktionen zu einer 3 CD & 1 DVD Box zusammen gefügt. Die Geschenkpackung für den Westen, der Inhalt aber ist in den Herkunftsländern hergestellt.

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Kiran Ahluwalia – Aam Zameen: Common Ground

7. Dezember 2011  
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Die Indo-Kanadierin hat sich mit diesem Album einen langen Traum erfüllt: Sie holte die Wüstenrocker von Tinariwen und Terakaft ins Studio und experimentierte – erfolgreich.

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Mustt Mustt, Rabba Ru, MataDJem

Kiran Ahluwalia hat sich mit ihren Songs im Stil der Ghasel-Tradition, eingepackt in westliche Arrangements, einen Platz als Kulturvermittlerin ersungen. Dass sie nun ihre Stilvielfalt gleichzeitig nach Pakistan und in die Sahara ausdehnt hat mit einem Konzerterlebnis zu tun: Sie sah vor einigen Jahren per Zufall Tinariwen bei einem Konzert in Toronto und war von der Direktheit ihrer Musik fasziniert. Der effektive Kontakt und ein Teil der Produktion kam dank den Verbindungen von Justin Adams zustande.

Mustt Mustt, der Sufi-Klassiker den der grosse Nusrat Fateh Ali Khan bereits rund um die Welt getragen hat, ist denn auch ein Glücksgriff für die Zusammenarbeit Ahluwalia und Tinariwen. Für die Zusammenarbeit mit Terakaft griff Ahluwalia auf ein Lied von Tinariwen zurück, und ergänzte es mit einem Gedicht von Punjabs berühmtester Poetin, Amrita Pritam. Dort, wo sich die so unterschiedlichen Soundwelten aus der Sahara und dem indisch-persischen Raum die Balance halten, hat das Album seine starken Seiten. Einige der anderen Songs entwickeln nicht denselben Sog und wirken oft zu aufgesetzt, leben weniger aus sich selbst heraus.

Wo sich die Klangwelten aus dem Punjab und der Sahara treffen hat diese Produktion einige Glücksmomente.

Rating: ★★★☆☆ 

Rough Guide to Sufi Music

11. September 2011  
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Nach fünf Jahren legt Rough Guide seine zweite Sufi Musik Sammlung vor, kuratiert von William Dalrymple, einem schottischen Schriftsteller der sich zeitlebens für den Islam und insbesondere die Sufis interessierte.

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Sain Zahoor: Allah Hoo, Gani&Maideen&Maideen: The Saint, Sanam Marvi: Manzil-e-Sufi

Musik, Gedicht, Tanz und Mystik werde im Islam als eine Möglichkeit zum direkten Kontakt mit den göttlichen Welten angesehen. Der Kanon der Gedichte und Melodien begann bereits zu Lebzeiten von Mohammed zu wachsen, und wird noch heute als Grundlage und Inspiration für immer neue Variationen und Interpretationen des direkten Dialogs mit dem Unerklärlichen genutzt. Durch die Verbreitung des Islams entstanden auch überall auf der Welt regionale Ausprägungen des Sufismus.

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Susheela Raman – Vel

22. Juli 2011  
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Sie ist der Hochglanz-Pop-Weltmusik entschlüpft und mit diesem Album unterwegs in eine vielschichtig komponierte, geheimnisvolle Soundlandschaft. Etwas sperriger, herausfordernder, aber nachhaltiger.

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Daga Daga, Magdalene, Ennapane

Zwischen 2001 und 2005 veröffentlichte Susheela Raman zusammen mit Sam Mills drei Alben, die bei den Kritikern auf offene Ohren und Begeisterung stiessen. Eine schmeichelnde Stimme und die stilsichere Mischung zwischen südindischem Melodienzauber und Pop-Gespür machten sie schnell zum Liebling der Fachpresse. Dass da noch eine andere Künstlerin im Verborgenen wartete machte sie mit einem unerwarteten Album mit Coverversionen von Songs zwischen Velvet Underground und Captain Beefheart klar. «33 ⅓» war für mich ein Bruch in der Wahrnehmung.

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Raghu Dixit – Raghu Dixit

6. Juli 2011  
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Auf dem Kontinent hat sich sein Name noch nicht herumgesprochen, aber in den englischsprachigen Teilen Europas wird er als DIE Entdeckung aus Indien gefeiert. Und das alles hat nichts mit Bollywood zu tun, sondern mit Folk und Pop.

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Hey Bhagawan, Mysore se aayi, Mumbai – waiting for a miracle

Folk? Indien? Raghu erklärt es so: «Ich habe nie auf die studierende Art Musik gelernt. Sondern so wie der Bauer auf dem Feld, oder der Taxifahrer in Bangalore – wir singen einfach.» Es ist einmal mehr die Legenden-Geschichte: Ein Sänger-Talent studiert erst klassischen Tanz, dann Mikrobiologie, lernt wegen einer Wette Gitarre spielen, und erfährt durch einen Zufall während eines Praktikums in Belgien zum ersten Mal die grosse Resonanz des Publikums auf seine Songs. Aufgebaut hat er seine Karriere aber in seiner Heimat im Süden von Indien. Dies ist seine erste CD-Produktion, eingespielt 2007. Es war das meistverkaufte Album jenseits von Bollywood in Indien im Jahr 2009. Und es brachte ihm den Newcomer Songlines-Award 2011 ein.

