Vorteilhaft ist es, wenn man einen Flair für das französische Chanson besitzt, sonst ist die Stilvielfalt von Gabi Hartmanns Repertoire etwas verwirrend.
Von Haus aus gilt Gabi Hartmann als Jazzsängerin – vielleicht auch, weil diese Stilbezeichnung am offensten ist für die Kunst der Französin. Denn ihre Stimme ist sanft, aber sehr wandlungsfähig, und kann sich nicht nur in Stimmungen, sondern auch in unterschiedliche Klangwelten einfühlen.
So taucht sie als Sängerin auf Produktionen von Afropop Gitarrist Abdoulaye Kouyaté auf, interpretiert Songs des Schweizers Louis Matute oder versüsst eine brasilianische Ballade von João Selva. Im eigenen Repertoire führt sie einen Song, den man eher von Miriam Makeba kennt. Auf dieser Version von «La femme aus Yeux de sel» lernt man sie im Duett mit Jazz-Trompeter Eric Triffat kennen, als Sängerin mit Arat Kilo oder als Partnerin von Flötistin Naïssan Jalal. Ich betone dies, denn es gibt ZWEI VERSIONEN dieser Produktion. Die hier angespielte enthält acht zusätzliche Aufnahmen (darum auch «Le long voyage»).
Gabi Hartmann besitzt eine ungemein sinnliche Stimme. Lautstärke ist nicht ihr Markenzeichen. Sie verteilt vielmehr akustische Zärtlichkeiten. Für Ohren, die gerne sanfte, frankophone Melodien hören.

