Das Label Bongo Joe feiert seinen zehnten Geburtstag. Das wohl abenteuerlichste und vielfältigste Label der Schweiz blättert im eigenen Archiv.
Das Label Bongo Joe begann als Plattengeschäft. Oder, etwas grösser gefasst: in der Hausbesetzerszene von Genf. Diese Szene hat nicht nur bei der Geburt des Labels geholfen. Die Labelgründer und -Betreiber waren (und sind) schon immer aktive Musiker (Mama Rosin, Frères Sochet, Cyril Cyril, Orchestre Tout Puissant Marcel Duchamp), Konzertorganisatoren (Usine) und ein Hefepilz des kulturellen Untergrunds der internationalen Diplomatenstadt.
Die Selbstdefinition des Labels sagt alles (frei übersetzt):
In einer Zeit, in der sich alles zu schnell bewegt, sofort monetarisiert wird, zerlegt und umgepackt, wollten wir die Musik wieder ins Zentrum stellen. Wir sind immer noch überzeugt, dass ein Musik-Label Zentrum von sorgfältig musikalischer Pflege, von Storytelling und kreativem Widerstand sein kann – ein Platz, an dem Ideen und Vorschläge mehr gelten als Sachzwänge.
Mit dieser Philosophie knüpften sie weltweite Kontakte, durchstöberten Musikarchive, unterstützten Bandprojekte in und um Genf herum, und schlossen Freundschaften. Die Bands, die sie veröffentlichten und immer noch betreuen, sind heute internationale Acts, die sich zwischen Weltmusik, Magreb, Rock, Psychedelik, Jazz und Electronica ihre Nische freigeschaufelt haben. Oder Musiker, die sie vor dem Vergessen-werden bewahrten. Kleines Namedropping: Altin Gün, Madalitso Band, Meridian Brothers, Alain Peters, Derya Yıldırım & Grup Şimşek, Yalla Miku u.v.a.
Diese Songsammlung ist eine abenteuerliche Klangfahrt durch zehn Jahre Label-Geschichte, ein Wiederhören mit alten Bekannten – glücklicherweise nicht einfach eine «Best of»-Sammlung, sondern eine Entdeckungs-Reise auf einem Zeitstrahl.

