Tcheka – Dor De Mar

23. Dezember 2011  
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Es ist das vierte Album des jungen Songwriters von den Kapverden, und er hat es geschafft seine Grooves zu verfeinern und zu verschärfen. Saudade gibt’s in den Geschichten, aber nicht in den Arrangements.

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Moça De Classe, Dor De Mar, Storia Estrada

Zwei Markenzeichen machen die Musik von Tcheka aus. Da ist zum einen seine Gitarrentechnik, die hat er sich von den Perkussionsinstrumenten des Batuque-Tanzes geliehen. Wobei die Rhythmustechnik selber noch weiter zurückreicht in die Zeit, als alle Trommeln von der katholischen Kirche verboten waren. Die Frauen schlugen dann, z.B. beim Waschen, auf ganz unterschiedlich vielschichtig gefaltete Tücher und erzeugten so unterschiedliche Töne und komplexe Rhythmen. Für Tcheka ist die Gitarre sowohl Melodie- wie Rhythmusinstrument.

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Luso Noir – Music from Portugese-Speaking Africa

3. Oktober 2011  
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Mit Luso Noir will Piranha wohl an seinen Sampler «Egypt Noir» anknüpfen. Dazu musste die  Kuratorin DJ Grace Kelly tief im Archiv der Berliner graben und weist damit unfreiwillig auf einen Missstand hin.

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Simentera: Dor di Amor, Orchestra Marrabenta Star de Moçambique & Wazimbo: Nhimba Ya Dota, Ghorwane: Pim-Pam-Pum

Das Label Piranha veröffentlicht auch nicht mehr so viele Neuentdeckungen wie noch vor einem Jahrzehnt. Es pflegt seinen Katalog und bringt aus diesem immer wieder thematische Sampler. Für diesen hier ist der Ausdruck «Saudade» wichtig: von Mosambik bis auf die Kapverden hat die Sehnsucht eine etwas andere musikalische Färbung angenommen als die mitgebrachten Fado-Melodien der portugiesischen Kolonisatoren es vor-fühlten. Da ist nicht nur Herzschmerz in den Songs, sondern auch gleich eines der besten Heilmittel dagegen: Tanz.

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Teofilo Chantre – meStissage

9. Juni 2011  
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Als Komponist hat Chantre seine Heimat, die Kapverden, im Gefühl. Musikalisch ist er aber  schon längst in Brasilien zuhause. Und nun beeinflusst seine Wohnheimat Frankreich seine Lieder mehr denn je: Es ist das Chanson-Album von Teofilo Chantre.

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Tu verrais, Gongon, Au Restau De L’Exil

Als Komponist hat er mitgeholfen, die Weltkarriere von Cesária Evora zu gestalten. Als Interpret veröffentlicht er mit «meStissages» sein sechstes Studioalbum. Ein Wortspiel, denn tissage heisst auf Französisch Weberei, und Métissage ist die Vermischung der Kulturen und Rassen. Und genau das ist dieses Album: Ein Gewebe aus den melancholischen Liedern seiner Heimat, den Rhythmen Brasiliens und den orchestrierten Chansons seiner Wahlheimat Frankreich. Mehrsprachig sang er schon immer, aber jetzt wird auf der Hälfte der Lieder französisch gesungen, einmal auch im Duett mit Bernard Lavilliers.

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Mario Lucio – Kreol

17. Dezember 2010  
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Der ehemalige Kopf der Kapverdischen Truppe Simentera legt ein weiteres Soloalbum vor, das eigentlich ein Duett-Album ist, denn er reiste mit seinen Liedern von Bamako bis Havanna.

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Kreol, Petit Son (feat. Pablo Milanes), M’Afrika (feat. Awa Sangho)

Ein wichtiger Beitrag der Truppe Simentera war es, in den 90er Jahren, die kapverdische Musik etwas weiter zu fassen, in einen grösseren Zusammenhang zu stellen. Die Inselgruppe ist seit mehreren Jahrhunderten ein wichtiger Ankerpunkt zwischen Europa, Afrika und dem amerikanischen Kontinent. Hier treffen westafrikanische, portugiesische, brazilianische und karibische Kulturströme zusammen. So ist es denn auch nachvollziehbar, wenn Mario Lucio sein neustes Werk dem Atlantischen Ozean widmet.

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Island Blues – Entre Mer Et Ciel

6. Oktober 2010  
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Das Network-Label ist bekannt für seine thematischen Sampler. Auf dieser Doppel-CD hat Christian Scholze Musik von den Inseln des gesamten Globus  zusammengetragen.