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Dhoad Gypsies of Rajasthan – Roots Travellers

26. Februar 2011  
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Sufi-Gesänge, treibende Tabla-Rhythmen und eine hohe Ansteckungsgefahr für Bewegungsmuskeln machen diese Musik aus.

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Rajasthani Reggae, Shiv Ji, Shyam Solona

Zugegeben: Zu dieser Musik zu tanzen dürfte manchem Westeuropäer dann doch etwas Mühe machen. Und trotzdem: Die Musik der Truppe aus Dhoad, einer Stadt rund 250km ausserhalb der Hauptstadt Rajasthans, Jaipur, ist ansteckend. Die Truppe hat sich in Frankreich eine zweite Heimat, und in ganz Europa einen guten Ruf aufgebaut. Hunderte von Konzerte und viele Projekte mit Truppen aus dem Balkan oder Spanien sprechen für sich.

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Rough Guide to Bhangra (2)

19. November 2010  
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Bhangra? Da war doch dieser Panjabi vor ein paar Jahren in den Charts, aber seither? Nun, dieser Sampler bringt ihr Bhangra-Repertoire auf den neuen Stand.

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Naseebo Lal: Meri Changi Taran, Niraj Chag: Bangles, Dalvinder Singh: Yaar Da Viah

Verantwortlich für diesen Sampler zeichnet DJ Ritu. Sie legt auch für die BBC auf und hat für die Rough Guide Serie schon den ersten Sampler im Jahr 2000 zusammen gestellt. Bhangra ist eigentlich mehr Tanz als Musik. Doch hat sich Bhangra auf dem europäischen Festland noch nicht so sicher in den DJ-Bags eingenistet, wie im Commonwealth-Mutterland England. In den Hochburgen London und Birmingham feiert die Diaspora aus Indien und Pakistan nach wie vor mit Bhangra. Das besondere Flair der Tracks stammt nicht nur aus den mittlerweile Sequenzer-getakteten Rhyhtmen. Getragen wird der Song immer noch von den Stimmen.

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«Les Rives»: Titi Robin bloggt über sein neues Projekt

19. November 2010  
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Der französische Weltenbürger und Saitenkünstler Titi Robin verfolgt ein Langzeitprojekt: ein musikalisches Tryptichon ist am entstehen. Jede der drei entstehenden CDs zeigt Titis Begegnungen mit Musikern der drei Kulturkreise Indien, Türkei und Marokko. Den Entstehungsprozess beschreibt er in einem zweisprachigen Blog mit dem Titel «Les Rives / River-Banks».

Robin hat diese drei Länder schon oft bereist, viel dort gespielt und hat viele Freunde unter den dort ansässigen Musikern. Aber es geht nicht nur um die Aufnahmen. Die eingespielten CDs und die Booklets sollen in den jeweiligen Ländern und von einheimischen Produzenten hergestellt werden. Auch der Vertrieb ist lokal organisiert und erfolgt in der ersten Phase exklusiv für das entsprechende Land. Die schlussendlich im Westen erscheinende 3 CD starke Box wird ebenfalls in den musikalischen Herkunftsländern produziert.

Der Blog «Les Rives / River Banks» lässt alle einzelnen Schritte miterleben.

Nguyên Lê – Saiyuki

17. Juli 2010  
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Mehrheitlich instrumentale Fusion-Musik, entstanden im kulturellen Schmelztiegel Paris. Es ist ein asiatisches Projekt mit Koto, Tabla, Flöte und Gitarre, und fliesst zwischen Tradition und Jazz.

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Mina Zuki / Sangam / Ila

Die hier aufspielenden Musiker bewegen sich auch als Solisten zwischen den Stilen. Koto-Spielerin Mieko Miyazaki trat mit ihrem klassischen Repertoire schon vor dem japanischen Kaiserpaar auf, fühlt sich aber in der improvisierenden Musik ebenso wohl. Tablaspieler Edouard Prabhu ist ein gefragter Begleiter in der indischen Tradition, aber auch für Interpreten aus so unterschiedlichen Kulturkreisen wie z.B. Afghanistan, Senegal oder Frankreich. Der Flötist Hariprasad Chaurasia ist ein Meister der Bansuri-Flöte und gilt als einer der Wegbereiter der Ost-WEst-Fusion (u.a. Projekte mit John McLaughlin und Jan Garbarek).

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Paban Das Baul – Music of the Honey Gatherers

5. Juli 2010  
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Diese Album ist eine Reise in eine Aera, als Zeit noch kein Wirtschaftsfaktor war, und die menschliche Stimme nicht nur gebraucht wurde, um Informationen zu verbreiten, sondern um ein inneres Erlebnis zu ermöglichen.

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Pagla Ghora / Katha Kare Bolbo Ki / Prem Katha Ti Shunte Bhalo

Paban ist ein charismatischer Sänger, ein Baul. Die Bauls sind eine Gruppe von wandernder Sängern und Geschichtenerzähler, die ihre Tradition auf eine spirituelle Quelle gründen. Angesiedelt zwischen Hinduismus, Sufismus und Buddhismus nutzen die Bauls ihre Lieder und Tänze, um den Menschen als göttliches Wesen zu feiern.

Etwas vereinfacht könnte man sagen, dass die Baul Schamanen sind. Die Metapher «Honigsammler» bezieht sich weniger auf den realen Honig, sondern steht für seelische Erlebnisse,  erweitertes Bewusstsein, klarere  Wahrnehmung. Mit demselben Titel ist auch ein Buch (im Moment erst auf englisch) erschienen: The Honey Gatherers.

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