Garden of Silence war, resp. ist ein Herzensprojekt der Harfenistin Asita Hamidi und des Bassisten Björn Meyer. Eine Komposition mit mehreren Abschieden.
Die Harfenistin und Sängerin Asita Hamidi und ihr Partner, der Bassist Björn Meyer, starteten 2009 das Projekt Garden of Silence. Genährt wurde die Idee durch die Reisen der beiden in ihre jeweiligen Herkunftsländer, Iran und Schweden, ihre Konzertreisen und Aufenthalte u.a. in Ägypten. Sie trafen auf ihren Tourneen Musikerinnen und Instrumentalisten, die Freunde wurden.
Das Wachstum der ursprünglichen Projektidee wurde 2012, kurz vor der Vollendung, durch den Tod von Asita jäh unterbrochen. Es musste Zeit verstreichen, bis Björn die Arbeit am Projekt wieder aufnehmen konnte. Kurz nachdem das Projekt seine endgültige Form angenommen hatte dann ein zweiter Rückschlag. Auch Bruno Amstad, Sänger und langjähriger Bandbegleiter von Asita und Björn mit u.a. Asita Hamidis Bazaar, starb ebenfalls. Doch die Arbeiten und Proben waren mittlerweile so weit fortgeschritten, dass sich Björn an eine Studio-Produktion wagen konnte.
Garden of Silence ist also ein klingender Abschied und gleichzeitig ein Vermächtnis. Auf seiner Website definiert Björn den Kern dieses Projekts so:
Our mission is to bring beauty into this world, and show the immense power that unfolds when we work together and create something meaningful that is bigger than the sum of its parts.
Die Komposition lebt durch den Klangreichtum der Beteiligten mit ihren jeweiligen kulturellen Hintergründen. Bass, Bass-Mandola, Nyckelharpa, Duduk, Cello, Geige, Klarinette und Stimmen setzen die kompositorischen Ideen von Asita und Björn um. Die Melodien colorieren u.a. Gedichte von Omar Chayyam and Rumi in geschichteten Pastelltönen.
Es ist beste Bazaar-Tradition: Weitausholende Melodien, eine rechte Portion Exotik, Jazzverständnis in den Harmonien und viel Klangdynamik in grosszügigen Kompositionen. Dieser Garten bietet einen Spaziergang durch ganz unterschiedliche Sound-Landschaften. Es ist Klang, der zu Kopfreisen einlädt. Schubladendenkende werden das Album wahrscheinlich unter «Fusion» ablegen, Klangabenteurerinnen können gut und gerne auf Etiketten verzichten.
Garden of Silence ist ein klingendes Andenken und eine Produktion jenseits von Genre-Korsetts.

