Boleros, jene sehnsüchtigen, oft herz-zerwühlenden Melodien, haben es Adrian Quesada angetan. Er legt eine zweite Sammlung vor, mit vielen bekannten Gästen.
Die Melodien spielen auf der ganzen Gefühlsskala zwischen Sehnsucht und bitterem Verlassen-werden. Adrian Quesada hat diese Gefühlswelt mit vielen Sängerinnen und Interpreten neu belebt. Es sind weniger klassische, neu interpretierte Boleros, sondern Neukompositionen, die aber in den klassischen Gefühlswelten der Boleros eingefärbt wurden. (Wer die Quellen dieser Seelenfarben sucht, wird z.B. bei der Sammlung «Mexican Boleros» oder bei den Melodien von Ibrahim Ferrer, z.B. auf «Mi Sueño» (Spotify) fündig.)
Sängerinnen wie iLe, Daymé Arocena oder Angelica Garcia geben diesen Melodien eine spürbare Herzwärme. Interpreten wie die Hermanos Gutierrez, Gepe oder Trish Toledo wiegen die Melodien zwischen hoffnungsvollen Dur-Akkorden und tiefleidenden Moll-Harmonien. Diese Gefühlsschwelgerei wirkt zuweilen wie ein etwas kitschiger Liebesfilm – man darf eine Träne im Augenwinkel zerdrücken.
Noch ein wenig Patina darüber – ach, wie herrlich seufzend ist Liebesleid, das man nicht selber erleiden muss.


