Ibrahim Maalouf setzt seinen «Werbefeldzug» für die Viertelton-Trompete fort und bringt sie, zusammen mit Gästen, in rhythmisches Neuland von Second Line bis Banghra.
Die Viertelton-Trompete ist nicht die Entwicklung von Ibrahim Maalouf, sondern die seines Vaters. Die Musik des Westens basiert auf Ganz- und Halbtonschritten. Es gibt jedoch viele Musiktraditionen, die auf Vierteltöne, oder noch kleineren Intervallen, aufbauen. Mit einem zusätzlichen Ventil an der Trompete lassen sich Melodien spielen, wie sie für die arabische oder persische Musik typisch sind. Diese Weiterentwicklung der Trompete bringt das Instrument in die Nähe der menschlichen Stimme, wenn es um melodiöse Verzierungen geht.
Son, Bhangra oder Flamenco
Maalouf zeigt in neun Kompositionen, dass sich diese filigrane Spieltechnik in fast alle westlichen Musikstile einpassen lässt, dass eine so gebaute Trompete sich überall wohl fühlt. Einer seiner Mitstreiter, der schon auf der ersten Ausgabe der Trumpets of Michel-Ange mitspielte, ist der Posaunist Trombone Shorty. (Als Posaunist kennt er die Wirkung der variablen Töne.) Zusammen mit Jon Batiste und Anthony Evans lädt er Maalouf auf eine R&B und Soul Party im New Orleans Stil ein.
Mit Gonzalo Rubalcaba gibt’s ein Tänzchen zwischen Chanson und Son. Mit Rasika Shekar tanzt die Trompete an einer Bhangra-Party, und spanisch, resp. jazzig-feurig geht’s weiter mit Las Migas und Richard Galliano. Mit der palästinensischen Sängerin Nai Barghouti liefert sich die Trompete pfeilschnelle, gedoppelte Melodien.
Dies ist eine Party-Scheibe! Egal ob Garden-Party oder Festhütte: Die Spielfreude aller MusikerInnen und die stupende Virtuosität von Ibrahim Maalouf reisst die Leute sicher von den Stühlen und Bänken.
