Müller & Makaroff – El Gaucho
3. September 2010
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Zwei Drittel der Kerntruppe des Gotan Project liefern einen stimmungsvollen, leider etwas kurzen Soundtrack zum Film «El Gaucho».
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Andrés Retamal / Rio Negro / Jesús MarÃa
Der Film von Andrés Jarach war meines Wissens noch nicht in den Sälen. Aber der Soundtrack ist schon in manchem iPod. Der Gaucho ist wohl so was wie das Urmodell des Argentiniers auf dem Land: fest im Sattel, rauh aber herzlich, und immer mit einer Melodie auf den Lippen. So stelle ich ihn mir jedenfalls vor. Edouard Makaroff, der Gitarrist des Kerntrios des Gotan Projects und Christoph H. Müller, der Soundtüftler des Trios, haben den Soundtrack geschrieben. Der Film selber ist ein Roadmovie über einen Rodeohelden, der zwei Welten kennt: Die Pferde in weiter Landschaft, und die endlosen Strassen zwischen den Rodeo-Standorten.
Strassenfestival im Rahmen des «Lucerne Festivals»
24. August 2010
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Vom 24.8 bis 29.8.2010 gastieren am «Lucerne Festival» nicht nur die Grossen der klassischen Musik. Die Strassenmusiker aus aller Welt gehören seit fünf Jahren ebenfalls zum Festival-Konzept. Auch dieses Jahr wird an fünf Orten in der Luzerner Altstadt gespielt, gesungen und getanzt. Sollte Petrus wettermässig mal nicht mitmachen, gibt es für die meisten Orte eine Spielplatz-Alternative. Genaueres gibt’s im Flyer nachzulesen.
Aus Spanien kommt die Flamenco-Frauentruppe Malasangre. Ebenfalls viel Frauenpower kommt aus Tschechein mit Rodinka und aus Madagaskar mit Tiharea. Das Ensemble El Khamsa bringt das Mittelmeer an den Vierwaldstättersee. Die Gruppo Emiliano und das Karalis Bass Quartett vertreten Italien. Ubuhle Be Afrika aus Südafrika bringen die Xhosa-Kultur in die Innerschweiz. Und mit Opera Mobile bringen Olivier Forel und seine Sängerinnen die grosse Opern-Arien in die Gassen.
Hujässler – Wätterschmöcker
24. August 2010
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Die innovative Truppe aus der Innerschweiz hat für den gleichnamigen Film die Musik beigesteuert: Einmal mehr ein Beispiel, dass die Schweizer Volksmusik mehr als nur urchige Folklore zu bieten hätte.
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Tschillaut / Düdüdü / Moll verhange
Das Quartett aus der Innerschweiz legt mit diesem Film-Soundtrack bereits ihre achte CD vor. Und sie verfolgen ganz entschieden ihren Slalom-Parcours zwischen stilechter Folklore und neuen Harmonien weiter. Kurz zum Film: Es geht um die Wetterpropheten aus dem Muotatal. Thomas Horat hat über die urchigen Innerschweizer ein Filmportät gedreht, und damit wohl auch gleich ein Teil der Schweizer Volksseele offen gelegt. Der Film läuft in diesen Tagen in der Schweiz an. Alles weitere gibt’s im sehr schön angelegten Info-Blog nachzulesen.
Mama Rosin – Brûle Lentement
7. Juni 2010
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Cajun aus der Schweiz, oder wie die Macher es selber betiteln «crazy bluesy rocking combat cajun» – das mit dem «combat» lässt sich auch übersetzen mit «punky».
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Le two-step de l’haricot / You Stole My Motorcycle / Dead Love Rag
Im englischen Fachblatt fRoots einen Artikel zu erhalten, ist so was wie ein Ritterschlag. Zumindest weiss man dann, dass man nicht alles falsch gemacht hat. Und Mama Rosin haben das in der Mai-Nummer fertig gebracht. Dabei folgen die Drei aus Genf nicht zwingend der musikalischen Tradition, sondern leben mehr aus und mit der Energie ihrer Musik. Kein Wunder, wenn man die Clash, John Delafose oder den Gun Club zu den musikalischen Einflüssen zählt.
Gotan Project – Tango 3.0
29. April 2010
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Das Electro-Tango-Trio erfinden sich nicht neu, dehnt sich aber mächtig nach allen Seiten hin aus, und bezieht Erfahrungen aus verschiedenen Nebenprojekten der jüngeren Vergangenheit mit ein.
