The Soil – The Soil

13. März 2014  
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A Capella aus Johannesburg, eine Frau, zwei Männer, mit einem jazzigen Unterton und einer Beatbox – umwerfend, betörend, warmherzig.

«Wir begannen 2003 an unserer Highschool in Johannesburg. Mit offenen Jamsessions für alle, die mitmachen wollten. Und immer war eine Beatbox dabei», erzählt Ntsika die Entstehungsgeschichte der Band in einem Interview mit Afripop. Manchmal waren’s bis zu 25, die zusammen sangen. Heute sind sie noch ein Trio – wobei sie sie immer auch ein viertes Bandmitglied erwähnen – The Creator of all.

Die Gospel-Harmonien Südafrikas und der Mbaquanga-Groove sind da, Jazz à la Simphiwe Dana, ein Schuss Bubblegum von Brenda Fassie und die tiefen Verwandtschaft mit Busi Mhlongo. Dazu eine gehörige Ladung R’n’B und Rap amerikanischer Herkunft. Musikalisch, habe ich den Eindruck, ist sich die Band noch nicht ganz sicher ob sie jetzt Pop für ein westliches Publikum machen, oder doch näher bei ihren eigenen Wurzeln bleiben wollen. Wobei, glaubt man Sänger/Beatboxer Buhle, dürfte das nicht so schwer sein. Er baut auf den Ratschlag seiner Mutter: «Never forget where you came from!»

The Soil – die erste CD trägt den Bandnamen –  hat in Südafrika Platinstatus erreicht, und dürfte auch hierzulande gerne runter geladen werden, denn physisch ist in Europa kein Tonträger zu bekommen. Und bitte nicht verwechseln mit der Heavy-Metal-Band gleichen Namens….

Rating: ★★★★☆ 

Weiterführende Links

Paul Simon – Graceland

12. Juni 2012  
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Vor 25 Jahren erschienen, ist diese Produktion immer noch Teil einer öffentlichen Diskussion. Was Paul Simon damals unternahm war gleichzeitig ein politischer Fauxpas und eine musikalische Entdeckungsreise.

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 Diamonds On The Sole Of Her Shoes (unreleased version), You Can Call Me Al, Homeless

Als Paul Simon im Jahr 1985 nach Südafrika reiste, um dort mit lokalen Musikern ein Album einzuspielen, herrschte im Land noch ein Apartheid-Regime. Die Welt boykottierte diese Regierung auf allen politischen und wirtschaftlichen Kanälen. Mit den Aufnahmen geriet er sowohl in die Schusslinie des African National Congress ANC wie auch der Anti-Apartheid-Bewegungen weltweit. Wie naiv er selber damals die Sache anging, erzählt er heute, rund 25 Jahre nach der Publikation der LP in einem ausführlichen SPIEGEL-Interview.

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Vusi Mahlasela – Say Africa

14. September 2011  
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Für Nadine Gordimer ist Vusi Mahlasela «a national treasure», in Südafrika ist er eine Stimme des Unabhängigkeitskampfes, für viele Hörer im Westen leider immer noch ein Wenig-Bekannter. «Say Africa» ist ein zurückhaltendes Liederalbum mit feinen Stimmungen.

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Say Africa, Woza, Nakupenda Africa (feat Angelique Kidjo)

Vielleicht kennt ihn ja jemand ohne es zu wissen. Filme wie «Tsotsi» oder «Amandla!» gesehen? Dann war er mindestens schon in deinem Ohr. Vusi Mahlasela ist ein altmodischer Singer / Songwriter – im bestens Sinn! Ein Mann, eine Gitarre, eine Stimme (und was für eine!) und Geschichten zum erzählen. Denn bei dem südafrikanischen Songwriter stehen weniger Boy-meets-Girl Reime im Zentrum, sondern Ubuntu ist der Grundton seiner Lieder: Menschlichkeit, Respekt und Gemeinsinn sind damit gemeint.

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Beginner’s Guide to South Africa

1. September 2010  
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Wer bei solchen Sammlern eher die Nase rümpft, soll sich mal die Songliste anschauen. Dann sieht er vielleicht auch noch, wer für diese Sammlung verantwortlich zeichnet: Nigel Williamson.

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Dark City Sisters: Papadi Oyakae / Dorothy Masuka: Mzilkazi / Busi Mhlongo: We Baba Omncane / Mbongemi Ngema: Magic at 4am / Ishmael feat. Bongz: C.R.A.Z.Y. / Thandiswa: Ingoma

Der Mann weiss was er auflegt, denn Williamson gehört seit Jahrzehnten zur ersten Gilde der englischen Musikjournalisten. Er diente bei den ganz grossen Blättern, in der Parteipolitik, aber sein Herz gehört der Musik. Hier schreibt er vor allem für «Uncut» und «Songlines». Und er ist ein Sammler. Klar sind auf dieser 3-CD-Sammlung diverse Namen sehr bekannt: Lucky Dube, Busi Mhlongo, Miriam Makeba, Siphon Mabuse oder Soul Brothers – aber von allen hat er versteckte Songperlen ausgelesen. Die drei CDs sind thematisch geordnet – vor, während und nach dem Ende der Apartheid – bleiben aber mehrheitlich stiltreu.

