Nguyen Lê’s «Saiyuki», Sonagi Projekt feat. Okkyung Lee & Hahn Row, Hanggai

1. August 2010  
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Der zweitletzte Abend des Festivals Glatt & Verkehrt trug den Titel «Der Ferne Klang», und die Ferne bezog sich auf Asien. Dieser Erdteil ist ausserordentlich reich an Trommeln aller Art und exotischen Instrumenten. Wie die Koto bis in Jazzgefilde vordringen, und eine Pferdekopfgeige auch gegen eine Rockband anspielen kann, das hörte ich zum ersten Mal live in Krems.

Entfesselte Koto und komplexe Rhythmen

Nguyen Lê’s aktuelles Projekt trägt den Titel Saiyuki, und ist angelehnt an die Geschichte von Monkey, dem abenteuerlichen Geist in den Götterhimmeln Chinas. Die japanische Koto von Mieko Miyazaki, die vietnamesische Jazzgitarre von Lê und die indischen Tablas von Prabhu Edouard bieten genügend Klangfülle, um jede Abenteuer-Geschichte zu erzählen. War diese mal nicht selbsterklärend, erläuterten sie die Musiker in herzlichen Ansagen. Insbesondere Prabhu profilierte sich als scharfzüngiger, witziger Moderator. Lê hielt seine Gitarre im Zaum, Mieko liess ihrer Koto freien Lauf und Prabhu gab den Songs den nötigen Drive – viel spannender noch als die Aufnahmen auf CD!

Jedes asiatische Land hat seine Trommeln, aber Korea hat die wohl komplexeste Rhythmus-Kultur. Das Sonagi Project von Jang Jae Hyo spielt vor allem auf den zweifelligen Janggo-Trommeln, die eine komplizierte Schlagtechnik verlangen. Gongs ergänzen das Klangspektrum, ruhige Lieder schaffen Oasen zwischen treibenden, lauten und vertrackten Schlagwerk-Stücken. Diese Lieder wurden an diesem Abend von der Cellistin Okkyung Lee und dem Violonisten Hahn Rowe begleitet – Sounds, Noises und Sampler legten sphärische Teppiche aus. Krems bedankte sich für das furiose Schlag-Feuerwerk mit tosendem Applaus.

Trockener Charme auch Peking

Hanggai ist ein Ensemble, das die einfachen, melodiösen Lieder aus der mongolischen Steppe in die Hauptstadt Peking getragen hat. Neben den traditionellen Instrumenten wie der Laute Tobshuur oder der Pferdekopfgeige ist die Instrumentierung nicht anders als die jeder anderen Rockband dieser Welt: Bass, Gitarren, Schlagzeug. Es sind die Melodien, der sehnsüchtige Klang der Geige, und immer wieder der Ober- und Unter-Ton-Gesang, welcher ganz klar die geografische Herkunft der Band  markieren.

Die Ansagen kamen selbstbewusst in Chinesisch, oder aber in sehr trockenem, sympatisch-hölzernen Englisch daher – mit der Zeit kannte man die Hauptinhalte der Songs: Liebe, Feste und schöne Pferde. Als Hanggai als zweite Zugabe dann nochmals ihren «Drinking Song» anstimmten, hob auch das Kremser Publikum bei jedem Refrain begeistert das Glas (resp. den Becher): «Hey!»

Am 1. August geht das Festival 2010 mit «Wilden Balladen» zu Ende, Infos dazu unter www.glattundverkehrt.at, Radiosendungen auf Ö1, und die Slideshows der vergangenen Abende hier (Mittwoch, Donnerstag, Freitag).

Nguyên Lê – Saiyuki

17. Juli 2010  
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Mehrheitlich instrumentale Fusion-Musik, entstanden im kulturellen Schmelztiegel Paris. Es ist ein asiatisches Projekt mit Koto, Tabla, Flöte und Gitarre, und fliesst zwischen Tradition und Jazz.

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Mina Zuki / Sangam / Ila

Die hier aufspielenden Musiker bewegen sich auch als Solisten zwischen den Stilen. Koto-Spielerin Mieko Miyazaki trat mit ihrem klassischen Repertoire schon vor dem japanischen Kaiserpaar auf, fühlt sich aber in der improvisierenden Musik ebenso wohl. Tablaspieler Edouard Prabhu ist ein gefragter Begleiter in der indischen Tradition, aber auch für Interpreten aus so unterschiedlichen Kulturkreisen wie z.B. Afghanistan, Senegal oder Frankreich. Der Flötist Hariprasad Chaurasia ist ein Meister der Bansuri-Flöte und gilt als einer der Wegbereiter der Ost-WEst-Fusion (u.a. Projekte mit John McLaughlin und Jan Garbarek).

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Huong Thanh & Nguyen Lê – Fragile Beauty

10. Januar 2009  
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huang-thanh-fragile-beautyWenn eine traditionell geschulte vietnamesische Stimme und eine Jazzgitarre Melodien weben entsteht eine überraschende Songlandschaft.

Huong Thanhs Gesangs-Lehrer kamen aus der Familie: ihr Vater war einer der führenden Sänger der Vietnamesischen Oper «Cai Luong». Im Elternhaus gingen die Musiker und Tänzer ein und aus. Bereits mit 16 stand sie zum ersten Mal auf der Theaterbühne. Sie lernte 1995 in Paris den Gitarristen Nguyen Lê und durch ihn den Jazz kennen. Die mittlerweile vierte Produktion der beiden zeigt, wie stark die beiden Musikwelten unterdessen verwoben sind.

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