Auch die dritte Produktion von Saigon Soul Revival pflegt den Klang der Nhạc vàng Pop-Musik aus Vietnam, entfernt sich aber mit aktuellen Kompositionen aus der Nostalgie-Ecke.
Saigon Soul Revival ist seiner Klangphilosophie treu geblieben und lässt den Sound und Schmelz jener kreativen Musikszene aufleben, als Ho Chi Minh City noch Saigon hiess. Nach dem Krieg wurde die sog. Nhạc vàng Popmusik verboten. Die dritte Produktion bringt nur noch einen Song, der aus der «goldenen Ära» von Südvietnams Pop-Musikszene stammt. Die neueren Songs stammen aus der eigenen Kreation.
Konsequent führt die Band ihren Balanceakt mit dem Einbezug von klassischen Instrumenten in die neuen Songs fort. So taucht ein T’rung, ein Bambus-Xylophon im Klangbild auf. Vietnamesische Flöten kommen neu hinzu, ebenfalls ein Saxophon und Bläserarrangements à la Stax-Soul. Für viel nostalgische Hörerlebnisse sorgt Nguyen Thi Hai Phuong mit ihren Zither Dan Tranh und Dan Bau. Kompositorisch halten sich die neuen Songs an die Baupläne der Flower-Power-Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Die Band versucht sich zwar auch in moderneren Songstrukturen, schicken z.B. eine Melodie in die Dub-Hallkammern, doch die Uptempo Nummern mit Soulanleihen überwiegen, während die übersüssen Ballade beinahe etwas zu kurz kommen.
Saigon Soul Revival tanzen glaubwürdig zwischen Nostalgie und Gegenwart.

