Bab El Med, zweiter Konzertabend, 25. März 2011

29. März 2011  
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Bab El Med zum zweiten -  an diesem Freitag Abend schon mit deutlich mehr Publikum. Soviel, dass das einsame Duo Place Klezmer mit Akkordeon und Posaune gänzlich unterging. Volles Haus dann  für eine unbekannte Stimme aus dem kleinen Somaliland: Sarah Halgan. Etwas nervös war sie. Heimspiel gab’s für ein Projekt aus der Provence: Chants Sacrés Gitans steht auf der Schnittstelle von andalusischer, katalanischer und provencalischer Musik, zusammengehalten vom Feuer der Gypsies.

Exotischer ging es weiter mit der koreanischen Truppe Noreum Machi: Trommelspiel auf höchstem Niveau. Und auch der Spass kam nicht zu kurz! Dann kennt die Welt ab sofort ein neues Akkordeon-Projekt, das ein wenig in der Gefolgschaft des Accordeon Tribe steht. Nur sind es diesmal gleich fünf Akkordeonisten aus fünf Ländern: Riccardo Testi, Bruno Le Tron, Markku Lepistö, Didier Laloy und David Munnelly bedienen sich für dieses Projekt der kleinen, diatonischen Handorgel – grandios!

Im Südosten Afrikas haben sich drei Interpreten zum Projekt Afrique du Soleil Levant zusammengetan: Maalesh, Diho und Triongazi bringen süsse, manchmal etwas zu süsse Melodien von der Inselwelt der Komoren und Mayotte. Ganz anders dann Blue King Brown aus Australien: Hier kommt eine geballte Breitseite Rock mit Hendrix-Gitarren, schwurbelnder Hammond-Orgel und Perkussionsfeuerwerk daher. Hart aber herzlich.

Ein intensives Konzert gibt’s mit Christine Salem. Die Maloya-Sängerin aus La Réunion zeigt, dass ihre Musik live noch mehr unter die Haut geht, als wenn man sie nur vom Silberling hört. Sehr beeindruckend. Beim Instanbuler Quintett Sazendeleri war der Konzertsaal bereits wegen zuviel Andrang geschlossen.

Die grosse Party lancierten die Chilenen Chico Trujillo: Ska, Cumbia und Punk zu einem wirbligen Gebräu zusammengemischt passte dem Saal-Publikum bestens, die Tanzbeine wurden geschwungen. Und zum Abschluss gab’s Elektronisches mit Dub-Elemente versetzt von Fedayi Pacha.

Eindrücke vom ersten Konzertabend gibt es hier.

Bab El Med Marseille, 24. März 2011

28. März 2011  
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Was die Leute von der Womex können, können wir auch, sagten sich die Marseiller. Und luden dies Jahr zum siebten Mal zur grossen Weltmusik-Party Bab El Med nach Marseille. Die Stadt selber ist ein Schmelztiegel, und darum ein idealer Ort, gerade hier einen aktuellen Querschnitt durch die Musiken aus allen Kontinenten zu zeigen.

Corason de Mexico schmetterten ihren Herzschmerz ins noch nicht so zahlreiche Publikum – leider mit einem Aushilfetrompeter. Was ist eine Mariachiband mit einem Solisten, der ab Blatt liest…… Aziz Sahmaoui & University of Gnawa brachte die Trancemusik aus Marokko über’s Meer. Eingängig, auch wenn der Funke erst spät  springen wollte.

JuJu nennen Justin Adams und Juldeh Camara mittlerweile ihr Projekt. Es rockte noch mehr als vor einem Jahr, und macht gespannt auf die aktuelle CD, die im Herbst erscheinen soll. Sashird Lao, ein Trio aus der Region überraschten mit Beatboxing, arabischen Melodien und Jazzschräglage.

Oquestrada aus Portugal spielten den tanzenden Tasca-Sound weil sie keinen Fado machen wollen. Aber der drückt trotzdem immer wieder durch, und die Mischung begeistert auch hier das französische Publikum. Die etwas leiseren und poetischeren Töne von Miquel Gil treffen den Geschmack des Festpublikums nicht ganz, hier sind die Fans gefragt.

Oud-Zaubereien aus dem Libanon bot Charbel Rouhana. Zusammen mit seinem Duett-Partner tanzt er in atemberaubendem Tempo durch die Harmonieschleifen. Die Fanfare du Belgistan hat sich von den Brass Klängen des Balkans inspirieren lassen, die stampfenden Beats aber vertrackt durchbrochen und den Jazz in den Melodien wühlen lassen.

Fally Ipupa aus der Demokratischen Republik Kongo war enttäuschend. Schon bevor er überhaupt irgendwas gesungen hatte, machte er auf Publikumsanimation. Das war etwas plump. Und Meistermixer Shantel bätterte sich souverän durch seine Silberling-Sammlung und reihte Loop an Groove und Melodie an Beet – fast ein bisschen zu abgeklärt.

Die Kollegen von Mondomix waren mit ihren Kameras vor Ort.

 

Moussu T E Lei Jovents – Putan de Cançon

24. September 2010  
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Die Marseiller entwickeln ihren Mix von Chanson mit Ohrwurm-Charakter, südamerikanisch beeinflussten Grooves und Blue-Notes erfolgreich weiter.

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Putan de cançon, Mon Ouragan, Bons Baisers De Marseille

In den letzten fünf Jahren ist aus dem ehemaligen Nebenprojekt des «Massilia Sound Systems» eine Truppe gewachsen, die mit ihrer 5. CD belegen, dass sie ziemlich genau wissen, wohin die Reise geht. Tatou, Frontmann und bekennender Okzitane, ist immer noch Dreh- und Angelpunkt der Band. Die hat sich aus einem Trio mittlerweile zu einem Quintett entwickelt – wobei auffällt: drei Mitglieder sind Schlagzeuger / Perkussionisten. Das heisst jetzt aber nicht, das die Melodie zu kurz kommt. Im Gegenteil, denn die Drei begreifen ihre Instrumente nicht als Schlagwerke, sondern als Melodien-Macher.

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Moussu T e Lei Jovents – Forever Polida

17. September 2009  
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moussu-t-forever-polidaChansons tönen in jeder Region Frankreichs anders – in denen aus Marseille singt man ab und zu nicht mal französisch. Aber Paris ist ja schliesslich auch nicht die Welt.

Tatou, alias Moussu T, hat als Mitgründer des «Massilia Sound Systems» viel dazu beigetragen, dass die okzitanische Sprache ein Revival erlebt. Die Sprache ist zwischen dem Piemont und Katalonien beheimatet, und war im 12 Jhd. die bevorzugte Sprache der Troubadoure in ganz Europa. Jetzt wird sie  für die Neuzeit wieder fit gemacht. Marseille war seit Jahrhunderten ein Schmelztiegel der Kulturen, und der Träume. In Paris wurde das Land regiert, aber in Marseille tat sich das Tor zur Welt auf.

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Massilia Sound System – Òai e Libertat

7. Januar 2009  
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massilia-sound-system-oai-e-libertatDie Kulturaktivisten aus Marseille haben wieder zur Urformation zusammengefunden und ein superbes Album produziert.

Was für Paris Mano Negra waren, das ist für Marseille das Massilia Sound System. Musikalisch allerdings mehr im Raggamuffin zuhause als die rockenden MN um Manu Chao. Sie setzten auf kleine Geschichten aus dem Alltag und auf die okzitanische Sprache und Kultur. Da treffen auch mal mittelalterliche Harmoniefetzen auf harte Elektronik. Neben der Musik war das Sound System stets eine Gruppe von Kulturaktivisten und Fussballfans.

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