Georg Ringsgwandl

Dr. George Ringsgwandl (Foto from facebook)Der Songschreiber, Kardiologe, Kabarettist, Wortdrechsler, Schriftsteller und Menschenfreund Georg Ringsgwandl ist ein deutsches Unikat – in vielen Belangen.

Wird eine Beschreibung in Berufsbezeichnungen dem rockenden Arzt Dr. Georg Ringsgwandl irgendwie gerecht? Kaum. Schräg, querliegend und -denkend, scharf beobachtend und gleichzeitig voller Empathie trifft’s vielleicht. Auch mit mehr als 3/4 Jahrhundert auf dem Buckel sind Beobachtungsgabe, Schärfe und Wortgewandtheit wach und spiegelnd. Oder einfacher: er ist ein Kreativer.

Denn er macht auch Theater, schreibt Bücher, spricht seine Texte als Hörbücher. «Die Zeit» schrieb mal zum Album «Woanders» (so wird sie wenigstens auf einer alten Webseite des Künstlers zitiert):

Ein Punk-Qualtinger, ein Valentin des Rock’n ‘Roll, ein bayerisches Genie. Ein Mann wie ein Leuchtturm, Geheimtip der Verirrten. Der Oberarzt als Punk, verhauter Rock’n ‘Roller und intellektueller Robin Hood.

Er begann 1978 als Liedermacher, entwickelte sich zum Rocker, hatte immer scharfe Begleitmusiker, gewann Kleinkunstpreise – und andere – und verlor nie den Blick in den Abgrund der Absurditäten und Grausamkeiten des Alltags, des Lebens. Und ist immer noch unterwegs!

Als er vom Münchner Merkur zum 75. Geburtstag interviewt wurde, ging’s natürlich auch um seine Arbeit, das Schreiben. Ein kurzer Auszug aus dem Interview:

Ich habe eine Neigung zu depressiven Hängern.
Und wie rappeln Sie sich wieder auf?
Georg Ringsgwandl: Indem ich mich hinsetze und alles aufschreibe, was so furchtbar ist und worunter ich leide. Bei zwei Dritteln wechselt der Text dann ins Komische, und ich stelle fest, dass da ein wehleidiges, empfindliches Bübchen spricht, das ein Leben von einer unglaublichen Privilegiertheit führen darf.
Was nehmen Sie aus diesen melancholischen Phasen noch mit?
Georg Ringsgwandl: Die schönsten Songs. Stücke, die bleiben, kommen nicht aus dem Gefühl der Überlegenheit, sondern entstehen aus Zweifeln und dem Wissen, wie löchrig unsere Existenz ist. Für mich muss es in der Musik, aber auch im Theater bei allem Witz und aller Leichtigkeit auch immer eine Ahnung geben, dass diese Dinge nur gemacht werden, um diesen Kosmos aus Unglück und Grausamkeit, in dem wir leben, erträglich zu machen.

Das ganze Interview findet man hier.

Heute ist Ringsgwandl nicht leiser geworden, auch gewollt nicht weiser, vielleicht nachsichtiger; mit sich und der Welt.

Diskografie (Auszug)

1986: Das Letzte
1989: Trulla! Trulla!
1992: Vogelwild
1993: Staffabruck
2002: Gache Wurzn
2009: Der schärfste Gang
2016: Woanders
2025: Schawumm!

 

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