Pod’Ring 2026 erster Konzertabend

Sängerin von "Compota de Manana"Das Programm des Stadtfestes Pod’Ring 2026 liest sich wie ein kulturelles Kaleidoskop. Am Dienstag waren u.a. zu hören: Compota de Manana und Yaràkä.

Ein paar Worte zum Pod’Ring: Das jährliche Stadtfest von Biel / Bienne ist so gemütlich wie das eigene Wohnzimmer, kulinarisch übersichtlich aber abwechslungsreich, und musikalisch so überraschend wie ein Zauberhut. Die Stadt lebt die Zweisprachigkeit von Deutsch und Französisch sehr konsequent. Hier wohnen und arbeiten Menschen aus rund 150 Nationen und die Kultur ist eine der Klammern, welche diese Multikulti-Stadt ausmacht.

Compota de Manana

Den Konzertreigen auf der Hauptbühne im Herzen der Altstadt eröffneten Compota de Manana aus Barcelona. Sie selber definieren sich als eine Band, die Kuba als musikalische Heimat bezeichnet, und sämtliche Latin-Stile und -Grooves als Kleider benutzt. Hier mischen sich Salsa, Cumbia, Hip Hop Rhymes und hochgetaktete Rumba mit viel Bühnenenergie. Die vier Frontleute sind nicht nur Sängerinnen und Sänger, sondern auch Animateure.

Schon beim zweiten Song wird das Publikum aufgefordert lauthals kundzutun, dass es ihnen gefällt und dass alles gut ist. Dieses abholen der Stimmung wiederholt sich dann bei fast jedem Song. Die Wirkung erschöpft sich mit der Zeit…
Den Energiepegel über die gesamte Konzertdauer zu halten stellte sich auch als unmöglich heraus. Obschon, die Band ist solide, die Abwechslung der Lead-Aufgaben durch die vier Stimmen ist auflockernd, aber innerhalb des Repertoires gibt’s wenig Dynamik. Kommt dazu, dass die etwas gar hohe Abendtemperatur – 27 Grad um 22.00h ! – etwas zu hoch war, um durchzutanzen. Das Publikum hat sich gegen Konzertende zwar etwas gelichtet, aber der Applaus ist lang und wird erst von der Musik ab Konserve zum verstummen gebracht.

Weiter ging es für mich an diesem Abend mit einem akustischen Desaster. Angesagt waren

Yaràkä

aus dem Salento, dem Stiefelabsatz Italiens. Das Repertoire von Yaràkä sind Lieder aus der schamanischen Schatulle, Trance-Melodien. Die mit Rahmentrommel, Tambourine, Saz, Gitarre und dezenter Elektronik begleiteten Lieder gingen leider in einem akustischen Chaos verloren. Schuld waren die Inkompatibilität zwischen dem Konzertort, der Stadtkirche, und der Verstärkung der Musik – die es nicht gebraucht hätte! So aber führten Raum-klang und Lautsprecherschall einen akustischen Krieg, dessen Opfer die Musik war.

Nach zwei Songs wussten meine Ohren nicht mehr, woher welche Töne kamen und ich musste den Ort verlassen. Schade um die Musik! Ein Grund mehr, ihre ausgezeichnete CD «Curannera» (bandcamp) mal wieder anzuhören.

Pod’Ring 2026 – die Reportage:

Dienstag, 7.7.: Compota de Manana, Yaràkä

Mittwoch, 8.7.: Orange Radio, La Mossa, Edredon Sensible

Donnerstag, 9.7.: Inuit Pagoda, Chicharron, Gabi Devilleneuve & Olivier Catteau

Freitag, 10.7.: Yalla Miku, Nnavy, Valérie Ékoumè

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