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Simphiwe Dana – Kulture Noir

31. August 2010  
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Die eigenwillige Sängerin aus Südafrika überrascht einmal mehr mit ihrem Mix aus Xhosa, Gospel und Jazz, gerade weil einige Songs etwas sperrig daher kommen.

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Umzali Wam / Hay Ihambo / Felas Azania

Die dritte Produktion der Sängerin aus der Transkei verfolgt die einmal eingeschlagene Stilrichtung: Südafrika ja, aber den Blick auf die Gegenwart gerichtet. Auf die junge Kultur, die ihren ganz persönlichen Spagat zwischen der Tradition und all den Musikrichtungen, die aus dem Radio kommen, finden will, finden muss. Simphiwe Dana hat sich für den Jazz entschieden, verschmäht aber keineswegs poppige Arrangements und Sounds.

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Freshlyground – frisch gemahlen und gut gemischt

21. Juli 2010  
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Sie waren während der Fussball-WM die musikalische Charme-Offensive Südafrikas: Freshlyground. Den offiziellen WM-Song «Waka Waka» von Shakira haben sie massgeblich mitgeprägt. In der Heimat bereits ein bekannter Pop-Act, versuchen sie nun auch in Europa Fuss zu fassen. Festivals und Open-Air stehen dieses Jahr auf dem Tourplan. Einmal waren sie dieses Jahr schon in der Schweiz, an Afropfingsten.

Vier weitere Termine in unsern Breitengraden stehen in den nächsten Tagen noch an, so am 24.7. 10 am Paléo in Nyon, und am 28.7. am Stimmen-Festival in Lörrach. Leider hat die WM-Hymne bislang verhindert, dass das aktuelle Album «Radio Africa» es auch bei uns bis in die Läden scahffte. Im Podcast: Ein Gespräch über Karriere, richtige Zeitpunkte, Erkältungen und was bisher geschah.

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Busi Mhlongo – Urban Zulu

2. Juli 2010  
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Sie war eine der grossen Stimmen in Südafrika, und dieses Album wird wohl das bekannteste ihrer Karriere bleiben. 2000 eroberte sie damit viele Fans im Norden.

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Yehlisan’ Umoya Ma-Afrika / Uganga Ngengane / Oxamu

Die Vergangenheitsform «war» trifft leider zu. Busi starb Mitte Juni 2010 in Durban an Brustkrebs. Von ihrem Landsmann Tiisetso Makube erschien in der südafrikanischen «Sunday Times» ein Bericht, der die verschiedenen Stationen der grossen Sängerin nochmals beleuchtet. Auf die Frage, warum diese Frau weder in der eigenen Heimat noch in der westlichen Welt grösser gefeiert wurde, findet aber auch er keine Antwort.

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Freshlyground – Radio Africa

10. Juni 2010  
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Ansteckend, unbekümmert, popig und doch nicht im Mainstream klebend kommt die aktuelle Produktion der Band aus Südafrika daher – eine gut gelaunte Sommerplatte.

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Fire Is Low / Baba / Working Class

Eine junge Multikulti-Truppe angeführt von einer charismatischen Frontsängerin, eine ungewöhnliche Instrumentierung mit u.a. ganz unterschiedlichen Flöten, Mbira oder einer Geige, und viel jugendlicher Charme machen die Mischung aus. Es ist die vierte Produktion der Band. Die eingängigen Melodien sind sehr druckvoll produziert. Und an einigen Stellen wurden die Songs mit zusätzlichem Chorgesang bereichert.

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Ayobaness! – The Sound Of South African House

9. Juni 2010  
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Etwas über 120bpm, durchstampfende Basspauke, fiepende und flirrende Synth-Sounds: House. Mal nicht aus den Studios von New York, Berlin  oder Paris, sondern aus Johannesburg, Durban und Kapstadt.

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Pastor Mbhobho: Ayobaness / DJ Mujava: Mugwanti / Shana: Iyo’Londaba

Die Digitalisierung und die Globalisierung des Dancefloors haben einige Musikstile rund um den Globus getragen. Und in fast jedem Land Ableger gegründet: Hip-Hop, Reggae, Rock oder House sind heute keine nationalen Musikrichtungen mehr. Aus dem Mix Übersee-House-Grooves und Township-Hip-Hop wuchs vor gut einem Jahrzehnt der südafrikanische Kwaito.

