Der Chansonnier aus der Schweiz, Stephan Eicher, tanzt zur Zeit in vielen Projekten. Dass er dabei das eigene Schaffen nicht vernachlässigt ist mehr als nur professionell.
Was zeichnet den Chansonnier Stephan Eicher im Jahr 2026 aus? Es sind nicht seine Klang-Innovationen durch neue Line-ups, nicht seine Projekte mit anderen Bands und Musikern. Die sind Klangabenteuer und Jungbrunnen, sind Abwechslung und Freude an der gemeinsamen musikalischen Arbeit. Egal ob er mit dem sperrigen Liedermacher Walter Lietha, mit der Groovemaschine Traktorkestar, mit der Pop-Musikerin Heidi Happy auf der Bühne steht, oder ob er die Lieder des «Übervaters» des berndeutschen Liederbuchs, Mani Matter, mit dem Hot 3-Trio von Roman Nowka neu aufgreift: es geht in all diesen Projekten nicht mehr in erster Linie um ihn, um seine Karriere, sondern um die Gemeinsamkeit, die Freundschaft, die Musik.
Selbst wenn er mit dem Schlagwerker Simon Baumann als «Duo Dolce» seine alten Hits aus den 80ern neu in die digitalen Maschinen füttert, ist das eher ein blättern im Familienalbum als das Schärfen seines Profils. Mittlerweile ist er nämlich wieder dort angelangt, wo er herkam: Ich, meine Gitarre / Piano, meine Texte, meine Melodien. Er lässt sich nicht von Martin Suter oder Philippe Djian Geschichten vorlegen, um sie zu vertonen. (Im Tagesgespräch auf SRF1 vom 25.2.26 lernte ich später, dass Philippe Djian dann doch in den Textzeilen beteiligt war….) Er bringt seine eigenen Beobachtungen zu Papier, findet Melodien dazu. Alltags-Wahrnehmungen, oft nicht mal philosophierend ausgemalt, sondern einfach nur erzählend: Das Handwerk eines Chansonniers. Oder, nochmals besagtes Tagesgespräch zitierend: Eines Flaneurs….
Ein leises Album mit Alltags-Beobachtungen, mit Melodien, die nicht nach Innovation suchen, sondern sich wohlig, freundschaftlich und unaufdringlich im Ohr einnisten.
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