Das ukrainische Quartett DakhaBrakha lebt wohl im Exil, hat aber den Krieg in der Heimat nicht vergessen. Ganz im Gegenteil.
«Ptakh» heisst übersetzt «Vogel» – ein Symbol für Hoffnung, für eine Zukunft frei von Aggression und Gewalt. Das Quartett DakhaBrakha aus Kiew ist mit dieser neuen Produktion zugänglicher geworden, obschon sich der Band-Klang stark auf die Texte konzentriert (und leider in den Download-Formaten die Übersetzungen nicht mitgeliefert werden.) Doch die Grundstimmung der Songs ist auch ohne Übersetzung verständlich. Wenn in den englisch-sprachigen Texteinschüben Sätze wie “You lie to me” oder, in Rozhestvo: «..I give you something, so what do you want…» auftauchen, meint man förmlich die Grossmächte am Verhandlungstisch feilschen zu hören.
Die Melodien sind mehrheitlich Klagen, Anklagen. Somit ist es fast zwingend, dass die Stimmen das aktuelle Album dominieren. Die Instrumente – Cello, Keyboard, Akkordeon, Gitarre, Perkussion – legen schwere, flächige Fundamente. Die Stimmen verschränken, vermischen manchmal Gesang und Deklamation. Es wird immer wieder spürbar, dass die Mitglieder dieser Truppe aus dem Theater-Umfeld stammen, denn nicht nur Text-Inhalte werden durch die Stimmen übertragen, sondern auch viele Emotionen.
Wer die Truppe schon mal live erlebte tut gut daran, seine / ihre Erinnerung beim hören der neuen Songs “mitlaufen” zu lassen, denn DakhaBrakha beherrschen auch diese Kommunikationsform mit vielseitigen Visuals, ihren Bild-Choregrafien. Die visuelle Komponente der Bühnendarbietung kann eine Audio-Aufnahme natürlich nicht bieten und die Truppe ist leider erst wieder ab April in Europa zu sehen. Dann aber unbedingt hingehen! Schon allein ihr momentanes Logo sprich Klartext.
Eindringliche Melodien, ein politisches Statement, das auch über die Sprachgrenzen hinweg verstanden wird. Eine beeindruckende Produktion!
Zum aktuellen Stand des Krieges hier eine aktuelle Reportage aus der ukrainischen Hauptstadt von Radio SRF.
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