Béla Fleck – Throw Down Your Heart
23. März 2010
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Die Tonspur einer Entdeckungsreise durch Afrika gewann – überraschend für viele – den Grammy 2010 als «Best Contemporary World Music Album».
Béla Fleck ist unbestritten einer der grossen Banjo-Virtuosen unserer Zeit. Und er spielt sein Banjo nicht nur in Nashville, sondern trägt es rund um die ganze Welt. So spielte er z.B. mit dem indischen Slide-Gitarristen V.M. Bhatt und der chinesischen Erh-hu-Virtuosin Jie-Bing Chen, den Chieftains, Chick Corea oder Rory Gallagher. Und nun also Afrika, weil ihm u.a die Songs von Oumou Sangare nicht mehr aus den Gehörgängen verschwinden wollten.
Lhasa – The Living Road
5. Januar 2010
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Mit diesem Album sang sich Lhasa 2003 in die Herzen des grossen Publikums, mit «The Living Road» machte sie den Schritt vom Geheimtipp zum stillen Star.
Das Leben von Lhasa de Sela war ein Leben unterwegs. Sie verbrachte einen Grossteil ihrer Jahre „on the road“: Als Kind im Wohnwagen ihrer Eltern unterwegs in Mexiko und ganz Nordamerika, als Erwachsene zwischen Kanada und Europa, als Künstlerin zwischen der Malerei und der Musik. Sie bearbeitete, was immer Bildhaftes sich in ihrer Existenz einnistete. Dabei spielte die Stimmung eine grössere Rolle, als der Stil oder die Sprache. Am 1. Januar 2010 verlor sie in ihrer Wahlheimat Montreal ihren Kampf gegen den Krebs.
Bonsai Garden Orchestra – Take One
24. Oktober 2009
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Es lebe die Ukulele, und die Lust am Musizieren! Solche Produktionen entstehen, wenn stilistischer Schabernack, Freude am Handwerk und ein herzliches Lachen zusammen kommen.
Als der Medienkünstler Wolfgang Temmel vor ein paar Jahren eine Ukulele geschenkt erhielt, ahnte er wohl nicht, wohin ihn das kleine, unscheinbare Instrument führen würde. Er ist in guter Gesellschaft – das Instrument feiert in diesen Zeiten so was wie eine Renaissance. Als künstlerischer Grenzüberschreiter sah er keinen Grund, die bislang verborgene Verwandtschaft von österreichischer und hawaiischer Musik weiterhin vor der Welt zu verbergen. Und er fand für sein Unterfangen Mitstreiter, die alle irgendwie musikalische Wilderer sind:
Lila Downs – El Alma De…
28. Juli 2009
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…und im Untertitel heisst es : «The Very Best of…». Stimmt fast, denn die letzte Produktion wird ausgeblendet.
Es müsste also heissen: Die besten Songs bis zum Album «Shake away». Mit dem letzten Album ist die Stimmakrobatin auch zu vielen HörerInnen durchgedrungen, die sie vorher als „zu mexikanisch“ oder „zu pathetisch“ ausgeblendet hatten. Das sind aber auch zehn Jahre, oder fünf Alben, welche hier zusammengefasst werden. Dass der eine oder andere Song „fehlt“, liegt im Schicksal einer Best-of-Sammlung.
Depedro – Depedro
9. Juli 2009
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Wenn ein spanischer Gitarrist mit der Band Calexico zusammen spannt, kann eigentlich nur etwas rauskommen, das irgendwie nach Mexico tönt. Auf jeden Fall relaxt.
Jairo Zavala war Gitarrist und Frontmann in spanischen Rock- und Bluesbands (Vacazul, 3000 Hombres). Nun hat er ein neues Projekt gestartet. Damit seine Songideen auch gleich die richtige Form erhielten, fuhr er anfangs Sommer 08 nach Tucson ins Studio von Calexico. Man kannte sich, denn als Gastmusiker hatte er die Band schon auf Tourneen begleitet. Joey Burns und John Convertido hatten gerade die Aufnahmen für Amparo Sanchez, Ex-Frontfrau von Amparanoia, abgeschlossen, waren also eh in einer „spanischen Phase“.
King Kora – Mandingda
23. Juni 2009
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Wie kriegen wir unsere Songs auf den Dancefloor? Diese Frage stellten sich King Kora vor gut drei Jahren. Die Antwort liegt als Silberling vor, und macht Freude.