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Mahotella Queens – Reign & Shine

4. Mai 2010  
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Seit über vierzig Jahre singen die Mahotella Queens ihre wundervollen Harmonien. «Reign & Shine» zeigt, dass Hilda, Nobesotho und Mildred zurecht so was wie ein südafrikanischer Nationalschatz sind.

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Muntu Wesilisa / Mbube / Nomshloshazana

Sie gehören zu jener Musik-Generation, welche den Mbaqanga «erfanden»: Als Basis Zuku, Sotho und andern traditionellen Musikstile, dann ein Schuss Jazz dazu, ebenfalls eine grosse Portion Gospel und amerikanischen Rhythm & Blues. Mbaqanga ist die Stilrichtung, die in unseren westlichen Ohren stellvertretend «nach Südafrika tönt». Das hat auch viel damit zu tun, dass solche Harmonien beim Free-Nelson-Mandela-Event 1988 aus den Fernsehern der ganzen Welt tönten.

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Next Stop…Soweto

4. Mai 2010  
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Zum ersten Mal in digitaler Form erhältliche Songs und Grooves aus den 60ziger und 70ziger Jahren und aus den Townships Südafrikas. Schnelle Musik für schnelle Füsse.

Der Sound ist bekannt, für viele steht er ganz generell für Südafrika: Mbaqanga. Entstanden ist der Stil aus der Not heraus. Die Apartheid-Politik hatte die blühende Musik- und Tanzlokal-Szene in Südafrika zerstört. Das Strut-Label hat sich nun das Wissen und die Sammler-Leidenschaft von Duncan Brooker und Francis Gooding gesichert. David B. Coplan gibt im Booklet einen guten, kurzer Überblick in die Entstehungsgeschichte von Mbaqanga. Ich bin bereits gespannt auf die folgenden beiden Sampler, die sich mit der jazzigen und der souligen Seite dieser Epoche beschäftigen.

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Thandiswa – Ibokwe

2. Dezember 2009  
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Thandiswa-Mazwai-IbokweFür Südafrikas Thandiswa Mazwai gehören Musik und Botschaft immer zusammen – und sie hat auf diesem Album beides geschärft und geschliffen.

Die musikalische Karriere der charismatischen Sängerin begann mit «Bongo Maffin», einer der führenden Kwaito-Bands. Kwaito das Treibhaus für politisches Selbstbewusstsein der jungen, schwarzen Bevölkerung, aber auch für Party, das war die Ursuppe, aus der die Sängerin noch heute schöpft. Bei ihrem ersten Soloalbum «Zabalaza» (2005) wurde sie von diversen Produzenten (von Sipho Sithole bis JP „Bluey“ Maunick von Icognito) unterstützt. Das ergab einen stilistischen Zick-Zack Kurs, stark angelehnt an amerikanische R&B/Jazz-Soundlandschaften. Aber die Botschaft der Texte traf den Nerv der Zeit, das Album wurde mehrfach preisgekrönt.

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Brenda Fassie – Greatest Hits 1964 – 2004

26. August 2009  
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brenda-fassie-greatest-hitsSie war die unbestrittene Pop-Königin der Townships. Ihre Bubblegum-Songs gehören noch heute zum Songbook von Südafrika.

Missverständlich ist vielleicht die Betitelung mit «Greatest Hits 1964 – 2004». Diese Jahreszahlen beschreiben nämlich nicht die Karriere von Brenda, sondern ihr ganzes, kurzes Leben. Aufgewachsen im Langa Township in Kapstadt, feierte sie ihre ersten Erfolge in den 80ziger Jahren. Synthesizers kamen in Mode, Drum-Maschinen übernahmen das Händeklatschen. Aber noch immer machten die Call  & Response-Gesänge zwischen Frontsängerin und Chor die Kraft der Songs aus.

Brenda wurde nur 40 Jahre alt, sie starb an einer Überdosis. An ihr Krankenbett in Johannesburg, wo sie im Koma lag, pilgerten Nelson Mandela (für den sie den Song «Black President» gesungen hatte), Thabo Mbeki und andere Grössen aus Showbusiness und Politik. Es herrschte Staatstrauer, als sie starb. Hört man heute ihre Songs, so können einem die billigen, blechernen Sounds der Synthesizers, der manchmal schäbige Disco-Groove auf die Nerven gehen. Aber die Schärfe und die Ausstrahlung der Stimme Brenda Fassies ist immer noch da.

Ein Best-of-Album einer charismatischen Sängerin aus einer Zeit, als sich die Südafrikaner von der Apartheid verabschiedeten, und ihren eigenen Weg zu definieren begannen.

  • Vul’Indlela

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  • Black President

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  • Amagents

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