Die Frage ist treffend, denn der Cellist Abel Selaocoe steht zwischen der heimatlichen Kultur der südafrikanischen Townships und den klassischen Konzertsälen des Westens.
Der Cellist ist mit Energie, Können und Innovationslust in der Welt der europäischen Klassik aufgetaucht. Die Ausbildung führte ihn von Johannesburg nach London, doch er behielt sein heimatliches Melodien-Buch immer bei sich.
Diese erste Produktion unter eigenem Namen ist ein Brückenschlag zwischen den Welten. Sie beginnt mit einem Chorarrangement von Melodien, angelehnt an die Gesangs-Harmonien Südafrikas, wechselt über in eine Komposition als Hommage an den tansanischen Musiker, Komponisten und Kulturvermittler Hukwe Zawose, um dann in einer Cello-Sonate des italienischen Barock-Komponisten Giovanni Benedetto Platti eine Zwischenlandung zu machen.
Von dort geht es weiter auf eine Klangreise zwischen Eigenkompositionen und Ausschnitten aus den Cellosuiten von J.S.Bach. Man könnte diese Melodien- und Harmonienreise auch etwas flapsig mit einem Goethe-Zitat beschreiben: «Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust..» Doch Selaocoe fand Gemeinsamkeiten zwischen den unterschiedlichen Klangwelten.
Die Barok-Musiker, insbesondere die Cellisten, waren schon immer stark in der Improvisation, in der Live-Situation. Komponisten wie Boccherini oder Rameau waren die Rock-Stars ihrer Zeit.
Aus einem Interview mit Jo Frost, Songlines Oktober 2022.
Diese Fertigkeit, die Freude an der Improvisation selbst in der streng strukturierten Welt der musikalischen Hochkultur, lebt Abel Selaocoe heute in den Klassik-Sälen des Westens aus; als Cellist, als Sänger und als Komponist. Begleitet von Gleichgesinnten wie dem Manchester Collective.
Abel Selaocoe ist ein Klangtänzer zwischen den Genres und ein klingender Beweis, dass Musik keine Grenzen kennt.
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