So klingt es, wenn zwei Busladungen Freunde aus Europa, Afrika und den Amerikas in einem Naturschutzgebiet in Mexiko einen gemeinsamen Auftritt habe: Africa Express presents Bahidorá.
Die Story hinter diesen Aufnahmen ist die Geschichte von Freundschaften, alten und neuen, und einer Idee. Initialisiert wurde die Idee von Damon Albarn (Blur) vor einem guten Jahrzehnt. Er brachte Musikerinnen und Musiker aus allen Kontinenten zu gemeinsamen Sessions zusammen.
Die ersten Aufnahmen stammten aus Bamako, Mali: «Maison des Jeunes». Dadurch lernten wir im Norden z.B. Musiker wie Adama Koita oder Songhoy Blues kennen. In Bamako wagten die Musiker aus dem Norden auch, die Komposition «C» von Terry Riley mit Musikerinnen und Instrumenten aus der Gegend einzuspielen (Spotify) – Minimal Trance Musik aus Kalifornien trifft Djembes, Balafon und Kora. Eine nächste Station war 2018 Südafrika. Aufnahmen entstanden für «Egoli» mit Ikonen wie den Mahotella Queens, der ehemaligen Frontlady von Freshlyground, Zolani Mahola, und neuen Stimmen wie Moonchild Sanelli oder der Powertruppe BCUC.
Las Estacas, Morelos, Mexiko
2024 reisten Damon Albarn mit einer grösseren Busladung von Freunden nach Mexiko, ins Naturreservat Las Estacas, ans Festival von Bahidorá. Ein Festival das dieselbe Philosophie teilt wie Albarn und seine FreundInnen von Africa Express: neue Musik und neue Menschen kennenlernen, Freundschaften schliessen, kreativ sein. Aus England und Frankreich reisten z. B. Onipa, Fatoumata Diawara, Imarhan, Jupiter oder Joan as Police Woman (Spotify) an.
Sie trafen auf das Mexican Institut of Sound (Spotify), Son Rompe Pera, Luisa Almaguer (Spotify) oder Vanessa Zamora (Spotify). Die Truppe hatte zwei Tage Vorbereitungszeit, dann standen sie zusammen auf der Bühne! In den folgenden fünf Tagen nutzten sie die Energie des Auftritts für Aufnahmen – die liegen jetzt, etwas nachbearbeitet, vor. Die ganze Geschichte rund um den Auftritts gibt’s nachzulesen in der aktuellen Ausgabe von Songlines (leider hinter einer Paywall). Einen Beschrieb des Festivals inkl. Poster gibt’s (auf Spanisch) bei GQ Mexiko.
Wer ein abgerundetes Album des gemeinsamen Klanges erwartet, liegt falsch. Es klingt eher nach einem Roadtrip, der kuratierten Playlist einer Musikliebhaberin, einer klingende Postkartensammlung. Das Gemeinsame ist der Austausch, die Freude, mit neuen Bekanntschaften Musik zu machen, Songs zum fliegen zu bringen. Es gibt mexikanischen Ska, Songs, die aus dem Liederbuch von Bowie stammen könnten, Pop-Grooves aus Mali, einen Schuss Salsa, Klangexperimente, eine Prise Mariachi, Latin Rap mit englischem Refrain oder Spoken Word Poetry.
Jeder Song eine neue Farbe, 5/4 Stunden klingende Freundschaft. Weckt Reiselust, lässt in die Hände klatschen!

