Beginners Guide to Scandinavia
14. September 2011
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Es macht durchaus Sinn, die nordischen Länder in einem gemeinsamen Sampler musikalisch vorzustellen, denn die Gemeinsamkeiten sind ohrenfälliger als die kulturellen Unterschiede.
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Pop & Contemporary: Vuoko Hovatta (Finnland): Aletta, Valravn (Dänemark/Faröer): Seersken
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Folk & Roots: Sigrid Moldestad (Norwegen): Gata, Morild (Dänemark/Finnland): Der Stole Tre Skalke
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Jazz, Experimental & Atmospheres: Bazar Bla (Schweden): Stilla, Agnar Már Magnússon (Island): Heimkoma
Hand auf’s Herz: Wie viele Bands und Interpreten aus den nordischen Ländern zwischen den Faröer Inseln und Island kennst du, ABBA, Björk und Jan Garbarek mal nicht eingerechnet? Was bleibt nach Namen wie Värttinä, Maria Kalaniemi, Kari Bremnes, Wimme oder Mari Boine? Eben. Hier kommt dieser 3 CDs starke Sampler gerade recht. Er macht keine Unterschiede zwischen den Ländern und braucht die Unterteilung in Roots, Pop und Jazz bloss als Strukturhilfe. Stilistisch ist alles so weit offen, dass vom Joik bis zum unstrukturierten klanglichen Experiment alles Platz hat. Zeitlich umfasst der Sammel-Horizont rund zwei Jahrzehnte.
Mari Boine – Sterna Paradisea (Čuovgga Áirras)
20. September 2009
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Sie ist eine Meisterin im vertonen von Seelenlandschaften. Und verknüpft auf dem aktuellen Album mühelos die Kultur der Samen im hohen Norden mit jener der Xhosa in Südafrika.
Weit, aber konsequent, ist der Weg, den Mari Boine bisher zurücklegte: Von der jungen Sami-Sängerin, die der Welt die Joiks ihrer Heimat brachte und sich dabei auf die Trommel als Begleitung verliess, bis zur Singer/Songwriterin die sie heute ist. Jede CD ist ein Reisetagebuch, die Songs wie Fotos, Erinnerungen. Im letzten Jahr entstand der Filmsoundtrack zu «The Kautokeino Rebellion». Dort arbeitete sie auch mit der Sami-Lyrikerin Rawdna Carita Eira zusammen. Eine Zusammenarbeit, die sich jetzt in über der Hälfte der Songs fortsetzt, denn Rawdna malt so mit Worten, wie es Mari mit Tönen macht.
Mari Boine – Idjagieđas
3. September 2009
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Mit jeder Produktion wächst die Sicherheit der norwegischen Sängerin. Die Songs sind fest geerdet, und einige kommen in die Nähe einer schamanischen Anrufung.
Am 3. September 2009 erhält Mari Boine offiziell den höchsten norwegischen Kulturpreis, den Anders Jahres Legat. Als sie 1990 ihr erstes Album «Gula Gula» auch auf Peter Gabriels Realworld-Label veröffentlichte, wurde die Welt ausserhalb Norwegens auf die Kunst des Joik und die Kultur der Samen aufmerksam. Boines Stimme, ihre Trommelbegleitung hatten etwas Archaisches und gleichzeitig Berührendes an sich. Die musikalische Entwicklung führte sie in über zehn Produktion weg vom Joik, hin zu einer sphärischen Umsetzung von Seelenzuständen und Naturbetrachtungen.
Jon Balke, Amina Alaoui – Siwan
4. August 2009
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Ein norwegischer Pianist, eine marokkanische Sängerin, ein algerischer Geiger, Gedichte, die beinahe 1000 Jahre alt sind, produziert für das ECM-Label – das sind die Eckpfeiler einer ergreifenden Klangreise.
Weder ist es Jazz, noch ist es Musik-Ethnologie, obwohl beide Elemente in den Kompositionen zu finden sind. Jon Balke betont in einem Interview bei Spinner, dass es sich bei den Aufnahmen in keinster Weise um traditionelles Material handelt. Aber sowohl Komponist wie Sängerin bauen auf musikalischen Techniken, die aus der Zeit zwischen dem 8 Jhd. und dem 15 Jhd. stammen, als die iberische Halbinsel arabische Herrscher hatte und den Namen Al Andalus trug. Von hier ausgehend entwickelten sich in beiden Kulturen unterschiedliche Musiktraditionen, mit einer Gemeinsamkeit: Ein Teil der Stücke ist jeweils vorgegeben, der andere Teil ist Improvisation. Bei uns in Europa ist diese Zeit eine der Hauptquellen für die gesamte Musik des Barock.
Kari Bremnes – Reise
11. März 2009
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Das Album heisst in der norwegischen Ausgabe «Live». Für die deutsche Ausgabe wählte die Sängerin den CD-Titel «Reise», wohl weil es die musikalische Reise durch zwanzig Bühnenjahre zusammenfasst.
Live-Alben sind nicht jedermanns Sache. Bei dieser Aufnahme darf man getrost zugreifen. Kari Bremnes ist nämlich nicht nur als Songwriterin mit Gespür für Stimmungen und Atmosphäre bekannt. Sie holt mit ihren Produktionen auch reihenweise Auszeichnungen in Sachen Klang-Transparenz und Produktion ab. Dies trifft auch für diesen Live-Mitschnitt zu. Obwohl die Band sehr eng verzahnt ihre Grooves legt, tönen die einzelnen Stimmen transparent und klar. Und obwohl fast jeder Song aus einem anderen Konzert-Mitschnitt stammt, kommt das Ganze wie aus einem Guss daher.
Ulla Pirttijärvi – Áibbašeabmi
21. Januar 2009
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Wärmende Töne aus dem kalten Norden Europas: Ulla Pirttijärvi und Frode Fjellheim tragen die Joiks der Samen in den Süden.
Die Finnin Ulla Pirtijärvi gilt als eine der führenden Sängerinnen des Joik, dieser lautmalenden Gesangskunst der Samen. Gefragt, über was sie denn da wortlos singe, meinte sie in einem Interview gegenüber Andrew Cronshaw (fRoots): « Ich singe Gefühle». Und die lassen sich bekanntlich nicht so leicht in Worte fassen. Ihr musikalischer Mitstreiter und Produzent ist der Norweger Frode Fjellheim, ein Tastenhexer und ebenfalls im Joik beheimatet. Sein Jazz Joik Ensemble öffnet sich immer mehr den Klangexperimenten der modernen Elektronik, oder anderen Musikwelten. So arbeitete er letzthin mit dem Qawwali-Sänger Sher Miandad Khan zusammen.



