Man verwechsle Polska nicht mit Polka. Denn was Lena Jonsson und Johanna Juhola spielen ist viele leichtfüssiger und schwebender als der bodenständige Tanz.
Das vorliegende Album hat auf jeden Fall mehr mit Skandinavien zu tun als mit Polen. Auf jeden Fall tanzen die Geige der Schwedin Lena Jonsson und das Akkordeon der Finnin Johanna Juhola miteinander, als hätten sie noch nie was anderes gemacht.
Kleiner musik-ethnologischer Ausflug: Die Polska leitet sich in den skandinavischen Ländern aus den klassisch höfischen Tänzen wie dem Menuett ab. Während die Polka ein Volks-Tanz ist, erfunden von einer polnischen Magd – so will es die Legende, zumindest laut Wikipedia. Doch zurück zu dieser Aufnahme:
Beide Frauen sind bekannt für ihren innovativen Umgang mit der Tradition der jeweiligen Heimat. Sie spielen in unterschiedlichen Formationen und künstlerischen Projekten, sind also geübt im klanglichen und rhythmischen Dialog. Was die beiden Musikerinnen aber hier zeigen ist ein Spiel mit gleichem Atem. Drei Stücke stammen aus dem traditionellen Liederbuch, die anderen neun haben die beiden je hälftig ins Repertoire gebracht. Die Stimmung der Melodien reicht von sprudelnd bis melancholisch, von verspielt bis vertrackt, und manchmal auch etwas abenteuerlich abwegig.
Da die zeitgemässe Folk Musik die Improvisation fördert ist es ein besonderer Genuss mitzuverfolgen, wie die beiden Musikerinnen fast schwerelos ihren melodischen Ideen und Ausflügen folgen, sich voneinander lösen und doch nie aus den Augen, resp. den Ohren verlieren. Es ist wahrlich ein Tanz, den die beiden uns da bieten.
Lena Jonsson und Johanna Juhola legen ein Album voller Leichtigkeit und Virtuosität vor, das keine Genregrenzen, keine harmonischen Korsetts akzeptiert. Und glücklich macht.
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