«Es gab eine andere Avantgarde – sie hiess Eduardo Rovira»

Wenn es um modernen Tango geht fällt der Name Astor Piazzolla. Doch es gab auch einen anderen, heute vergessenen Innovator: Eduardo Rovira.

Pressefoto SONICO

In Brüssel ist die transeuropäische Formation Sonico seit zehn Jahren daran, das Werk des argentinischen Tango-Komponisten und -Bandeonisten Eduardo Rovira wieder ins Licht der Konzertbühnen zu bringen. Das ist eine mühsame Arbeit, verbunden mit stundenlangem übertragen von akustisch schlechtem Audiomaterial in spielbare Notenblätter. Doch eine dankbare Arbeit, welche zeigt, in welche Richtung sich der Tango in der Mitte des letzten Jahrhunderts auch hätte entwickeln können.

Die Archivarbeit, die Recherchen, die Transcripte sind mehr als gerechtfertigt, brechen sie doch mit der Ansicht, dass die Evolution des Tangos aus den glorreichen Zeiten der grossen Orchester in den 40er und 50er Jahren nur durch die Innovationen von Astor Piazzolla zustande gekommen ist. Denn da gab es einen Komponisten – Eduardo Rovira – der den Tango in die Nähe der modernen Klassik platzieren wollte. Warum er, resp. seine Werke, beinahe in Vergesseneheit gerieten, erzählt Ariel Eberstein, Bassist in der Formation Sonico, die sich seit einem Jahrzehnt um die Wiederentdeckung dieses Komponisten verdient macht.

Siehe dazu auch das jüngste Album von Sonico: Rovira 100

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