Als Grossorchester mit scharf arrangiertem Gebläse hat sich King Kora in den vergangenen acht Jahren einen beachtlichen Ruf erarbeitet. Die Fachblätter verliehen den bisherigen zwei Alben gute bis sehr gute Wertungen, die Konzertbesucher in Europa und Afrika schwärmen. Die Band hat zu einem Sound gefunden, der klar die Kora, das Königsinstrument, in die Mitte stellt. Darum herum aber wuselt und groovt es gehörig, die Bläsersätze kommen kompakt und funky daher. Das ging immer schon in die Beine.
The Rough Guide to Afrobeat Revival
13. Juni 2009
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Afrobeat wurde nicht mit seinem Erfinder Fela Kuti zu Grabe getragen, sondern feiert gerade jetzt eine Renaissance.
Vom Gründervater selber ist keine Nummer auf diesem Rough Guide Sampler zu finden – ist ja ein Revival – aber vom zweiten Vater dieses Musikgenres, von Tony Allen. Fela behauptete immer: Ohne Allen kein Afrobeat. Er legte zusammen mit seinen Perkussionisten die treibenden Grooves, auf die Fela seine Bläserarrangements setzte und seine politischen Attacken gegen Regierung und Kapital ritt. Die Mischung der Revivalbands ist gleichgeblieben: groovende Rhythmen, funky Gebläse, und Liebeslieder haben nichts zu suchen.
Jake Shimabukuro – Live
25. Mai 2009
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Was in 4 Nylon-Saiten und einem kleinen Holz-Resonanzkörper alles drin steckt zeigt Jake Shimabukuro, der Meister der Ukulele. Da flattern die Ohren!
Wer die die Begriffe Hawaii und Ukulele hört, landet unweigerlich bei Klischees von Sonne, Strand, Hula-Girls, Blumenkränzen etc. Da ist Jake Shimabukuro ein anderes Kaliber. Seit er sich als Vierjähriger in sein Instrument verliebt hat, versucht er alle seine musikalischen Einflüsse auf das kleine Instrument zu übertragen. Er macht das Unmögliche möglich und entlockt der Ukulele Töne, die man so noch nie gehört hat.
Kronos Quartet & Asha Bhosle – You’ve stolen my heart
18. Mai 2009
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Eines der kreativsten Quartette der westlichen E-Musik begeistert sich für die indische Soundtracks, und holt mit Asha Bhosle eine der singenden Legenden des indischen Films wieder ins Studio. Eine Sternstunde.
Asha Bhosle und ihre ältere Schwester Lata Mangeshkar waren beinahe drei Jahrzehnte lang die führenden Sängerinnen der indischen Filmindustrie. Unter Fans von Bollywood-Soundtracks läuft im Moment eine freundliche Diskussion, wer der „bessere“ Komponist sei: A.R. Rahman, der mit «Slumdog Millionaire» gerade Oscar und Grammie-Ehren eingefahren hat. Oder R.D. Burman, der in den 70er und 80er Jahren die Ohrwürmer für Asha komponierte (und auch ihr Ehemann wurde). Das Gemeinsame der beiden Komponisten ist wohl, dass sie ihre Klangwelten nicht einschränkten.
Beirut – March of the Zapotec / Realpeople Holland
18. April 2009
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Eine musikalische Bekanntschaft, Samples und Pathos machen noch keine Songs, die man über 2 EPs ausbreiten müsste. Aber die Vergangenheit zeigt, wie das musikalische Hirn funktioniert.
Zach Condon, alias Beirut, macht auf seiner aktuellen Produktion zwei Sachen deutlich: a) ich brauche Inspiration durch meine Reisen, und b) ich beherrsche mittlerweile die Technik besser als in meinen Anfängen. a) wird verdeutlicht durch seine Reise nach Mexiko (ist ja nicht mehr so weit wie die Initialreisen durch Europa, in den Balkan, und die resultierenden Alben «Gulag Orchestar» und «The Flying Cub»). Mit der Jimenez Band versuchte er jene Magie einzufangen, die ihm auf seinen Reisen durch den Balkan begegnete. b) blendet zurück in die Zeit als er für seine Ausflüge eher den Computer brauchte. Als die Quantisierungs-Einstellungen dem «Tock-Tock-Tock-Sound» der Eisenbahnschienen entsprachen.


