Omar Pene – Ndam
30. Dezember 2009
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Wandlungsfähig und ausdrucksstark war die Stimme der Super Diamono de Dakar schon immer – jetzt wendet er dieses Wissen auch auf seine Karriere an.
Die musikalische Heimat von Omar Pene ist der Mbalax. Mit seinen Super Diamono de Dakar war er in diesem Stil langjähriger Gegenpart zu Youssou N’Dour. Vor fünf Jahren überraschte er mit dem Solo-Album «Myamba» (2004), das vorwiegend akustisch eingespielt wurde. Ein Album, das die weichere, melancholische Seite des Sängers wunderschön darstellte. So scheint er seine Arbeit einzuteilen: Die treibenden, funky Songs für Aufnahmen mit der Band, die träumerischen Songwriter-Stücke für die Solo-Produktionen.
Daby Balde – Le Marigot Club Dakar
23. November 2009
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Mit diesem Album kommt der Sänger aus dem Süden Senegals seinem Ziel einen Schritt näher: Die Musik der Fula in die Welt hinaus zu tragen.
So vielfältig ist die Musik Senegals: Als Daby Balde nach diversen Lehr- und Arbeitsjahren in Guinea und Gambia seine Musik in Dakar vorstellte, meinten seine Landsleute, er stamme aus Mali. Dabei spielte er im Stil des Südens Senegals, aus der Casamance. Daby Baldes Musik ist näher bei den Liedern von Touré Kunda oder Ismaël Lô, als bei den Mbalax-Grooves von Youssou N’Dour. Um den Liedern der Fula auch physisch einen Platz in der Hauptstadt zu verschaffen, eröffnete Daby ein Konzertlokal, eben den Marigot Club, wo er selber auch regelmässig auftritt.
Africando All Stars – Betece
31. August 2009
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Das globale Salsaprojekt zeigt sich von seiner vielfältigsten Seite. Hier werden gleich mehrere Welten unverkrampft miteinander verknüpft.
Salsa aus New York und die ganze Palette der kubanische Musikstile waren in den 40ziger und 50ziger Jahren in Westafrika der absolute Renner. Spanisch singende Coverbands gab’s überall. 1990 schufen der in Paris wirkende Produzent Ibrahim Sylla und der in New York lebende Arrangeur Boncana Maiga eine wahrlich globale Band: Top-Musiker aus Senegal – sie kamen alle aus führenden Bands des Landes - und Studiocracks aus dem Umfeld des führenden Salsa-Labels Fania in New York sollten klassische Salsa-Hits in der Umgangssprache Senegals, Wolof, einspielen. Die Band feierte sofort Erfolge. Und begann eigene Songs zu schreiben.
Musiques Métisses – Afrique Atlantique
1. August 2009
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Lieder aus Ländern entlang der Westküste Afrikas von Angola bis Senegal. Christian Mousset hat sich eine Visitenkarte seines Festivals zusammengestellt.
«Musiques Métisses» heisst das Festival von Christian Mousset. Es ist eine der angesehensten Adressen im französischen Festivalkalender. Deshalb darf man fast blind darauf vertrauen, dass dieser Mann seine Compilations nicht nach markttechnischen Kriterien zusammenstellt, sondern aus Liebe zur Musik und den Musikern. Wahrscheinlich standen alle schon mal in Angoulême auf der Bühne, und dies ist so etwas wie ein thematischer Rundgang durch die CD-Sammlung des Festivaldirektors. Für Weltmusik-Entdecker ein verlässlicher Führer, und für Kenner hat er doch noch die eine oder andere Trouvaille dabei.
Nuru Kane – Sigil
13. Juli 2009
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Ein wunderbares Liederalbum eines senegalesischen Tänzers und Gitarristen, der in Marokko sein Instrument und eine musikalische Quelle fand.
Nuru Kanes erster musikalischer Lebensabschnitt war unspektakulär: Tourneen als Gitarrist, Sänger, Bassist und Tänzer durch seine Heimat, dann der Sprung nach Paris. Aber es schmeckte alles irgendwie noch nicht richtig, es fehlte noch das Entscheidende. Dann kam eine Reise nach Marokko, die Bekanntschaft mit der Gnawa-Musik und ihrem Bass-Instrument, der dreisaitigen Gimbri. Die Musik der Gnawa ist verwurzelt im Mystizismus der Sufi. Nuru Kane fand seine persönliche islamische Quelle in der verwandten Philosophie der Baye Fall.
