Pod’Ring 2026 Vierter Konzertabend

Pod'Ring 2026 Biel/BienneMusik aus der alternativen Szene von Genf, Jazziges aus Lausanne und Pop-Makossa aus der kamerunischen Diaspora von Paris erwarteten mich am Pod’Ring 2026.

Yalla Miku

Yalla Miku ist das momentane Kreativ-Vehikel der beiden Musiker Cyril Yeterian und Cyril Bondi. Yeterian ist das Herz und die aktive Hand des Labels «Bongo Joe». Ihn kennen wir bereits aus Formationen wie Mama Rosin, Frères Souchet, und zusammen mit Bondy als Cyril & Cyril. Yalla Miku ist von einem Studioprojekt zu einer Live-Band gewachsen.

Musikalisch ist die Band immer noch auf dem zerbrechlichen Eis zwischen Independent, Ethno, Pop und Punk angesiedelt. Personalmässig mittlerweile zu einem Quintet angewachsen treten Yalla Miku selbstbewusst auf. Äthiopische Pentatonik – inkl. der Harfe Krar und Azmari Gesankgstechnik – trifft auf Punk-Rock-Grooves und französischen Sprechgesang. Eine interessante, aber auch etwas sperrige Mischung, denn die musikalischen Welten gehen kaum auf einander ein, kontrastieren sich, clashen.

Nnavy

Jazz Lounge Sounds gibt’s auf der zweiten Bühne in der Obergasse mit Nnavy. Ihre Melange aus Jazz, Soul und Lounge lebt vor allem durch das Charisma der Sängerin. Eine Melodieführung die viel auf Phrasierung und Verzierung baut, weniger auf jazzig-melodiöse Ausflüge.
Für die ist der Pianist zuständig, der aus einem grossen Reservoir von Jazz-Chords schöpft, die Melodien umrahmt, umgarnt, ausbaut und bereichert. Dazu kommt ein solider Bass, der für die nötigen Wurzeltöne sorgt. Weil aber wenig Dynamik im Set ist, die Songs nahtlos in einander gleiten, beginnt das Konzert eher zu einem Rezital zu werden.

Valérie Ékoumè

Wer sich nochmals energetisieren lassen wollte, wechselte die Bühne zu Valérie Ékoumè und ihrem Power-Trio. Die Sängerin, grossgeworden zwischen der Diaspora in Paris, und ihrer Familie in Kamerun, hat einen erstaunlichen Palmares vorzuweisen. Sie sang für Papa Wemba, Youssou N’Dour, Maceo Parker oder Rokia Traoré. Sie war auch fast ein Jahrzehnt in der Band von Saxophonist Manu Dibango.

Nicht erstaunlich deshalb, das ungefähr in der Mitte des Konzert das unvermeidliche «Mama Ko.. Mama Sa .. Mama Makossa», die Signaturzeile von Dibango, in einen Groove von der Bühne eingewoben wurde. Die Band, versteckt hinter Masken, wie man sie sonst eher aus der südamerikanischen Musikszene kennt, ist ein Powerhouse. Ein Gitarrist, der seine Rockriffs mit Sprengkraft in die solide Groovemaschine von Bass und Schlagzeug wirft. Alles andere regelt die Chefin am Mikrofon: singen, dirigieren, Entertainment inkl. Tanzanweisungen ans Publikum. Und das folgt der Sängerin in sämtlichen Choreografien. Festfreuden.

Das Fest hätte noch bis tief in die Nacht gedauert, doch der Berichterstatter musste den letzten Zug nach Hause erwischen…

Pod’Ring 2026 – die Reportage:

Dienstag, 7.7.: Compota de Manana, Yaràkä

Mittwoch, 8.7.: Orange Radio, La Mossa, Edredon Sensible

Donnerstag, 9.7.: Inuit Pagoda, Chicharron, Gabi Devilleneuve & Olivier Catteau

Freitag, 10.7.: Yalla Miku, Nnavy, Valérie Ékoumè

 

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