In Kolumbien, und speziell in Bogota, hat Folktronica schon lange eine Heimat gefunden. Rizomagic spielen mit verlangsamter Cumbia und mathematisch errechneter Resonanz.
Diese Aufnahme der kolumbianischen Musiker Diego Manrique und Edgar Marún hat zwei deutliche Schweizer Verbindungen. Zum einen entstanden die Baupläne für diese Soundlandschaften in der Künstlerresidenz La Becque am Genfersee. Zum anderen beruhen einige Harmonien auf den mathematischen Erkenntnissen des Musikforschers Hans Custo.
Seine zentrale Forschungsarbeit, die «kosmische Oktave», basiert darauf, dass alles Wahrnehmbare aus Energie, und somit aus Schwingungen, besteht. Seien dies planetarische Gesetzmässigkeiten, Farben oder andere Baupläne aus der Natur. Diese Schwingungen können mittels dem Prinzip der Oktave – Halbierung resp. Verdoppelung der Frequenz – so lange bearbeitet werden, bis sie ins Klangspektrum des menschlichen Gehörs transponiert werden können. Das klingt etwas versponnen, diente aber dem Duo Rizomagic als Grundlage ihrer Klangbauten.
Die zehn Kompositionen auf «Cumbión Planetario» nutzen keine Songstrukturen. Im Hintergrund gibt zwar die Cumbia den Puls der Klangwerke an, doch gebaut werden die Klangwelten durch geschichtete Klänge. Es ist Lounge-Musik mit Trance-Charakter, repetitive Sound-Loops laden ein zum herunterfahren, oder zum wegdriften.
Vor allem Freunde von psychedelischen Substanzen und Tagträumerinnen dürften an dieser Musik Gefallen finden.