Baaba Maal – Television
2. Juli 2009
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Stünde auf dem Album «Baaba Maal meets The Brazilian Girls and Barry Reynolds» wäre vieles vom ersten Ton an verständlich. So herrscht aber erst mal Konfusion.
Acht Jahre sind seit dem letzten „echten“ Baaba Maal Album vergangen (es gab da noch Remixes und Bootlegs). Die Erwartungen waren hoch, denn mit den Vorgänger-Produktionen «Nomad Soul» und «Missing you» war Baaba zeitweise ähnliche bekannt und beliebt wie sein Landsmann Youssou N’Dour. Baaba liebt die Studiotechnik, und liess immer Gäste an seinen Alben mitproduzieren – Simon Emerson vom Afro Celt Sound System, oder John Leckie, der auch Radiohead produzierte. Diesmal sitzen die Gäste nicht nur im Produktionssessel, sie spielen und komponieren auch mit.
Cheikh Lô – Lamp Fall
4. Juni 2009
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Längst hat sich Cheikh Lô aus dem Schatten seines Förderers Youssou N’Dour heraus gespielt. Das dritte Album zeigt einen Künstler, der Afrika und Südamerika zusammenbringt.
Mit Schule hatte der junge Cheikh nichts am Hut, lieber war er hinter all den Trommeln, den Perkussions-Werkzeugen oder einer Gitarre her. Während seinen Lehr- und Wander-Jahren als Perkussionist eignete er sich die Stile von Senegal, die ganze Westküste Afrikas runter, bis Nigeria an. Wissen, das ihm später als Session-Drummer in Paris sehr dienlich war. Ein Fixpunkt in seinem Leben ist seine tiefe Gläubigkeit. Aus einer Familie von Marabouts kommend, schloss er sich der muslimischen Glaubensrichtung Baye Fall an.
Ablaye Cissoko und Volker Goetze – Sira
9. April 2009
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Eine ruhige Grenzwanderung zwischen Kontinenten und Stilen, viel Raum und Gelassenheit. Dieses Album findet immer wieder seinen Weg zurück in den CD-Player.
In Saint-Louis, Senegal, ist Ablaye Cissoko zuhause. Dort traf er 2001 den Trompeter Volker Goetze. Was als Vorkonzert für einen Auftritt von Youssou N’Dour begann, setzte sich über die Jahre fort, wurde zu einer Freundschaft, einem Film, einem kulturellen und sozialen Engagement und fand einen ersten Gipfel in dieser gemeinsamen Produktion. Respekt ist die Grundlage der Zusammenarbeit, musikalisches Aufeinander-Zugehen der Bauplan dieser ruhigen Töne. Wobei die Trompete der Kora in vielen Arrangements den Vortritt lässt.
Seckou Keita SKQ – The Silimbo Passage
24. Januar 2009
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Die Kora, das königliche Instrument Westafrikas, wird teilweise aus der Tradition befreit und gewinnt so ganz neue Töne.
Was die Musik von Seckou Keita von andern Kora-Meistern wie Toumani Diabaté oder Djeli Moussa Diawara unterscheidet ist die Freiheit in den Kompositionen. Die Musik ist wohl in der Griot-Tradition geerdet, taucht aber auch in spanische, arabische, soulige, indische Welten ein – die Folge von ausgedehnten Tourneen dem intensiven Austausch mit Musikern aus diesen Kulturkreisen. Und in allen Komposition webt ein jazziger Geist.
Orchestra Baobab – Made in Dakar
3. Januar 2009
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«Made in Dakar» ist eine der besten, mit Sicherheit aber die eleganteste Produktion aus Afrika mit Jahrgang 2007.
Das Orchestra Baobab aus Senegal mit dem Buena Vista Social Club aus Havanna zu vergleichen ist nur teilweise richtig. Die Gemeinsamkeiten: Die Musiker gehören zum Rückgrat der jeweiligen Musikkultur, beide Gruppen interpretieren u.a. afro-kubanische Rhythmen, und beiden verhalf Nick Gold und sein World Circuit Label zu einer zweiten Karriere. Damit hat es sich aber. Was das Orchestra so aussergewöhnlich macht ist die hohe Artistik der Musiker, die aus unterschiedlichen Musiktraditionen stammen, das Verschmelzen dieser Stilrichtungen zu einem Gesamtsound. Und dies dank einem einzigartigen, geschmeidigen Zusammenspiel.