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Titina: Note di Mindelo / Phoenix Choir: Lutu Sobu Na Yakavi / Donnisulana: Chama Paghjella / Catherine-Ann MacPhee: O Hi Ri Lean

Inselmusik hat immer mit Sehnsucht zu tun. Es hat wohl damit zu tun, dass man sich eher bewusst ist, dass «da draussen» noch ganz viele Menschen, Länder und Kulturen existieren. Andererseits fanden auf Inseln Musik-Stile auch viel leichter zusammen, denn es legt immer wieder ein Schiff an, und ein Musiker kam an Land mit ungehörten Liedern. Für die Kreuzfahrt auf dem Sofa ist dies der geeignete Soundtrack – auch wenn die Reise manchmal fast zu schnell weiter geht.

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Cesária Evora – Nha Sentimento

7. Dezember 2009  
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cesaria-evora-nha-sentimietoDie grosse Dame der kapverdischen Musik legt ein neues Album vor – und überrascht mit neuen Klängen. Nun reicht ihre Sehnsucht von Kolumbien bis Ägypten.

Von der Diva der kapverdischen Inseln erwartet man etwas vorschnell einfach jene Mornas, für die sie weltberühmt wurde. Aber Cesária hat die Lust auf Neues nicht verloren. Es sind nicht grosse, abwegige Experimente, auf die sie sich einlässt, und das Album braucht einigen Anlauf, um die neuen Farben offen zu zeigen. Der Erfolg ihrer jungen Kolleginnen wie Lura oder Mayra Andrade scheint die Diva beflügelt zu haben: Dieses Album tanzt.

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Mayra Andrade: Lua

25. August 2009  
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Mayra Andrade: Lua


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Ihre aktuelle CD heisst Stória, Stória

Mayra Andrade – Stória, Stória

11. August 2009  
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mayra-andrade-storia-storiaDie musikalische Weltenbummlerin mit kapverdischen Wurzeln hat in Frankreich, Brasilien und auf Kuba ihr aktuelles Album eingespielt – reich an Sounds und Rhythmen.

Zur Welt gekommen auf Kuba, auf den Kapverden aufgewachsen, aber auch in Angola, Deutschland oder Senegal zuhause, singt Mayra auch gerne mal auf Französisch. War das Album «Navega» (2006) das Statement einer jungen Sängerin von den Kapverden, so stellt  sie jetzt all die anderen Einflüsse, die sie auch geprägt haben, gleichberechtigt daneben. Die Touren rund um die Welt haben ihr Beziehungsnetz vergrössert, und zusätzliche Klarheit in der Interpretation gebracht. Sicher steht sie hinter den Melodien, die mal als verdrehten Walzer daherkommen, mal auf einem Trommelteppich etwas rauher, oder eingebettet in eine Streicherwolke zartbitter tönen.

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Musiques Métisses – Afrique Atlantique

1. August 2009  
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afrique-AtlantiqueLieder aus Ländern entlang der Westküste Afrikas von Angola bis Senegal. Christian Mousset hat sich eine Visitenkarte seines Festivals zusammengestellt.

«Musiques Métisses» heisst das Festival von Christian Mousset. Es ist eine der angesehensten Adressen im französischen Festivalkalender. Deshalb darf man fast blind darauf vertrauen, dass dieser Mann seine Compilations nicht nach markttechnischen Kriterien zusammenstellt, sondern aus Liebe zur Musik und den Musikern. Wahrscheinlich standen alle schon mal in Angoulême auf der Bühne, und dies ist so etwas wie ein thematischer Rundgang durch die CD-Sammlung des Festivaldirektors. Für Weltmusik-Entdecker ein verlässlicher Führer, und für Kenner hat er doch noch die eine oder andere Trouvaille dabei.

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Sara Tavares – Xinti

25. Juni 2009  
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sara-tavares-xintiSara Tavares ist eine Seidenhändlerin und bietet nur ganz fein Gewobenes an. Das dritte Album der portugiesischen Sängerin besticht vor allem als Gesamtwerk.

Für viele Weltmusik-Hörer war das letzte, „richtige“ Album von Sara Tavares, «Balancê», der Ohröffner. Titel wie „Bom Feeling“ oder „Balancê“ die Ohrwürmer. In ihrer Heimat ist Sara schon lange mehr als nur ein Geheimtip. Das verdankt sie vor allem einer grossen Bühnenpräsenz: ihre Konzerte bleiben in der Erinnerung der Besucher noch lange haften. Ein solches erschien als DVD «Alive in Lisboa» 2008. Die dritte Produktion ist ein dichtes Songschreiberin-Album. Ohrwürmer sind nicht sofort auszumachen, Zartheit überwiegt.

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