Los Gaiteros de San Jacinto, Cimarrón, La Revuelta

31. Juli 2010  
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Das Festival Glatt und Verkehrt lud zu einem Abend mit «Ritmos de Colombia». Ein Abend der zeigte, wie viel Musik aus diesem riesigen Land es noch zu entdecken gibt: Von den charmanten Geschichten-Erzählern aus der Pazifikregion, zu den stampfenden Tänzen aus den Llanos des Ostens, bis zu den urbanen Grooves aus dem Schmelztiegel Bogota.

Charme und orchestrale Verve

Eröffnet wurde der Abend von Los Gaiteros aus San Jacinto, die Volkskultur ohne irgendwelche Patina präsentierten. Dass Tradition nicht vor Erfolg schützt, erfuhr diese Band, als sie 2007 einen Grammy erhielt. Angetrieben wird die Erzähl-Musik von kräftiger Perkussion und indianischen Flöten (Gaitas). Schade dass  mein Spanisch nicht so gut ist, dass ich den Texten auch wirklich folgen konnte, denn der quicklebendige, über 70jährige Chef und Sänger Juan Fernandez, würzte seine Geschichten-Lieder mit sehr viel Schalk – und wohl auch mit Episoden, die manch eine Dame erröten liessen.

Die gefeiertste Band des Abends war Cimarrón, Vertreter des Joropo, eines Musikstil aus dem Osten des Landes. Wie der Leader der Band, der Harfenist Carlos Rojas beschrieb, entspricht sie der Mentalität der Einwohner: Harte Schale, weicher Kern. Die Tänze sind stampfend und schnell, die Lieder herausfordernd und kräftig. Die Arrangements der Lieder liess viel Platz für Improvisation und Soli. Das führte zu ausschweifenden Passagen, die aber dank der enormen Virtuosität der Instrumentalisten nie in irgendwelche Selbstgefälligkeit abdriftete.

Aus dem Schmelztiegel Bogota

Die Mitglieder von La Revuelta kommen aus ganz unterschiedlichen Gegenden Kolumbiens. Entsprechend vielfältig sind die Soundfarben der Band: Harte Gitarrentöne beissen sich durch komplexe Afro-Rhythmen, die Klarinette tänzelt um die Wechselgesänge der Front-Ladies, und zwischendurch rapt und reimt sich ein MC  durch die dicht gewobenen Grooves. Den Herztakt der Musik schlägt eine Marimba, und wer nicht mitwippt oder -tanzt, nickt mindestens mit dem Kopf. Auch wenn die Dynamik über die volle Konzertlänge etwas gleichförmig ist, macht die Band das mit jugendlichem Feuereifer wieder wett.

Das Festival Glatt & Verkehrt dauert noch bis Sonntag, 1. August, Infos gibt’s hier, einzelne Konzerte auf Ö1 liver oder als Mitschnitte, und hier die Slideshows vom Donnerstag (Rumble in the Jungle) und Mittwoch (Grenzenlose Verwandtschaften).

Palenque Palenque 1975 – 91

22. Juli 2010  
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In den Wäldern von Kolumbien wurde die afrikanischen Rhythmen in den vergangenen Jahrhunderten gehütet und gespielt. Der Draht nach Afrika wurde im vergangenen Jahrhundert gar noch verstärkt.

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Cumbia Siglo XX: Naga Pedale / Abelardo Carbono y su Conunte: La Negra Kulende / Wganda Kenya: Yoro

Damit dieser Musikstil entstehen konnte, mussten ganz unterschiedliche Zeitströme zusammenspielen. Es fing mit dem Sklavenhandel an. Die kolumbianische Hafenstadt Cartagena war damals einer der grössten Anlaufhäfen für Sklavenschiffe. Selbstverständlich versuchten viele Sklaven zu flüchten. Sie tauchten im Tropenwald unter, gründeten Siedlungen und isolierten sich soweit wie möglich von der restlichen Welt. So wurden die Rhythmen der Westküste Afrikas nach Südamerika transportiert und tradiert.

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Choc Quib Town – Oro

4. Juni 2010  
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Nein, das ist kein Fehler – ich habe von Choc Quib Town schon mal ein Album mit demselben Titel vorgestellt. Diese Ausgabe hier hat einige Songs gestrichen, dafür zwei neue dazu gepackt, plus zwei Remixes.

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Pescao Enveneao / De Donde Vengo Yo / Somos Pacifio (Salsa Remix)

Das WorldConnection Label hat für eine europäische Ausgabe von «Oro» einiges umgestellt: Ganze fünf Songs von der Original-Oro-Scheibe sind rausgeflogen. Neu dazu gekommen sind zwei Songs von der Scheibe «Somos Pacifico» (2006), jener Produktion, mit der die drei Kolumbianer ihre eigenen Landsleute von ihrem Talent überzeugt haben.

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Anibal Velasquez Y Su Conjunto – Mambo Loco

10. Mai 2010  
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Treibende Karnevals-Rhythmen, angeführt vom Akkordeon, das gab es in Kolumbien so noch nicht, bis Anibal Velasquez die Szene betrat..

