Wer in einem Konzert von Abel Selaocoe war schwärmt oft anschliessend von der Energie und der Bühnenpräsenz des Cellisten. Kann eine Aufnahme das einfangen?
Was gibt es zu hören? Eine Suite aus der Feder des Cellisten Abel Selaocoe. Für einmal also keine Interpretation von klassischen Cello-Werken. Der Cellist wird wohl vom Aurora Orchester und dem Perkussionisten Bernhard Schimpelsberger begleitet, doch Stimme und Instrument von Selaocoe stehen im Zentrum, manchmal ist er ganz Solist. Es ist nicht mehr die Kombination von Klassik und Bantu resp. Xhosa Melodien, wie auf den ersten beiden Studioalben des Komponisten, sondern seine ganz persönliche Klangwelt, umgesetzt im orchestralen Rahmen. Wobei: weniger Klassik, mehr Neo-Klassik. Bei der orchestralen Umsetzung wurde der Cellist von Benjamin Woodgates unterstützt, der auch am liebsten zwischen sämtlichen Genres arbeitet.
Selaocoe zeigt hier seine Fertigkeiten als Cellist, als Sänger, inkl. Kehlkopf-Techniken wie man sie eher aus Asien kennt. Orchester und Perkussionist begleiten ihn während drei Viertelstunden in sämtliche Winkel seiner expressiven Komposition/Interpretation. Gegen Ende der Suite wird nicht nur das Orchester singend, sondern auch das Publikum einbezogen. Denn für viele MusikerInnen aus dem Süden ist ein Konzert nicht einfach eine Darbietung, sondern ein Gemeinschaftserlebnis.
Kann die charismatische Energie des Cellisten Abel Selaocoe eingefangen werden? Angedeutet sicher, denn die Aufnahme folgt dem Klangkünstler in alle Klang-Fugen, in’s Räuspern ebenso wie in’s Shouten. Aber um die Faszination der Persönlichkeit des Cellisten zu erleben, braucht es wohl doch noch das Live-Erlebnis.
Hier zeigt Abel Selaocoe aber deutlich, wie er die Sounds und Grooves aus dem Süden mit der Welt der Klassik verbinden will. Aufmerksamkeit ist gefragt.
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