Drei Konzerte in ganz unterschiedlichem Rahmen besuchte ich im September: Lotus Puma im lauschigen Schlosshof Köniz, Sonido Gallo Negro im Moods, und Nilsa im Atelier 72, Olten.
Lotus Puma
Lotus Puma sind Meira Loom und Jonas Zahnd. Beide durch ihr musikalisches Nomadenleben in vielen Formationen zu Gast, und mit ihrem Duo-Programm «Lotus Puma» anfangs Monat im Schlosshof Köniz, an einem der letzten wirklich warmen Abenden des früh-herbstelnden Septembers.
Die beiden kennen sich aus in der Welt der Pop- und Soulsongs. Meira Loom kann bruchlos von «Blackbird» von den Beatles zu «I wanna dance with somebody» von Whitney Houston wechseln. Popmelodien eben, Klangverwandte, wohlig eingekuschelt in unserem Nest der Ohrwürmer. Tolle Stimme, und – wie nebenbei – hantiert Meira geschickt mit ihrer Perkussion-Umwelt, legt Akkorde oder Basslinien auf ihr Keyboard.
Jonas Zahnd ist ein umsichtiger, zurückhaltender Gitarrist und Perkussionist, mit einem Fuss auf dem Basspauke-Pedal, einem anderen via Kabel mit einer Snare verbunden, oder Effekte abrufend. Er setzt seine Stimme auch ein – nur: wirklich effizient ist er in seiner Gitarrenarbeit. Songdienlich, meistens mehr Groove-betont, immer der Harmonie verpflichtet, und zwischendurch auch solistisch ausfahrend.
Ein sympathisches Duo mit Ohrwurm-Repertoire. Man kann sie engagieren!
Sonido Gallo Negro
Sonido Gallo Negro waren länger unterwegs als es der letzte Konzertflyer erahnen liess – ganze drei Monate. Die letzten Wochen in Europa, das letzte Konzert vor dem Heimflug nach Mexiko im Moods, Zürich, angeschlagene Gesundheit, der Auftritt: das Ausbluten der Batterien.
Es war laut, es war ein Aushusten der letzten Energiereserven und deshalb wohl auch ein bisschen unkoordiniert. Und: In der Livesituation werden die fehlenden Gastsängerinnen und -Sänger einfach schmerzlich hörbar. (Vergleich: die aktuelle CD). Die Band groovt auf der Zwei und der Vier, tanzt auf der Eins und der Drei, die TänzerInnen im Moods bewegen sich, was die Hüften hergeben, meist irgendwo dazwischen.
Es ist die Unausweichlichkeit in der Clubatmosphäre: man entkommt dem Schub der PerkussionistInnen nicht, die Gitarren peitschen ihre Akkorde, und Dr. Jorge Alderete lässt sein Teremin jammern, heulen oder spacen, wenn er nicht gerade die neusten Zeichnungen in sein Tablet für die Visuals eingibt. Doch es fehlt etwas: Gelassenheit, Coolness, und ab und an eine Stimme am Mikrofon.
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Nilsa
Ganz anders das «Wohnzimmer»-Konzert von Nilsa und Rolf Mosele. Sie treten im Atelier 72 in Olten im Duo auf . Ein Kreativ-Platz in der Industrie-Agglomeration von Olten: Wer’s nicht kennt, muss sich seinen Weg suchen. Lichttechnisch im Verlauf des Abends war «l’heure bleue» angesagt
Man kennt sich im Raum, begrüsst Freunde und Unterstützer, und trinkt dazu ein nicht ganz kühles Bier. Nilsa und Rolf: Seit ihren Jahren in Beira, Mosambik, und später in Olten ein eingeschworenes Team; Family! Dem Groove verpflichtet, denn der hebt uns ja immer ein wenig aus dem Alltag heraus, und nivelliert.
Egal ob die momentane Gefühlswelt schwer, sumpfig, oder exaltiert und abgehoben ist: Wenn sich die Stimmung in die Knie verlagert, dürfen die Füsse auf dem Boden bleiben und tanzen, und der Rest, von den Hüften an aufwärts, im Groove sich biegen und bewegen. Nilsa kennt ihr Publikum, lädt zur Teilnahme ein. Nicht gezwungen, showmässig, sondern familiär, freundschaftlich. Es wird geklatscht, gesunden, gelacht. All das, wozu Musik eben auch dient: Gemeinschaft zu pflegen.
Die beiden bauen zur Zeit ein neues Repertoire, arbeiten an einer neuen CD. Wir sind gespannt!
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