Die Zusammenarbeit zwischen dem Produzenten Raül Refree und der Sängerin Maria Mazzotta dreht sich um eine Neudeutung der süditalienischen Pizzica.
Es ist ein Folk-Album, das auf die Wurzeln von Maria Mazzottas persönlichem Liederbuch verweist: Die Folksongs Süditaliens, insbesondere Apuliens. Viele von uns kannten vielleicht nur diese (Wikipedia)-Geschichte der Herkunft der Pizzica. Kurz: tanzen, um das Gift der Tarantel wieder loszuwerden, das man sich bei der Feldarbeit eingefangen hatte.
Die Legende zu diesem Album erzählt, dass Maria Mazzotta bei einem Nachtessen Raül Refree die andere Hälfte der Pizzica-Herkunft erzählte. Die lautet, dass «aus therapeutischen Gründen» vielen Frauen, die an Depressionen litten, suggeriert wurde, dass sie von Taranteln gebissen wurden. Deshalb wurde die Trance auch hier als Heilmittel eingesetzt. Entfernt man nun aber den «Motor» der Pizzica, das Tamburin, bleiben allein die Melodien. Die sind in dieser Sammlung vor allem Lamenti, Klagen gegen sämtliche Ungerechtigkeiten des Lebens.
Das Tambourin schweigt
Refree als Produzent, und als Musiker, begleitet die Melodien mit Gitarren-Arpeggien – gerne leicht verzögert, schleppend, in unterschiedlichen Echo-Räumen – mit Orgelakkorden, und einem weit im Hintergrund platzierten Chor. Kann man «Klage» noch steigern? Refree tut es. Wenn auch oft etwas zögerlich, als wollte er die Emotion nicht stören.
Musikalisch steht die Stimme von Maria Mazzotta im Zentrum. Sie beweist einmal mehr, dass sie nicht nur singen, sondern vor allem auch Gefühle interpretieren und transportieren kann. Die Arrangements von Raül Refree reflektieren die Seelenlandschaft der Klagenden wie ein erblindeter Spiegel.
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