Schwer zu sagen, was Angélique Kidjo wirklich antreibt, denn eigentlich hat sie schon alles erreicht. Hört euch die neusten Songs, inkl. Staraufgebot, mal an.
Singen kann die Kidjo ohne Zweifel, sie ist eine charismatische Bühnen-Persönlichkeit, hat zig Auszeichnungen und Preise, inkl. diverser Grammys erhalten, hat sich zeitlebens in vielen Organisationen für Afrika, für Selbstbestimmung, für eine bessere Welt eingesetzt. Warum lässt mich diese neuste CD etwas ratlos zurück? Weil es nach amerikanischem Mainstream Pop mit afrikanischen Accessoires klingt? Ich weiss nicht. Ist es, wie sie in «For Me» singt: «I’m celebrating me»?
Angélique Kidjo hat es mit ihren Erfolgen so weit gebracht, dass sie Grössen der amerikanischen Musik ins Studio einladen kann: Pharrell Williams, Neil Rodgers, Charlie Wilson. Auch pflegt sie den Kontakt mit jungen KollegInnen auf dem afrikanischen Kontinent, die auf ihrem Weg in die glitzernde Musikindustrie sind: Ayra Starr, DaVido, Diamond Platnumz oder The Cavemen. Sie hat mit rund 20 Produktionen so viele Tage im Studio verbracht, dass sie genau weiss, wie sie klingen will. Welche Knöpfe und Effekte heute für eine gültige Pop-Produktion gedreht und eingeschlauft werden müssen.
Sie gibt auch gewichtige Gedanken zu dieser Produktion, die sie ihrer Mutter gewidmet hat, mit auf den Weg:
Meine Lebensphilosophie habe ich von meiner Mutter. Ihr Zauberwort war Hoffnung. Denn ohne Hoffnung kann man keine Lebenspläne schmieden: Es gibt keine Liebe, es gibt keine Gesellschaft. Angesichts der vielen Ängste und Spaltungen, die uns heute umgeben, sollten wir uns auf die Hoffnung konzentrieren, um die Welt von morgen zu gestalten.
Zitat: aus einem RFI ArtikelIch weiß, dass es vielen Menschen schwerfällt, Freude zu finden, besonders heute, da es in der Welt so vieles gibt, worüber man sich Sorgen machen muss. Mit diesem Album wollte ich wieder etwas Feuer in die Herzen der Menschen bringen und zeigen, wie sehr wir diese Freude und Hoffnung brauchen, um unsere Menschlichkeit zu bewahren.
Zitat aus einem Artikel in Women in Jazz Media
Grandioser Masterplan, ist alles da. Jeder Ton, jedes Arrangement klingt peinlich sauber produziert, und doch entsteht bei mir keine Resonanz. Selber entscheiden.
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