Geburtsort des aussergewöhnlichen Musikmixes von Anibal Velasquez ist Barranquilla, die Hafenstadt an der Karibik-Küste Kolumbiens. Hafen bedeutet immer Austausch, und viele Leute, die am Abend in einem Lokal unterhalten werden wollen. In den 50ziger Jahre war die musikalische Unterhaltung geprägt von grossen Bands, die im Stil der amerikanischen Big Bands spielten. Velasquez jedoch hatte sich für das damals noch etwas verpönte Akkordeon entschieden, und seine Mixtur bestand aus einheimischen Vallenato-Melodien und Cumbia, kubanischem Son und Guaracha.

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ChocQuibTown – Oro

12. März 2010  
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Nominiert waren sie, aber für einen Grammy hat es dieses Jahr noch nicht gereicht. Doch die drei Kolumbianer und ihre Mitstreiter haben in den letzten Monaten mit Auftritten u.a. an der WOMEX so erfolgreich für sich geworben, dass sie im Frühjahr/Sommer 2010 für die grossen Festivals in Europa gebucht sind.

«Oro» ist in erster Linie ein HipHop-, kein Cumbia- oder Guajira-Album. Sicher stammen viele Beats und Grooves aus dem Fundus Kolumbiens, sind irgendwo zwischen Pazifik und dem Golf von Mexiko zuhause. Aber Frontfrau Goyo und die Rapper/Electronicas Tostao und Slow wollen explizit nicht Musik aus Kolumbien für die Welt machen, sondern einfach globale Musik.

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Bomba Estéreo – Blow Up/Estalla

11. Februar 2010  
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Cumbia goes Hiphop, oder: wenn Technotüftler aus ihrem Duo-Dasein ausbrechen und zu einer Band mutieren entstehen CDs wie diese.

«Blow Up» bietet Dance- und Club-Sounds aus Bogota, Kolumbien. Das ursprüngliche Duo an den Hebeln waren Simon Mejia und DJ Fresh. Aber das Leben hinter den Computern und Fadern kann einsam werden, also wurde flugs eine zungenschnelle Frontfrau, Liliana Saumet, dazu gebucht, statt dem Computer auch mal die Stromgitarre angeworfen, und die Grooves mit Live-Schlagzeug und Perkussion verstärkt. Und los geht die Post. Diese Produktion wurde in der Heimat unter dem Namen «Estalla» 2008 veröffentlich und kam als «Blow Up» Ende letztes Jahr auch bei uns in die Läden.

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Carlos Vives – Gota Fria

30. Januar 2010  
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Carlos Vives – Gota Fria


Seine aktuelle CD heisst Clasicos de la Provincia II

Toto la Momposina – La Bodega

6. Januar 2010  
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toto-la-momposina-la-bodegaEin erstaunliches Album einer erstaunlichen Lady: Nach rund 10 Jahren erscheint endlich wieder ein Album jener Sängerin, welche half, Kolumbien auf die Welt-Musikkarte zu setzen.

Gesang und Tanz bestimmten das Leben der Sonia Bazanta Vides. Musik gehörte seit Generationen zum Leben der Familie, die ihre Existenz mehrheitlich als Handwerker verdiente. Als Ende des zweiten Weltkriegs die wirtschaftlichen Zeiten schlechter wurden, zog die Familie  von Mompos flussaufwärts Richtung Bogota. Während des Bürgerkrieges pflegten sie erfolgreich die afrokolumbianische Musiktradition, trotz starker rassistischer Anfeindungen um sie herum. Als nach dem Bürgerkrieg das Fernsehen in Kolumbien einführt wurde, waren sie und ihre Familie gerne gesehene TV-Unterhalter.

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Carlos Vives – Clásicos de la provincia II

24. Dezember 2009  
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carlos-vives-classicos-de-la-provincia2Zu diesen Songs tanzt (nicht nur) der Norden Südamerikas: Carlos Vives widmet erneut ein Album den Klassikern des Vallenato.

Vallenato ist neben der Cumbia die Fest- und Tanz-Musik aus dem Norden Kolumbiens. Carlos Vives hatte „seiner“ Heimatmusik bereits 1993 ein Album gewidmet – logischerweise Clásicos de la provincia. Und damit nicht nur sich selber als rockender Vallenato-Sänger etabliert, sondern mitgeholfen, diese Musikform auch im Rest der Welt bekannt zu machen. Jetzt kommt also eine zweite Verbeugung vor den Helden des Vallenato, die ausserhalb ihrer Heimat wohl selten jemand beim Namen kennt z.b. Luis Enrique Martínez, Náfer Durán oder Leandro Díaz.

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Pacifico Colombiano

20. Juli 2009  
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pacifico-colombianoAn der pazifischen Küste haben viele Musikstile aus Afrika, der Karibik oder dem fernen New York eine interessante Entwicklung genommen.

Hafenstädte sind Brutstätten für Handel, Händel und gesellschaftliche Entwicklungen. Buenaventura an der Pazifischen Küste hat alles erlebt, von der totalen Zerstörung bis zur aufstrebenden Metropole. Hafenstädte sind Schmelztiegel der Kulturen, seien sie jetzt zusammen mit den Sklaven verschleppt worden, oder freiwillig mitgebracht von Abenteurern und Handelsreisenden. Buenaventura ist die Salsa-Hochburg Kolumbiens. Aber auch andere Musikstile haben hier ein Zuhause gefunden, oder sind gar hier entstanden.

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