The Rough Guide to Cajun & Zydeco

5. Dezember 2011  
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„No french no more“ sang einst Zachary Richard. Für die französische Sprache in Amerika gilt dies heute mehr denn je. Umso erfreulicher zu hören, dass die französich-afrikanisch-amerikanische Musikkultur sich bester Gesundheit erfreut.

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Horace Trahan: Same Knife Cut The Sheep Cut The Goat, Feufollet: Femme L’A Dit, Bonsoir Catin: J’Aimerais Sentir Comme Ça Chez Moi, Kevin Naquin And The Ossun Playboys: T’Es Jamais Satisfait

Zydeco und Cajun sind die schwarz-weissen Geschwister einer französischen Musiktradition, die sich mit afro-amerikanischen Einflüssen vermischte. Die Cajuns waren die französischen Einwanderer, die nach dem britisch-französischen Krieg im 18. Jhd aus ihrer „Heimat“ im Osten Kanadas vertrieben wurden und in den Südstaaten eine neue Bleibe fanden. Cajun und Zydeco sind seit jeher Tanzmusik, und die Instrumentierung ist handlich, die Band also schnell bereit: Akkordeon, Geige, Waschbrett, Triangel, später dann auch Stehbass, Gitarre, Schlagzeug, Banjo.

Die auf diesem Sampler vorgestellten Musiker sind alle jünger als 44 Jahre – ein Zeichen dafür, dass dieser Musikstil auch heute Musiker und Fans findet. Die jungen Formationen weiten ihre Songs  aus, nehmen Elemente aus R&B, Soul, Southern-Rock oder Country hinzu. Aber sie pflegen auch das traditionelle Repertoire und lassen es weiterleben – denn Cajunmusik wurde nie aufgeschrieben, sondern immer direkt weiter gegeben. Heute hilft da natürlich auch eine gut sortierte Plattensammlung weiter. Die Namen der Interpreten werden den Wenigsten etwas sagen, aber da hilft (wie bei jeder Rough Guide Sammlung) ein sorgfältig editiertes Booklet weiter.

Die Musik, mal schnell und antreibend, dann wieder melancholisch walzernd, malt sofort das Bild einer Party rund um ein grosses Feuer irgendwo da draussen, wo die Cowboystiefel den Staub aufwirbeln und noch weiter draussen vielleicht ein Coyote heult. Und mit dem Pick-up ist man nach wenigen Kilometern Fahrt in Lafayette oder Beau Bridge.

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