Die dritte Studioproduktion des französisch-argentinisch-schweizerischen Trios war überfällig. Vier Jahre sind im Musikgeschäft eine Ewigkeit, und ein Live-Album hilft den Fans meist nur, die Durststrecke knapp zu überwinden. Untätig waren die Drei aber nicht. Philippe Cohen Solal veröffentlichte mit «Moonshine Sessions» ein Country-Album(!), und Christoph H. Müller brachte mit Rodolfo Muñez die Arbeit «Radiokijada» unter die Leute – quasi ein peruanischer Cousin des Tango-Projekts. Jetzt nutzen die Drei den Tango vermehrt als Gefühlsausdruck, nicht nur als Musikstil.
Asita Hamidis Bazaar – S.W.E.N. Blue Butterflys Journey
28. Oktober 2009
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Schweden, Iran, Schweiz sind die geografischen Eckpunkte dieser Band. Ihre musikalische Welt ist noch weiter ausgesteckt.
Im Zentrum des Bazaar-Projekts, das mittlerweile schon die sechste Produktion vorlegt, stehen die Harfenistin Asita Hamidi und der Bassist Björn Meyer. Seit über einem Jahrzehnt komponieren und konzertieren sie zusammen. Um sie herum wechselt das Personal, aber sie halten die Band immer im kammermusikalischen Rahmen. Zur jetzigen Formation gehören der Schlagzeuger Kaspar Rast und der Stimmakrobat Bruno Amstad. Der Grundton der Produktion ist durch Asitas Harfe gegeben. Doch sie reist mit dem Instrument in Harmonien und Rhythmik, wie man sie selten von diesem Instrument hört.
Da Cruz – Corpo Elétrico
23. Oktober 2009
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Die Band ist angetreten, einige Vorurteile aus der Welt zu schaffen, z.B. dass ganz Brasilien ständig an Karneval-Fieber leidet, oder dass die Schweizer, insbesondere die Berner, enorm langsam sind.
Die Kernzelle von Da Cruz sind die Sängerin Mariana da Cruz aus São Paulo, der Produzent, Journalist und digitale Multiwerker Ane Hebeisen und der Gitarrist Oliver Husmann, beide aus der Schweiz. Ein erstes Album «Nova Estaçao» peilte 2007 erste musikalische Ziele an: Es ging in Richtung Brazil-Electro-Samba-Bossa-Rock. Seither haben die Drei, live verstärkt durch Schlagzeug und Trompete, ihr Klang- und Groove-Spektrum beachtlich ausgebaut, sind selbstsicherer geworden.
Elina Duni – Baresha
20. Oktober 2009
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Ein nicht ganz einfaches Album das aktives Zuhören fordert, weil die beiden tragenden Säulen Volksmusik und Jazz sind.
Elina Duni stand bereits als Kind auf der Bühne zu einer Zeit, als ihre Heimat Albanien noch von der Welt abgeschottet war. Als junges Mädchen und nach ihrer Reise in die Schweiz entdeckte sie, dass es noch ganz andere Musik gibt als die traditionellen Volkslieder. Sie liess sich von Janis Joplin und Miles Davies beeinflussen, lernte von den französischen Chanson-Meistern Leo Ferré und Serge Gainsbourg. Heute studiert sie Komposition und Gesang.
Hujässler – Mälchfett
15. August 2009
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Nichts gegen die schweizerische Volks-Tradition – aber wenn man sie ein wenig zurechtzupft, -bläst und -drückt wird sie gleich viel attraktiver. Und auch für Kostverächter ein Genuss.
Die Folklore hat einen grossen Nachteil: Sie macht aus einer lebendigen Tradition ein Klischee. Wenn aus Volksmusik, oder Folk Folklore entsteht geht die wichtigste Triebfeder verloren: die Neugier und die kreative Innovation. Da ist es egal, ob es Schweizer Volksmusik oder amerikanischer Bluesgrass ist. Aber immer kommen ein paar Bilderstürmer daher und bringen die Regeln und Massstäbe der Kulturverwalter durcheinander. Dass dies eine äusserst lustvolle Angelegenheit sein kann, beweist diese CD.
King Kora – Mandingda
23. Juni 2009
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Wie kriegen wir unsere Songs auf den Dancefloor? Diese Frage stellten sich King Kora vor gut drei Jahren. Die Antwort liegt als Silberling vor, und macht Freude.
Als Grossorchester mit scharf arrangiertem Gebläse hat sich King Kora in den vergangenen acht Jahren einen beachtlichen Ruf erarbeitet. Die Fachblätter verliehen den bisherigen zwei Alben gute bis sehr gute Wertungen, die Konzertbesucher in Europa und Afrika schwärmen. Die Band hat zu einem Sound gefunden, der klar die Kora, das Königsinstrument, in die Mitte stellt. Darum herum aber wuselt und groovt es gehörig, die Bläsersätze kommen kompakt und funky daher. Das ging immer schon in die Beine.





