Die Amsterdam Klezmer Band gehört seit Jahrzehnten zum europäischen Gruppenbild der Klezmer- und Balkan-Grooves; immer noch mit hörbarer Spielfreude und neuen Melodien.
Die Amsterdam Klezmer Band trug vor knapp drei Jahrzehnten ihre osteuropäischen Grooves und Klezmer Melodien auf die Strasse und in die Clubs, als die Popwelt Europas noch nichts von der kommenden Balkan-Sound-Welle ahnte. Ihre aktuelle – die geschätzt 20. Produktion! – entstand nach dem Vorbild aus Anfangszeiten: Songs komponieren, arrangieren und dann live und direkt einspielen. Die vorliegende Produktion ist fast vollständig in einer einzigen Aufnahmesession eingespielt worden!
Klang- und Groove-Experimente hat die Band für einmal ganz weggelassen: Keine Produzenten mit Studio-Ideen und ihren digitalen Instrumenten, keine elaborierten Kompositionen mit langem Atem. Vielmehr Melodien mit vertrauten Harmonien und charmant genutzten Freiräumen. So darf man ab und an die behagliche Klezmer-Welt zugunsten von jazzigen Ausflügen verlassen. Die zuweilen vertrackten Rhythmen klingen so selbstverständlich, dass man sich einfach dazu bewegen muss. Nur um zwei Stücke später in einer melancholischen Ballade leicht hin und her zu wippen.
Saxophonist Job Chajes greift selten, aber groovebestimmend zum Mikrofon, hat auch einen Rap auf Lager. Ansonsten ist «Diaspora» instrumental gehalten. Sänger Alec Kopyt ist seit letztem Jahr nicht mehr Teil der Band. Auch wird es die letzte Aufnahme mit dem Trompeter Gijs Levelt, einem der Mitgründer der Band, sein. Veränderung ist angesagt.
Die Amsterdam Klezmer Band schafft den Spagat, sich treu zu bleiben, und gleichzeitig mit «alten» Ideen neu zu erfinden.
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