Sonico ist ein Quintett, mit Basis Brüssel, das sich dem Tango verschrieben hat. Insbesondere der Musik von Eduardo Rovira, von vielen als «der andere Piazzolla» bezeichnet.
Die Geschichte des Quartetts Sonico ist durch Zufälle gekennzeichnet: die drei Kernmusiker des Quintetts kamen «zufällig» im Rahmen eines Tango-Workshops miteinander ins Gespräch. (Zwei von ihnen hatten aber bereits vorher 10 Jahre lang im selben Opernorchester gespielt…) So entdeckten der Geiger Stephen Meyer, der Kontrabassist Ariel Eberstein und der Bandoneonist Lysandre Donoso ihr gemeinsames Interesse an der Musik von Eduard Rovira. Dieser war ein Zeitgenosse von Astor Piazzolla, hatte aber weder dessen Beziehungen, noch dessen Netzwerk und Geld. Seine Kompositionen gerieten denn auch in Vergessenheit.
Sonico ist mittlerweile ein Quintett (mit klanglichen Ausbaumöglichkeiten in verschiedene Formationen, bis zum Symphonieorchester), und hat über ein Jahrzehnt in seine Arbeit zum und mit dem Material von Eduardo Rovira investiert. Es galt, Notenmaterial ausfindig zu machen (schwierig, weil kaum vorhanden!), die Musik ab Tonaufnahmen zu transkribieren (langwierig, weil nur tontechnisch schlechtes Archivmaterial!) oder sich über Zufälle zu freuen – wenn zum Beispiel ein Konzertbesucher eine alte Komposition von Rovira ausgrub, und der Band schenkte.
Eduardo Rovira erhält durch die akribische Rettung seiner Kompositionen eine internationale Aufmerksamkeit, die er zeitlebens nie fand. Aber sicher verdient hat, denn sein Tango zeigt in eine ganz andere Entwicklungs-Richtung als jene, die durch den grossen Weichensteller Astor Piazzolla vorgegeben wurde. Dieser soll einst gesagt haben:
Es gab eine Zeit, da war Rovira revolutionärer als ich.
Astor Piazzolla
Diskografie (Auszug)
2018: La Otra Vanguardia
2020: Rovira: Inedito e inconcluso
2021: The Edge of Tango
2024: 5,6,7,8…: The Edge of Tango Vol 2
2025: Sonico plays Rovira 100